Lohner-Porsche – Fahrzeuge die ihrer Zeit weit vorraus waren

Als Lohner Porsche wurden die Fahrzeuge bezeichnet, die mit einem elektrischen Antrieb (von den Lohner-Werken) versehen waren und von Ludwig Lohner und Ferdinand Porsche entwickelt wurden.

 

Ferdinand Porsche

Im Rahmen eines Auftrags der Hofwagenfabrik „Jacob Lohner & Co., Wien“ entwickelte Ferdinand Porsche einen Radnabenmotor, mit welchem er 1897 zu Lohner wechselte. Heraus kam 1899 ein Elektromobil „System Lohner-Porsche“, welches als erster transmissionsloser Wagen und epochemachende technische Neuheit, auf der Pariser Weltausstellung im Jahr 1900 vorgestellt wurde. Fast Zeitgleich entwickelte Porsche das erste Hybrid-, sowie das erste Allrad-Fahrzeug.

 

Lohner Porsche - Elektromobil

Das Elektrofahrzeug von Porsche bestand überwiegen aus Holz und wurde von Radnaben-Motoren an den Vorderrädern angetrieben. Die verbauten Innenpol-Elektromotor in den Radnaben lieferten eine Leistung von jeweils rund 3 PS (kurzzeitig 7 PS). Dabei erlaubte eine 44-zellige Bleiakkumulator mit 80 Volt Spannung eine Betriebsdauer von etwa drei Stunden. Die Höchsgeschwindigkeit des 980 kg schweren Wagens lag hierbei zwischen 45 - 58 km/h.Lohner Porsche - Elektromobil

Dieser Lohner Porsche ist das erste Zero-Emission-Fahrzeug der Welt.

 

Lohner-Porsche-Rennwagen - das erste Automobil mit Allradantrieb

Ebenfalls im Jahr 1900 entwickelte Ferdinand Porsche sein Elektroauto weiter. So entstand schließlich ein Lohner-Porsche-Rennwagen mit vier Radnabenmotoren und damit das erste Automobil mit Allradantrieb, welches übrigens eine Sonderanfertigung für einen Briten namens E.W. Hart war.
Da damaligen Batterien jedoch nicht viel Energie speichern konnten, wurde das Gewicht der Batterien von 410 auf 1800 kg erhöht. Damit erreichte das Fahrzeug eine Geschwindigkeit von 60 km/h mit einen Wirkungsgrad von 83 %. Zum Vergleich: Verbrennungsmotoren haben einen Wirkungsgrad von etwa 10 bis 55 %.Lohner Porsche Rennwagen mit Allradantrieb

 

Lohner Porsche als erstes Hybridfahrzeug

Als der Verbrennungsmotor zu seinem Siegeszug ansetzte, erkannte Ferdinand Porsche recht schnell die schwächen seiner Elektrofahrzeuge. Sie waren zu schwer und hatten dadurch eine zu geringe Reichweite. Nachdem er in den Batterien den Schwachpunkt seiner Konstruktion ausgemacht hatte, entwickelte Ferdinand Porsche kurzerhand das erste Hybridauto, den Semper Vivus und stellte ihn 1901 in Paris vor.
Hierbei wurden die Elektromotoren an den vorderen Räder durch zwei Daimler-Verbrennungsmotoren unterstützt. Die zwei Einzylindermotoren trieben während der Fahrt einen Generator an und luden so die Batterien stetig nach. Dies erlaubte den Lohner-Porsche bis zu 200 Kilometer ohne Stopp auszukommen.
Der Hybrid-Prototyp leistete 2,7 PS und war 35 km/h schnell. Porsche entwickelte das Auto bis zur Serienreife weiter, ab 1902 wurde das Gefährt als Modell "Mixte" angeboten.

Leider war die Technologie sehr anfällig. Zudem ließen sich die Autos aufgrund der ungeheuer schweren Vorderrädern kaum auf Kurs halten und sie kosteten rund doppelt so viel wie konventionelle Fahrzeuge.
Somit blieb der kommerzielle Erfolg leider aus: Bis Ende 1905 wurden nur 65 elektrische Lohner-Porsche verkauft.Lohner Porsche - Semper Vivus

Makaber
Nachdem sich der Verbrennungsmotor durchsetzte, wurde die Konstruktionen als Irrweg interpretiert.

 


Bilder von Lohner Porsche

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Fotos: © Porsche AG


Video von Lohner Porsche


 

 

 

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