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Besonders exotisch auf deutschen Straßen die Kabinenroller. Grund genug für mich, dem Aufeinandertreffen des Konstrukteurs Fritz Fend und des Erfinders des Düsenjägers, Willy Messerschmidt zuzuschauen. Fend, einst Flugzeugingenieur in den Messerschmidt Werken, suchte wie sein ehemaliger Arbeitgeber nach neuen Betätigungsfeldern. Die Produktion von Flugzeugen war den Deutschen verboten, also ein Gefährt für die Straße. Fend hatte bereits einige Erfahrungen gesammelt, seit 1946 montierte er aus alten Fahrzeugteilen ein dreirädriges Tretmobil für Kriegsversehrte, das später von einem kleinen Motorradmotor angetrieben wurde. Jetzt 1953, wird daraus der Kabinenroller KR 175. Zwei hintereinander sitzende Personen können in diesem Vehikel mehr oder weniger bequem trockenen Hauptes reisen.

Volkswagen knackt die erste Millionen

(Am 5. August 1955 wurde der millionste Käfer gebaut. Wie kaum ein zweites Produkt symbolisierte er das Wirtschaftswunder der Nachkriegsjahre im Westen Deutschlands. (Foto: VW))

Der wahre Sieger des Weltwirtschaftswunders aber ist der VW Käfer. Ich befinde mich in Wolfsburg 1955, der millionste Käfer verlässt das Werk. Er ist der Wunsch der meisten nach Mobilität strebenden Deutschen, ein echtes Auto für die ganze Familie samt Gepäck. Der Werbeslogan "er läuft, und läuft und läuft" wird kreiert und die Deutschen kaufen, und kaufen und kaufen.

BMW 502 V8

(BMW 502: Im Katalog steht über die letzten Barockengel folgende Bemerkungen:„So eindrucksvoll wie die Leistung, sind aber auch Laufruhe, Ausgeglichenheit und Elastizität der Achtzylindermotoren. Foto: BMW)

Doch nicht nur die Grundmobilisierung funktioniert wieder. Auch die Besserverdienenden wollen mobil sein. Bereits 1954 hatten BMW mit dem Barockengel, dem 502 und Mercedes mit dem 300 SL gezeigt, dass auch feinster Automobilbau in Deutschland wieder möglich ist.

Mercedes Benz 300 SL

(Der Mercedes-Benz 300 SL Flügeltürer basiert auf dem im Rennsport zu Anfang der 50er Jahre überaus erfolgreichen 300 SL (Foto: Mercedes-Benz)

1953 hatte Porsche den 550 Spyder auf dem Pariser Autosalon vorgestellt. Ein als unverkäuflicher Rennwagen geplantes Modell, das allerdings auf so viel Zuspruch traf, das 135 Stück dieses Autos gebaut und verkauft wurden. Ich reise wieder einmal nach Amerika und bin unterwegs, um ein trauriges Kapitel eines der fünf in die Staaten gelieferten Spyders zu erleben. Wir schreiben den 30. September 1955. Einer von fünf Porsche 550 Spyder, die John von Neumann, Besitzer des Autohauses Competition Motors in Hollywood importiert hat, war vor 4 Wochen an den "Little Bastard" ausgeliefert worden. Hinter diesem Spitznamen verbirgt sich die Filmlegende James Dean, der nicht nur die Frauenwelt der 50er Jahre zum Schmachten bringt, sondern auch ein begeisterter Rennsportfahrer ist. Dean ist bekennender Porsche Fan.

Porsche 550 Spyder 

(Den Vierzylinder- Fuhrmann- Motor, mit vier obenliegenden Nockenwellen und zwei Doppelfallstromvergasern, zeichneten zwischen 1954 und 1965 alle Eigenschaften aus, die zu einem guten Sportmotor gehörten: viel Power, drehfreudig und ein sonorer Klang. (Foto: Porsche))

Für seinen 550er gibt er seinen alten Porsche in Zahlung und befindet sich gerade in der Vorbereitung auf ein am 1. Oktober 19055 im kalifornischen Salinas stattfindenden Autorennen. Ich tausche für ein Stück des Weges den Platz mit seinem Monteur, dem Deutschen Rolf Wütherich und lasse mich von dem Filmidol auf dem Highway nördlich von Los Angeles chauffieren. Was würden wohl viele Fans jetzt für meinen Platz geben, denke ich, mich neben dem ausgezeichneten Fahrer Dean dem Fahrtwind hingebend.

Da ich jedoch weiß, dass es für das morgige Rennen noch Abstimmungen zwischen Dean und Wütherich geben wird, steige ich um in das Begleitfahrzeug und unterhalte mich ein wenig mit seinem Dialogcoach Bill Hickman über die Dreharbeiten zu Giganten, der gerade abgedreht worden ist und im kommenden Jahr in die Kinos kommen wird. Es dämmert schon, und im Gegensatz zum Porsche vor uns fährt Hickman bereits mit Licht. Der Highway ist frei, Dean vor uns fährt behaglich etwa 60 Meilen schnell, als es plötzlich und unvermittelt passiert. Ein entgegenkommender Ford biegt unvermittelt nach links ab - ja sieht der uns denn nicht ? Der Porsche vor uns hat keine Chance - frontal trifft Dean den Ford, der Porsche schleudert von der Fahrbahn und landet abrupt im Straßengraben. Wir schaffen es gerade noch zu bremsen, laufen zum verunglückten Fahrzeug. Keine Regung bei Dean und Wütherich. Mit Schrecken stellen wir fest, dass für James Dean jede Hilfe zu spät kommen wird. Er hat sich beim Aufprall das Genick gebrochen. Wütherich ist schwer verletzt, der Fahrer des Fords, Donald Turnupseed, steht unter Schock. Ich auch - aber eingreifen oder helfen kann ich hier nicht mehr und so verlasse ich den Ort des Unfalls.

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