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mit elektrischem Radnabenantrieb war eine
Automobil-Sensation |
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Als am
14. April 1900 die Weltausstellung
in Paris ihre Pforten öffnete,
entdeckten Automobilfreunde als
markanteste Neuheit einen
elektrischen Wagen, den
Lohner-Porsche.
Seine Vorderräder wurden von so
genannten Radnabenmotoren
angetrieben, die der damals
25jährige Ferdinand Porsche als
Cheftechniker in der
k.u.k.-Hofwagen-Fabrik Jakob Lohner
& Co., Wien-Floridsdorf, entwickelt
hatte.
Höchsten Ruhm erntete diese
zukunftsweisende Erfindung im
Zeitalter der Weltraumfahrt: Die
NASA nutzte die Idee des
elektrischen Radnabenmotors, um ihr
Mondfahrzeug damit zum Rollen zu
bringen. Und die Erfindung von
Professor Ferdinand Porsche wird
auch weiterhin angewendet.
Das kanadische
Stromversorgungsunternehmen
Hydro-Quebec zum Beispiel hat ein
Elektroauto vorgestellt, dessen
Antrieb auf der Porsche-Erfindung
beruht. Und auch internationale
Automobilkonzerne setzen bei ihren
Entwicklungsprojekten
emissionsfreier Fahrzeuge auf
Porsches elektrischen Radnabenmotor. |
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Lohner-Porsche Elektromobil |
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"Die epochemachende Neuheit", hieß es in
einem zeitgenössischen Fachblatt, "besteht
in der gänzlichen Beseitigung aller
Zwischengetriebe als Zahnräder, Riemen,
Ketten, Differentiale etc., kurz in der
Herstellung des allerersten bisher
existierenden transmissionslosen Wagens."
Tatsächlich kommt Porsches Radnabenmotor
ohne Getriebe und Antriebswellen aus, weil
das Rad als Rotor des Gleichstrommotors um
den mit der Radaufhängung fest verbundenen
Ständer läuft. Der Antrieb arbeitet daher
ohne mechanische Reibungsverluste mit dem
traumhaften Wirkungsgrad von 83 Prozent. Die
Präsentation auf der Pariser Weltausstellung
machte Porsche über Nacht berühmt, und
Lohner baute rund 300 Exemplare dieser
Fahrzeuge.
Die Motoren des Lohner-Porsche leisteten bis
zu zwanzig Minuten lang je sieben PS,
während die Normalleistung 2,5 PS bei 120
Umdrehungen pro Minute betrug. Ein
44zelliger Akku mit 300 Ampèrestunden und 80
Volt ließ das Auto bis zu 50 Kilometer weit
fahren. Die Minimalgeschwindigkeit betrug
17, die Normalgeschwindigkeit 37 und die
Höchstgeschwindigkeit knapp 50
Stundenkilometer. Eine elektrische Bremse
wirkte auf die Vorder-, eine mechanische
Bandbremse auf die Hinterräder. Sperrklinken
an der Hinterachse verhinderten überdies ein
Zurückrollen an Steigungen. Die
Holzspeichenräder hatten vorn einen
Durchmesser von 650, hinten von 950
Millimeter. Am Gesamtgewicht von einer Tonne
war die Batterie mit immerhin 410 Kilogramm
beteiligt, jedes der motorisierten
Vorderräder mit 115 Kilogramm.
Je nach Aufbau und Motorisierung kostete ein
Lohner-Porsche in den Folgejahren zwischen
10.000 und 35.000 österreichische Kronen und
damit wesentlich mehr als ein vergleichbares
Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Zu den
Käufern gehörte deshalb vor allem die
Prominenz. So fuhren den Lohner-Porsche zum
Beispiel der Wiener Kaffee-Großunternehmer
Julius Meinl, Markgraf Sandor Pallavicini,
Emil Jellinek-Mercedes (Daimler-Repräsentant
in Nizza), die Automobilfirma
Panhard-Levassor in Paris, Fürst Egon von
Fürstenberg, der Schokoladenfabrikant und
Kinopionier Ludwig Stollwerck, der Bankier
Baron Nathan Rothschild oder Fürst Max Egon
von Thurn und Taxis. Zur Beruhigung der
werten Kundschaft soll sich bereits der
Lohner-Porsche durch besondere
Fahrsicherheit ausgezeichnet haben. Wie
ebenfalls die Fachpresse notierte, zeigte
der Wagen "kein Schleudern in scharfen
Kurven oder auf glattem, kotigem Pflaster,
oder zum mindesten nur für Augenblicke, ganz
wie beim Pferdebetrieb, bei welchem das
Schleudern äußerst kurz und nur selten
peinlich fühlbar wird".
| Typisch
für Porsche: Noch im selben Jahr
1900 entwickelte und baute er in
Floridsdorf Rennwagen, die von
seinen Radnabenmotoren angetrieben
werden. In einem Fall wogen allein
die Batterien 1800 Kilogramm. Diesen
Rennwagen, der eine Geschwindigkeit
von 60 Stundenkilometer erreichte,
lieferte Porsche persönlich beim
Kunden ab. Er fuhr ihn nach Luton,
nördlich von London, und übergab ihn
dem Amateurrennfahrer E.W. Hart. |
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Porsche-Bilder:
Lohner-Porsche Elektromobil |
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