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Wiking
in Berlin ist ein bekannter Hersteller von
Kunststoff-Modellautos, hauptsächlich im Maßstab 1:87
(entspricht der Nenngröße H0 („Halb-Null“)), als Zubehör
für Modelleisenbahnen (Trix, Märklin, Fleischmann, Roco)
und für Sammler eines Spezialgebiets. Seit 1984 gehört
die Firma Wiking zur Sieper-Gruppe.
Wiking startete bereits in den 1930er Jahren mit dem Bau
von Wasserlinien-Schiffsmodellen (Kriegs- und
Handelsschiffe) aus Blei/Metall im Maßstab 1:1250. In
der Zeit während des 2. Weltkrieges dienten die
Schiffsmodelle, wie auch die neu geschaffenen Flugzeug-
(ab 1934/35) und Wehrmachtsmodelle (ab 1937/38) im
Maßstab 1:200 als Erkennungs- bzw. Sandkastenmodelle des
Militärs. 1938 wurden die Flugzeuge komplett und einige
wenige Schiffe auf Kunststoff umgestellt. Auf der Basis
der Wehrmachtsmodelle aus Metall wurde auch die erste
Verkehrsmodellserie geschaffen, die dann aber aufgrund
des Kriegsausbruches eingestellt wurde (Ausbau der
Erkennungsmodelle). Der Verkauf an den Spielwarenhandel
ging im Laufe des Krieges immer mehr zurück. Da der
Betrieb kriegswichtig war, beschäftigte er auch
Zwangsarbeiter.
Nach dem Krieg gab es kurzzeitig Figuren um die Arche
Noah, Versuche mit Tonmodellen und anderes mehr, bevor
in den Automodellen eine Zukunft gesehen wurde. Um
überhaupt etwas produzieren zu können, wurden zuerst
Kämme und Knöpfe aus Kunststoff hergestellt. Ferner
wurde die Berliner Luftbrücke 1948/49 mit einer kleinen
Serie von fünf Flugzeug- und zwei Fahrzeugmodellen im
Maßstab 1:400 begleitet.
| Modellautos von
Wiking |
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New Beetle
Modellauto von Wiking |
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Audi Q7
Modellauto von Wiking |
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Mercedes-Benz Actros
Modellauto von Wiking |
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Fendt 936 Vario
Modellauto von Wiking |
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Ab 1947 begann man zunächst mit Automodellen, die zum
Teil nur aus einem Formteil bestanden, von unten hohl
und deren Fenster teilweise bemalt waren (Maßstab
1:100).
Die Achsen bestanden aus Draht mit flach gekniffenen
Enden; sie waren in den noch heißen Kunststoff
gequetscht und nicht beweglich, lediglich die Räder
rollten auf den Achsen. Diese frühen Versionen werden
von Sammlern auch „Knips-/Draht-/Quetschachser“ genannt.
Später bekamen die Modelle eine Bodenplatte und
mitrollende Achsen (Maßstab 1:90), genannt „unverglaste
Modelle / Rollachser“. Seit Ende der 1950er Jahre gibt
es die „Verglasten“ mit Fenstern aus transparentem
Kunststoff. Inneneinrichtungen vervollständigen seit den
1960ern das Bild. Heute kommen teilweise Originallacke
der Automobilhersteller zum Einsatz. Der Maßstab wurde
inzwischen auf 1:87 (H0) angepasst.
Die Wasserlinien-Schiffsmodelle produzierte man von
1949/50 an wieder, später zum Teil auch modifiziert als
Veteranenserie. Etwa 1974/75 wurde diese Produktlinie
eingestellt.
Durch die so genannte „Silberserie“ wurde in den 1960ern
versucht, nochmals Flugzeugmodelle in 1:200 zu
verkaufen, jedoch ohne wirtschaftlichen Erfolg.
1981 starb der Firmengründer Friedrich Karl Peltzer im
Alter von 78 Jahren (* 5. Februar 1903; † 20. November
1981). Manche Sammler halten diesen Zeitpunkt für das
Ende einer Ära (der Zeit der stilisierten Modelle, der
Darstellung des Wesentlichen). 1982 wurde die
Außenstelle Kiel geschlossen, in der o. g. Schiffs- und
auch Sondermodelle (größere Maßstäbe, Werbeaufträge)
gefertigt wurden. Die Zweigstelle Buer, als Vorläufer
von Kiel, war bereits 1953 aufgegeben worden. Im Jahre
1984 erfolgte der Verkauf an die Sieper-Gruppe (Siku).
1986 fand der Umzug vom alten Stammhaus „Unter den
Eichen 101“, wo man seit 1936 ansässig war, in die
„Industriestraße 1-3“ statt. Begonnen hatte man 1932 in
der Dahlemer Straße. Seit 1995 werden Modelle in Polen
montiert, 1999 kam China als Fertigungsstätte hinzu. Die
heutigen Modelle entstammen einer anderen Philosophie
und haben sich dem Zeitgeschmack, den Marktgesetzen und
den Mitbewerbern, wie Herpa, Brekina etc. angepasst (von
Peltzer geprägter Begriff: „Sklavischer Nachbau“). |
Seit den 1970er Jahren sind ältere Wiking-Modelle
gesuchte Sammlerstücke, die eine Vielzahl von Sammlern,
überwiegend Männer im Alter von 35-60 Jahren,
begeistern. Wiking wird als Sammelgebiet in einem
Atemzug mit Märklin-Metallspielzeug, Steiff oder
Käthe-Kruse-Puppen genannt und findet als Sammelgebiet
häufig Beachtung in überregionalen Fernseh- oder
Zeitungsberichten.
Das teuerste jemals gehandelte Wiking-Auto ist ein
maigrüner Mercedes-Tankwagen, der 1962 für die Firma
Thyssen als Werbemodell produziert wurde. Auf der
regelmäßig in Köln stattfindenden Wiking-Auktion
erzielte das Fahrzeug 10.100 Euro im Juni 2006. Eine
Dekorationsplatte mit elf Schiffsmodellen hat sechs
Jahre zuvor 8272 Euro erzielt.
Nicht vergessen werden sollten auch die ab 1969
produzierten Spur-N-Modelle, die auch einen
Liebhaberkreis, nicht nur unter Modelleisenbahnern,
haben. |
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