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BMW Isetta - Mit der Knutschkugel ins Wirtschaftswunder

Die BMW Isetta ist ein Rollermobil des Unternehmens BMW der 1950er Jahre. Sie feierte am 5. März 2005 ihren 50. Geburtstag. Die Isetta wurde im Volksmund auch Asphaltblase und Knutschkugel genannt. Wegen der ungewöhnlichen Türkonstruktion hatte sie noch weiter Spitznamen wie zum Beispiel Halleluja-Auto und Advents-Auto.

BMW Isetta Standart

 

1954 - Italien

Renzo Rivolta, der Firmenchef des Motorradherstellers Iso Rivolta, baute ein Rollermobil in ungewöhnlicher Form : Die im Jahre 1954 vorgestellte ISO-Isetta. Die Fronttür klappte man wie bei einem Kühlschrank auf. Das Lenkrad schwenkte mit der Fronttür nach vorn und zur Seite, und stellte so einen guten Einstieg in einen für zwei Personen ausreichenden Innenraum zur Verfügung.

 

Deutschland

Die Isetta wurde vom BMW auf dem Turiner Autosalon als eine neue Chance entdeckt. Nachdem BMW mit Iso handelseinig wurde, wurde eine Isetta ins Werk geholt und ihre Konstruktion optimiert.

Die Isetta erhielt einen Einzylindermotor von BMW und darüber hinaus hatte sie im Gegensatz zum dreirädrigen Original zwei Hinterräder. Die konstruktiven Modifizierungen sollten sich als Erfolg erweisen.

Sie wurde am 5. März 1955 der Öffentlichkeit zu einem Preis von 2.580 DM präsentiert. Die einfache Bauweise der Isetta brachte dem BMW Erfolg. 161.728 Motocoupés wurden zwischen 1955 und 1962 verkauft. Diese Zahl hat nur das Goggomobil der Firma Glas aus Dingolfing übertroffen. Dieser Erfolg der Isetta bereitete den Boden für Entwicklung von neuen Mittelklasse-Modellen, die dann als BMW 1500 usw. heraustraten. Ohne den Erfolg der Isetta würde es BMW vermutlich nicht mehr geben.

 

Geschichte

Die Standardversion der Isetta wurde in den ersten beiden Jahren und noch eine kurze Zeit nach Baubeginn der Export-Isetta hergestellt. Ab 1957 erschien die Exportversion auf dem Markt, die nicht für den Export allein produziert wurde. Unterschiede gab es insbesondere bei der Schiebefensterkonstruktion an den Seiten (bei der Standartversion wurden kuppelförmige, feststehende Seitenscheiben mit kleinen Dreiecksfenstern zum Öffnen verwendet) und bei der kleineren Sicherheitsglas-Heckscheibe (bei der Standart-Isetta wurden kuppelförmige Plexiglas-Panorama-Heckscheibe verwendet). Statt bei der Standard-Isetta verwendete Reibungsdämpfer hatte die Exportversion hydraulische Stoßdämpfer auch an der Vorderachse.

BMW Isetta Standart und Export

Iso gab dem BMW das Recht zum Export nach Skandinavien, Österreich und in die Schweiz. Die Benelux-Staaten, Spanien und Frankreich wurden von einem spanischen (baugleich mit Iso Italien) bzw. einem französischen Lizenznehmer von Iso (der die VELAM-Isetta als selbsttragende Konstruktion entwickelte) beliefert. In Brighton entstand noch ein Lizenzbau der BMW-Isetta als „Isetta of Great Britain“, der auch Rechtslenkerversionen und Dreiradversionen regulär zur Verfügung stellten, darüber hinaus wurde von Brighton den skandinavischen Markt, Australien und Neuseeland beliefert.

Ab 1956 anfangs wurde in Brasilien die ROMI-Isetta als Lizenzbau direkt von Iso Italien, ab 1959 dann in der BMW-Form in direkter Lizenz von BMW hergestellt. Auch auf den Exportmärkten hatte die Isetta Erfolg. Zum Beispiel war es ein US-Modell mit größeren Rückleuchten und vergrößerten Sealed-Beam-Scheinwerfern sowie ein Tropenmodell mit regulierbarem Lufteinlass durch die Fronttür erhältlich. Die Isetta gab es auch in einer Cabrio-Variante. Bei dieser Version konnte anstelle der Plexiglasscheibe der Standardversion ein Faltverdeck heruntergeklappt werden. Die Cabrio-Variante der Export-Isetta verfügte dann über eine im hinteren Teil verkürzte und modifizierte Blechdachkonstruktion für das gleich groß gebliebene Heck-Faltverdeck. Das Pick-Up-Modell, das aus der Cabrio-Isetta abgeleitet wurde (anstelle des Heck-Verdecks ein einsetzbarer Lastenaufbau) erschien auf dem Markt aber nicht.

1957: In diesem Jahr stellte sich eine viersitzige Variante als BMW 600 vor. Diese hatte zusätzlich zur Fronttür eine Seitentür rechts und eine Rücksitzbank. In der Fronttür befand sich auch das Reserverad. Der BMW 600 hatte einen Zweizylinder-Boxer-Motor mit 585 cm³ und eine Leistung von 19,5PS. Die Hinterachse, die mit knapp normaler Spurbreite als Schräglenker-Achse ausgebildet war, verlieh dem Auto eine hervorragende Straßenlage. Auch die Motorisierung des 600er BMW erfolgte wieder in gleicher Art mit einem umkonstruierten Motorradmotor aus dem Modell BMW R 60. Während der ganzen Baujahre stand bei der Isetta in erster Linie der Abbau von Schwachstellen und die Fertigungserleichterung im Mittelpunkt. Die wichtigen Elemente blieben aber die ganzen Jahre über unverändert.

1962: In diesem Jahr wurde die Fertigung der BMW-Isetta eingestellt. Insgesamt wurden 161.728 Exemplare des Motocoupés gebaut.

 

Beschreibung der BMW-Isetta

Der Einzylinder-Viertakt-Motor wurde anfänglich mit 12 PS (250 cm³), später dann auch mit 300 cm³ mit 13 PS angeboten. Die Isetta hatte einen Rückwärtsgang und vier Vorwärtsgänge. Wegen der kleinen Spurbreite der Hinterachse von nur 50cm war es möglich, eine starre Hinterachswelle zu verwenden und das Differenzial einzusparen. Bei der Isetta und beim BMW 600 konnten Fahrgestell und Karosserie voneinander getrennt werden.

Der Innenraum der Isetta wurde mit einer durchgehenden Sitzbank ausgestattet. An der linken Außenwand sind Schalthebel, Handbremse (ab 1956) und Betätigungshebel für Choke und später auch für die Heizung zu finden. Zwischen der Tür und der wegklappbaren Lenksäule gibt es noch ein kleines Armaturenbrett. In den ersten beiden Baujahren wurde eine Heizung nicht serienmäßig angeboten. Die Innenverkleidungen setzen sich aus bedruckter Pappe zusammen. Der Tank der Isetta kann 13 Liter Benzin fassen, davon 3 Liter Reserve je umstellbarem Benzinhahn. Dies genügt für bis zu 400 Kilometer Fahrt. Bei entsprechender Fahrweise oder verschlissenen Kolbenringen, konnte der Verbrauch bis zu 5 Liter je 100 km ansteigen.

 

Die Isetta heutzutage

Heutzutage bezeichnet sich die Isetta als ein Publikumsliebling, als Sympathieträger der Marke BMW und als ein zeithistorisch interessantes Stück Automobilgeschichte.
Von der englischen Firma Tri-Tech, dem ursprünglichen Lieferanten von Ersatzteilen, wird noch heute ein Isetta-Nachbau unter dem Namen „Zetta“ vertrieben, der als Bausatz (2650 engl. Pfund) oder auch fertig zusammengebaut (ab 9450 engl. Pfund) erhältlich ist.
Ein Modell der BMW Isetta steht im Haus der Geschichte, in Bonn.

 

Technische Daten vom BMW Isetta:

Motor: 1 Zylinder 4 Takt Motor
Hubraum: 247 ccm
Getriebe: 4 Gang + R
Leistung: 12 PS
Vmax: 85 km/h
      
Abmessungen:
Länge: 2850 mm
Breite: 1380 mm
Höhe: 1340 mm
Gewicht: 350 kg

Baujahr: 1955 - 1962
Stückzahl: 161.728
Neupreis: (bei Markteinführung) 2.580 DM

 

Bilder vom BMW Isetta:

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Foto © BMW AG


Videos vom BMW Isetta:


 

 

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