Die Geschichte von De Dion Bouton

Albert Jules Graf de DionSelten hinterlassen Menschen so viele Ideen und unterschiedliche Entwicklungen wie Albert Jules Graf de Dion (1856-1946).

Albert de Dion galt als amouröser Playboy und als aufgeschlossener und begeisterter Anhänger neuer Techniken, als er 1946 neunzigjährig stirbt, hinterlässt er knapp 400 angemeldete Patente sowie einen vielschichtigen Lebenslauf, der in Paris beginnt. Mit Georges Bouton gründet er 1882 die Automobilfirma "De Dion Bouton".

Seine Idee, ein dampfbetriebenes Automobil, setzt er mit dem Techniker Georges Bouton
(1847-1938), der bis dahin Spielzeugdampfmaschinen gebaut hatte und dessen Schwager Charles A. Trepardoux, welcher ebenfalls Mechaniker für Kesselbau und Dampfmaschinen war, um.

1894 gewann de Dion eines der ersten Autorennen der Welt, das Rennen Paris Rouen, wurde aber nur als Zweiter gewertet, weil sein Fahrzeug das Kriterium Handling nicht erfüllte. Bei dem damaligen Rennen entschied nicht zuletzt die Geschwindigkeit, sondern auch die Handhabung des Fahrzeuges, die Sicherheit und das Kostenverhältnis. Mit seiner "rollenden Dampfmaschine" war de Dion zwar der Schnellste wurde aber disqualifiziert, so das der Gesamtsieg an Panhard und Levassor mit einem benzinbetriebenen Fahrzeug zugesprochen wurde.
Albert de Dion am Steuer seines motor-getriebenen DreiradsDe Dion entschied sich daher für Benzinmotoren und sollte in diesem Segment schon bald zum größten Automobilhersteller weltweit aufsteigen. Durch die zunehmende Konkurrenz, vor allem deutsche Hersteller wie die Daimler-Motor-Gesellschaft, war die Firma gezwungen neue Wege zu beschreiten, so errichtete de Dion ein metallurgisches Labor ein, was heute als erstes Forschungs- und Entwicklungszentrum in der automobilen Welt bezeichnet werden kann. Das wiederum ermöglichte eine Massenmotorisierung, so das im Jahr 1900 bereits 400 Fahrzeuge sowie über 3.000 Motoren gebaut wurden, 1905 waren es schon 40.000 Motoren die überwiegend an fremde Automobilhersteller verkauft wurden. Bekannte Abnehmer der de Dion-Motoren waren u.v.a. die Firma Adler, Stöwer und Gräf aus Deutschland, Pierce-Arrow aus den USA, Humber aus England, Isotta-Fraschini aus Italien oder auch Renault aus dem eigenen Lande. Die Firma De Dion Bouton belieferte rund 140 Kraftfahrzeughersteller weltweit.

 

Der erste V8 Motor stammt von de Dion

Wenn wir den Sound eines V8 Motoren hören, denken wir zuerst an amerikanischen Automobilen wie den Chevrolet Camaro oder Ford Mustang mit ihren unverwechselbaren blubbernden Motoren. Man könnte meinen das der V8 der in sehr vielen amerikanischen Fahrzeugenmodellen zu finden ist, eine Erfindung der Amerikaner sei, jedoch war es de Dion der den ersten V8 1910 zum blubbern brachte. Die in V-Form angebrachten Zylinder leisteten rund 35 PS. Während des Ersten Weltkrieges konnte De Dion weitere Erfahrungen in Sachen Motoren sammeln, so produzierte er Motoren in V sowie auch in W-Form mit bis zu 16 Zylinder für den Flugzeugbau.

 

De Dion Bouton Wertpapier
von W. Leiter - own paper. 
Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 
über Wikimedia Commons

Nach dem Ersten Weltkrieg befand sich die Firma De Dion Bouton wie viele Firmen in einer Krise, von der sich De Dion Bouton leider nie erholte.

 

So gab man 1932 die Herstellung von Personenwagen auf und produzierte von da an nur noch Nutzfahrzeuge verschiedener Art.

Das endgültige Aus für das einst so erfolgreiche Unternehmen kam mit dem Produktionsende von Nutzfahrzeugen 1952.

 

Noch heute finden sich Patente de Dions im Fahrzeugbau.

Es war auch der Franzose der an der Entwicklung des Heckantriebes mitbeteiligt war, zumindest war De Dion derjenige dem die Idee kam die Motorkraft mittels einer Kardanwelle auf die Hinterräder zu übertragen. Kurz vor der Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert bauten die Gebrüder Renault dann die ersten serienmäßigen Automobile mit Kardanwellen.

Einer der größten Erfindungen war die De Dion-Achse, die de Dion 1893 patentieren lies.
Jedoch kann man heute davon ausgehen das diese Erfindung von seinem Mechaniker Trepardoux gemacht wurde und de Dion nur als Geldgeber für die Entwicklung involviert war.
Nachdem sich Albert Jules Graf de Dion nach seinem Misserfolgen mit Dampfmotoren in Autorennen entschied Benzinmotoren zu fabrizieren verließ der Techniker und Erfinder Trepardoux, der ein großer Verfechter von Dampfmotoren war, enttäuscht das Unternehmen.

Zurück zur De-Dion-Achse, sie ist eine Starrachse mit getrenntem Antrieb, und hat den Vorteil das dass Ausgleichsgetriebe (Differenzial) nicht an der Achse befestigt war, sondern am Fahrgestell des Fahrzeuges. Die Seitenführung der Räder erfolgt dabei über ein Wattgestänge und die Antriebskraft wurde über Antriebswellen weiter gegeben. Vorteil der de Dion Achse war ein viel angenehmeres und ruhigeres Fahren der Fahrzeuge, da die Achse die Stöße von Schlaglöcher und holprige Straßen nicht mehr an die Karosse weiter gibt, besitzt jedoch die Eigenschaften der Starrachse, nämlich den der konstanten Radgeometrie.

Nachdem in den siebziger Jahre der Frontantrieb immer mehr Fahrzeugklassen durchsetze, verschwand die de Dion Achse und wurde durch neuere Techniken ersetzt. Die De Dion Achse wird jedoch auch heute noch verwendet, so findet man diese bei Sportwägen wie Lotus, Caterham, Alfa Romeo GTV oder Maserati, mittlerweile findet man sie auch bei Geländewagen wie dem Honda HR-V oder dem Duro.

Ohne de Dion hätte es weder die Pariser Automesse noch den französischen Automobilclub (1895 Gründung des ACF) so früh gegeben. Auch der berühmte Hotelführer Guide Michelin ist an seinem Schreibtisch entstanden.

 

 

 

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