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Die Erfinder des schnelllaufenden Motors

Gottlieb Daimler & Karl Benz
Links: Gottlieb Daimler - 1834-1900
Rechts: Karl Benz - 1844-1929
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts werden in Deutschland zwei Männer geboren, deren Lebenswerke die Verkehrsgeschichte revolutionieren: Gottlieb Daimler und Karl Benz bereiten der individuellen Mobilität durch die Erfindung des Automobils den Weg. Für die ersten Automobile des Jahres 1886 müssen die Erfinder alles, was zu dem neuartigen Kraftfahrzeug gehört, bis ins kleinste Detail konstruieren und bauen und vieles davon neu erfinden.
Dieser Innovationsprozess begleitet die Automobilentwicklung seit 1886 bis heute. In der Nachfolge von Daimler und Benz haben Generationen genialer Konstrukteure der Marke Mercedes-Benz und ihrer Ursprungsmarken immer wieder epochale Erfindungen hervorgebracht. So sichert Mercedes-Benz die Zukunft des Automobils.

 

 

Gottlieb Daimler und Karl Benz, die Erfinder des Automobils

Motorkutsche und Patent Motorwagen
Motorkutsche von Gottlieb Daimler und
der Patent-Motorwagen von Karl Benz
Gottlieb Daimler wird am 17. März 1834 in Schorndorf bei Stuttgart geboren. Er ist der Schöpfer des ersten leichten, schnelllaufenden Viertakt-Benzinmotors, der 1883 seine ersten Umdrehungen macht und unter der Nummer DRP 28022 patentiert wird. Der Motor ist gedacht als universeller mobiler und stationärer Antrieb von Kutschen, Lokomotiven, Booten, Luftfahrzeugen und Maschinen aller Art. Die erste Daimler-Motorkutsche rollt 1886 auf die Straße.

Zehn Jahre nach Daimler, am 25. November 1844, erblickt Karl Benz in Karlsruhe das Licht der Welt. Auch Benz realisiert einen schnelllaufenden Viertakt-Benzinmotor, den er in ein eigenständiges, nicht mehr an eine Kutsche erinnerndes Fahrgestell einbaut und damit 1886 das erste ganzheitliche Automobil auf seine vorerst drei Räder stellt. Der „Benz Patent-Motorwagen“ mit der Patent-Nummer DRP 37435 gilt als das erste Automobil der Geschichte.

 

Benz Patent-Motorwagen, das erste Automobil (1886 - 1895)

Patentschrift für Motorwagen
Patentschrift für Motorwagen - 1886 Karl Benz
Der erste von Karl Benz entwickelte stationäre Benzinmotor ist ein Einzylinder-Zweitakter, der am Silvesterabend des Jahres 1879 zum ersten Mal läuft. Mit diesem Motor hat Benz so viel geschäftlichen Erfolg, das er sich zunehmend seinem Traum widmen kann, einen leichten, von einem Benzinmotor angetriebenen Wagen zu schaffen, bei dem Fahrgestell und Motor eine Einheit bilden.

Wichtigste Merkmale des 1885 realisierten zweisitzigen Gefährtes sind der kleine, schnelllaufende Einzylinder-Viertaktmotor, liegend im Heck eingebaut, der Stahlrohrrahmen, das Differential und drei Drahtspeichenräder. Der Motor leistet 0,75 PS (0,55 kW). Details sind der automatische Einlass-Gleitschieber, das gesteuerte Auslassventil, die elektrische Hochspannungs-Summer-Zündung samt Zündkerze und die Wasser-/Thermosiphon-Verdampfungskühlung.
Am 29. Januar 1886 meldet Benz sein „Fahrzeug mit Gasmotorenbetrieb“ zum Patent an. Die Patentschrift DRP 37435 gilt somit als die Geburtsurkunde des Automobils. Im Juli 1886 berichten die Zeitungen über eine erste öffentliche Ausfahrt des dreirädrigen Benz Patent-Motorwagens, Typ 1.

 

Fernfahrt von Bertha Benz (1888)

Auf einem verbesserten Gefährt startet Bertha Benz, die Frau des Automobilpioniers, zusammen mit ihren Söhnen Eugen (15) und Richard (14) an einem Augusttag 1888 ohne Wissen ihres Mannes zur ersten Fernfahrt der Automobilgeschichte. Die Tour führt von Mannheim mit einigen Umwegen nach Pforzheim, der Geburtsstadt von Bertha Benz. Sie hat mit dieser Fahrt von 180 Kilometern einschließlich Rückfahrt die Gebrauchstüchtigkeit des Motorwagens vor aller Welt demonstriert. Der Wagemut von Bertha Benz und ihren Söhnen ist einer der entscheidenden Impulse für den Aufstieg der Firma Benz & Cie. in Mannheim zur zeitweilig größten Automobilfabrik der Welt.

 

Achsschenkel-Lenkung, Contra-Motor, Planeten-Zahnradgetriebe (1891–1897)

Karl Benz lässt 1893 seine Achsschenkel-Lenkung patentieren und löst mit dieser Konstruktion eines der dringendsten Probleme des Automobils. Der erste Benz mit dieser Lenkung ist 1893 der 3 PS (2,2, kW) starke Benz Victoria, der schon in etwas größerer Stückzahl und diversen Karosserien gebaut wird. Das erste in Großserie hergestellte Auto der Welt mit etwa 1200 gebauten Exemplaren ist das Benz Velociped von 1894, ein leichter, unverwüstlicher und preiswerter Kleinwagen.
1897 entsteht der „Zwillingsmotor“, bestehend aus zwei parallel nebeneinander gelegten Einzylindern, der aber nicht befriedigend ist. Die bessere Konstruktion ist der unmittelbar folgende „Contra-Motor“, bei dem zwei Zylinder gegenläufig arbeiten: Der Boxermotor ist geboren. Bei Benz bis 1900 grundsätzlich hinten eingebaut, leistet er in verschiedenen Ausführungen bis zu 16 PS (12 kW).

 

Mercedes 35 PS, das erste moderne Automobil (1900/01)

Wilhelm Maybach entwickelt 1900 nach den Vorgaben von Emil Jellinek den Mercedes 35 PS, nach heutigen Maßstäben das erste moderne Automobil. Dieser neue Daimler bedeutet im März 1901 eine technische Revolution und wird zum weltweiten Maßstab für Automobile. Sein vorne angeordneter Vierzylinder-Reihenmotor ist direkt mit dem erstmals aus Stahlblech gepressten Rahmen verschraubt und leistet sensationelle 35 PS. Die Drehzahlregelung zwischen 300/min und 1000/min erfolgt über einen Hebel am Lenkrad. Zylinder und Zylinderkopf bilden eine Einheit, das Kurbelgehäuse besteht erstmals aus Aluminium. Das Leistungsgewicht pro PS beträgt nur noch 6,6 Kilogramm, ein Jahr später sinkt es weiter auf 4,6 Kilogramm. Die Einlassventile werden nicht mehr automatisch, sondern ebenfalls von einer Nockenwelle gesteuert.

Der Wagen hat Spritzdüsen-Vergaser, Bienenwabenkühler, Kühler-Ventilator, Zahnrad-Ölpumpe, Wasserpumpe und Magnetzündung. Ebenfalls neu sind die sehr kleine und automatisch nachregelnde Federbandkupplung, der in einer Schaltkulisse geführte einzige Hebel der Viergangschaltung und die stark geneigt eingebaute Lenkung. Der deutlich längere Radstand, die breitere Spur und die an beiden Achsen nahezu gleich großen Räder führen zu einem hochstabilen Fahrverhalten. Der gestiegenen Motorleistung entsprechen auch die Bremsen. Der Mercedes 35 PS erhält 30 Zentimeter große Trommelbremsen an den Hinterrädern, deren Betätigung über Handhebel und Gestänge erfolgt. Als Fußbremse fungiert zusätzlich eine Kardanbremse.
Das erste Exemplar des von Wilhelm Maybach entwickelten innovativen Fahrzeugs wird am 22. Dezember 1900 an den Auftraggeber Emil Jellinek (damals der größte Händler für Fahrzeuge der DMG, mit Kontakten in höchste Bevölkerungsschichten) ausgeliefert. Dessen Tochter Mercedes ist - Vorbild der neuen Modellbezeichnung für die Fahrzeuge der Daimler-Motoren-Gesellschaft: Mercedes. Im März 1901 erzielt der Mercedes 35 PS bei der Woche von Nizza spektakuläre Erfolge. Die Fachwelt spricht vom Beginn der „Ära Mercedes“.

 

Der älteste heute noch existierende Mercedes ist ein Simplex

Mercedes Simplex
Mercedes-Simplex 40 PS - 1902
Ab Ende 1901 folgte parallel der nächste Evolutionsschritt unter dem Label der neuen Marke. Gegenüber den ersten Mercedes-Modellen zeichnete die weiterentwickelte Typenpalette eine komfortablere, "simplere" Bedienung aus. Ergo wurden die neuen Wagen Mercedes-Simplex genannt. Das erste Fahrzeug dieser Reihe, der Mercedes-Simplex 40 PS, wurde am 1. März 1902 an Emil Jellinek ausgeliefert. Nur fünf Tage später folgten drei weitere Wagen für die Rennwoche in Nizza, wo sie triumphale Siege nach Hause fuhren. Der fünfte Mercedes-Simplex 40 PS ging, wie bereits im Vorjahr ein Mercedes 35 PS, am 14. März 1902 an den erst 24-jährigen US-Milliardär William K. Vanderbilt jr., dessen Familie ihr Vermögen unter anderem im Eisenbahngeschäft gemacht hatte. Vanderbilt übernahm den über 110 km/h schnellen Wagen in Cannstatt und brach sofort in das 600 Kilometer entfernte Paris auf. Sein Wagen ist heute, soweit bekannt, der weltweit älteste existierende Mercedes. Er befindet sich wieder voll fahrtauglich in Stuttgart, im Besitz des Mercedes-Benz Museums.

1908 begann die DMG sich langsam, aber sicher vom bis dato weit verbreiteten Kettenantrieb zu lösen und fertigte im April ihr erstes Fahrzeug mit Kardanwelle, den "35 PS Mercedes Cardan-Wagen". Drei Jahre später eröffnete Mercedes das nächste Jahrzehnt mit einem komplett neuen Topmodell, dem Typ 37/90 PS, dessen hochmoderner Vierzylinder mit Dreiventiltechnik und Doppelzündung als eines der fortschrittlichsten Triebwerke seiner Zeit eingestuft wurde. Schlag auf Schlag weitete die DMG das Spektrum der Karosserie- und Motorvarianten weiter aus. Eines der schönsten Autos dieser Epoche: der Mercedes 28/95 PS. Ab 1914 wurde der offene Viertürer angeboten; mit einem 95 PS starken 7,25-Liter-Sechs-zylinder erreichte er eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 138 km/h - damals so sensationell wie heute das doppelte Tempo. Abgeleitet von einem Flugmotor, galt auch dieses Triebwerk wieder als Hochtechnologiemotor erster Güte.

 

Die Verschmelzung - aus Mercedes wird 1926 Mercedes-Benz

Den Namen Mercedes verdankt das Unternehmen einem technisch begeisterten Verkaufsgenie, dem in Nizza ansässigen Österreicher Emil Jellinek.

Nicht zuletzt dessen Drängen auf ständige technische Verbesserungen und seinen überaus erfolgreichen Verkauf der Fahrzeuge ist es zu verdanken, dass die Marke Mercedes Benz bereits seit mehr als 100 Jahren erfolgreich Automobile verkauft. 1897 kaufte sich Jellinek seinen ersten Daimler Wagen, einen Zweizylinder mit 6 PS und 24 km/h.
Dem sportbegeisterten Jellinek reichte das nicht lange, 1898 orderte Jellinek zwei Daimler Phönix, dem weltweit ersten Straßenfahrzeug mit Vierzylindermotor und 8 PS.
Doch Jellinek war nicht nur ein begeisterter Autofahrer, er verstand auch etwas vom Verkaufen und wurde schnell Großkunde bei der Daimler Motoren Gesellschaft.

Im Jahr 1900 orderte Jellinek bereits 29 Fahrzeuge. Grund genug für Daimler, eine Vereinbarung über den Vertrieb von Daimler Wagen und Motoren zu treffen. Dafür sollte ein neuer Motor entwickelt werden, der den Namen Daimler-Mercedes trug. Mercedes hieß die Tochter von Jellinek, diesen Namen benutzte er als Pseudonym bei Rennveranstaltungen, an denen er mit seinen Fahrzeugen teilnahm. Dieser Vertrag war für Daimler ein wahrer Segen, 14 Tage nach der Vereinbarung bestellte Jellinek 36 Fahrzeuge im damaligen Gesamtwert von 550.000 Mark - ein wirklicher Großauftrag für Daimler. Zumal Jellinek einige Wochen später den gleichen Auftrag noch einmal platzierte.

Das am 22. Dezember erste an Jellinek ausgelieferte Fahrzeug, der erste Mercedes, wurde von Wilhelm Maybach, damals Chefkonstrukteur bei Daimler, entwickelt. Es handelte sich um einen 35 PS-Rennwagen und gilt heute als erstes modernes Automobil.
Dem guten Namen folgte im Jahr 1909 das Markenzeichen, der Stern. Patentgesichert wurden sowohl ein dreizackiger als auch ein vierzackiger Stern, letzterer kam allerdings nie zum Einsatz. Der auch heute noch verwendete Dreizack im Ring wurde 1921 festgelegt.
Die wirtschaftliche Lage der Automobilindustrie in den Jahren 1924/1925 ist für Daimler und Benz alles andere als rosig. Zwar gibt es seit 1923 mit der Reichsmark wieder eine harte Währung, aber der Markt für die großvolumigen Luxuswagen der DMG ist praktisch zusammengebrochen. Auch die kleineren Benz-Modelle verkaufen sich nur schleppend. Das Überleben beider Firmen in dieser Zeit sichert deren florierende Nutzfahrzeugfertigung. Die DMG hat ihr festes Standbein in Berlin-Marienfelde, Benz das seine in Gaggenau in Baden. Weitsichtigen Männern in beiden Unternehmen sowie dem Engagement der beiden Hausbanken ist es zu verdanken, dass aus dem schwierigen Rankwerk unterschiedlichster Interessen ein prosperierendes Ganzes wird. Am 28. Juni 1926 ist es soweit. Der Verschmelzungsvertrag wird unterschrieben, nachdem die Hauptversammlungen beider Firmen tags zuvor dessen Inhalt gebilligt haben.

Er ist von lakonischer Kürze und umfasst nur sieben Punkte. Die wichtigsten lauten: Die Daimler-Motoren-Gesellschaft übernimmt die Rolle des aufnehmenden Partners. Der Firmenname der übernehmenden Gesellschaft soll so geändert werden, dass darin auch das Wort "Benz" vorkommt. Die Erzeugnisse der verschmolzenen Betriebe sollen eine einheitliche gemeinsame Bezeichnung erhalten, wie auch generell Namen und Embleme der beiden Partner künftig immer zusammen erscheinen sollen.

Das neue Unternehmen heißt "Daimler-Benz Aktiengesellschaft", Hauptsitz Stuttgart-Untertürkheim. Die gemeinsamen Produkte tragen den Markennamen "Mercedes-Benz". Und das noch heute gültige, weltbekannte Markenzeichen ergibt sich aus der Verschmelzung von Daimlers Dreizackstern im Ring mit den Wortmarken "Mercedes" und "Benz", die durch den Lorbeerkranz aus dem Benz-Markenzeichen verbunden sind.

Mit diesem Zusammenschluss begann für das neue Unternehmen der Aufstieg zu einem der erfolgreichsten Autohersteller der Welt Fahrzeuge wie der SSK oder der 549 K und nicht zuletzt die Nobelkarossen Maybach, die allesamt auf Mercedes Fahrgestellen entstanden, empfahlen das Unternehmen schon in den 30er Jahren für eine luxusorientierte Klientel.

 

 

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