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Um mich von diesem Vorfall abzulenken, reise ich nach Detroit. Ich möchte mir die Entwicklung der Heckflossen anschauen, die von keinem anderen Autohersteller so konsequent angewendet wird wie von Cadillac.

Ich habe einen Termin mit Harley Earl, der seit 1928 für das Design bei Cadillac verantwortlich zeichnet. Er gilt auch als Erfinder der Heckflosse und hatte 1953 so ganz nebenbei die Corvette zum Leben erweckt. Cadillac ist in den späten 50ern der Inbegriff für luxuriöses Reisen in den USA. Vor allem die Filmwelt Hollywoods greift immer wieder zum Caddy. Vielleicht treffe ich ja die Monroe.

Cadillac Sixty Two Sedan

(Cadillac Sixty-Two Sedan - Das Ende der 50er Jahre bedeutete die Hochkultur der Heckflügel bei allen Cadillac- Modellen - was den Fahrzeugen den Beinamen Düsenflugzeuge einbrachte.)

Den Termin mit Harley Earl aber habe ich, um etwas zu tun, um das mich die ganze Welt beneiden wird. Da steht er, der Series 62, Sonderlackierung pink. Ich lasse meine Hand über die Chromeinfassung der Fahrertür gleiten und dann nehme ich Platz im legendären pink Cadillac des King of Rock´n Roll. Es ist Elvis Presleys neuer Cadillac, in dem ich sitze. Mit dem 55er Modell führte Cadillac übrigens schlauchlose Reifen ein, die vor zwei Jahren von Dunlop erfunden wurden.

Nach soviel Erlebnissen im Jahr 1955 muss ich mich erst einmal am wenig erholen. Am besten tue ich das, wenn ich mir ein Autorennen anschaue. Also auf nach Portugal und ins Jahr 1959. Der erste Formel 1-Lauf Portugals in Monsanto.

In diesem Jahr wurde übrigens die Konstrukteursweltmeisterschaft eingeführt. Zum Glück regnet es nicht, so das ich das Rennen über 50 Runden genießen kann. Die Pole Position hält Stirling Moss mit seinem Vanwall 57, daneben Mike Hawthorn im Ferrari Dino 246. Start, und sofort nutzt Moss seine Pole Position aus und stürmt davon. Hawthorn dicht dran und schon in Runde zwei passiert es - Hawthron überholt, setzt sich ab, Moss bleibt dran - bis Runde 7, dann wechselt die Führung wieder. Jetzt lässt Moss nichts mehr anbrennen, sollten die Dunlops doch besser sein als die Engleberts, die Ferrari benutzt? Sieg für Moss nach 2 Stunden, 34 Minuten und 21 Sekunden. Die Freude im Vanwall-Lager kennt keine Grenzen. Es wird ihm nichts nutzen, denke ich, denn am Ende der Formel 1 Saison 1958 wird Hawthron Weltmeister werden. Aber immerhin gewinnt Vanwall den ersten Konstrukteurstitel vor Ferrari und Cooper Climax.

Ebenfalls ein Rennwagen ist der Grund für meine nächste Stippvisite, denn ohne den Erfolg des Jaguar Type D, der von 1957 bis 59 die 24 Stunden Rennen von Le Mans beherrschte, wäre das Auto, das ich mir 1961 im britischen Coventry anschaue, Jaguar E-Typewahrscheinlich gar nicht entstanden.

Jaguar E-Type

(Jaguar E-Type - Die schönste Raubkatze der Welt! (Foto: Jaguar))

So aber kann ich mir den von Sir William Lyons geschaffenen E-Type, eines der aufregendsten Automobile, überhaupt, anschauen. Natürlich ist der E-Type I der echte E-Type, um es gleich vorwegzunehmen. Der 3,8 l Sechszylinder verleiht dem Wagen eine ganz andere Dynamik als der spätere 12-Zylinder. Genuss + Geschwindigkeit = Fortschritt, so reduziert sich die Philosophie der schönsten Raubkatze der Welt, mit der es Jaguar gelingt, eine Brücke zwischen den eher schwach motorisierten kleinen Roadstern hin zu den unerschwinglich teuren Luxussportwagen der frühen 60er zu schlagen.

Einmal auf dem europäischen Kontinent; noch schnell ein Sprung ins Jahr 1963 und auf nach Neckarsulm. Dort wird das erste Automobil mit Kreiskolbenmotor gebaut, der NSU Spider. Die Technik ist noch nicht ausgereift, und jeder Käufer eines Spiders wird unfreiwillig zum Testfahrer. Unwiderstehlich die Leistungsausbeute des von Felix Wankel konstruierten Motors. Der 50 PS Spider schafft über 150 Stundenkilometer und setzt auch in Sachen Beschleunigung Maßstäbe gegenüber dem Ottomotor. Wenn er nur nicht so anfällig wäre.

Aber bis zur Vorstellung des NSU Ro 80, der als das berühmteste Wankelauto aus dem Hause NSU angesehen werden darf, haben die Neckarsulmer ja noch vier Jahre Zeit.

NSU Ro 80

(Ro 80 - das berühmteste Wankelauto aus dem Hause NSU)
(By Spurzem - Lothar Spurzem (Own work) [CC BY-SA 2.0 de], via Wikimedia Commons)

Dann allerdings wird ihnen zumindest der Ruhm der Autowelt zuteil, denn mit dem Ro 80 wird NSU nicht nur ein Fahrzeug mit Kreiskolbenmotor vorstellen, sondern auch eine Karosserie und technische Ausstattungen, die ihrer Zeit weit voraus sind - zu weit allerdings für die potentiellen Käufer, denn der Ro 80, eines der innovativsten Fahrzeuge, das je in Deutschland gebaut werden wird, trifft den Nerv der Käufer nicht. Aber ich befinde mich schon wieder einmal auf dem Weg nach Amerika, es gibt etwas zu feiern. Am 16. März 1966 baut General Motors als erster Hersteller der Welt sein 100 millionstes Fahrzeug. Herzlichen Glückwunsch.

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