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Home / Autoenzyklopädie / Faszination Modellautos / Hersteller / Wiking
 
 
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 James Steidl - Fotolia.com

 
     
 

Wiking

 
WikingWiking in Berlin ist ein bekannter Hersteller von Kunststoff-Modellautos, hauptsächlich im Maßstab 1:87 (entspricht der Nenngröße H0 („Halb-Null“)), als Zubehör für Modelleisenbahnen (Trix, Märklin, Fleischmann, Roco) und für Sammler eines Spezialgebiets. Seit 1984 gehört die Firma Wiking zur Sieper-Gruppe.

Wiking startete bereits in den 1930er Jahren mit dem Bau von Wasserlinien-Schiffsmodellen (Kriegs- und Handelsschiffe) aus Blei/Metall im Maßstab 1:1250. In der Zeit während des 2. Weltkrieges dienten die Schiffsmodelle, wie auch die neu geschaffenen Flugzeug- (ab 1934/35) und Wehrmachtsmodelle (ab 1937/38) im Maßstab 1:200 als Erkennungs- bzw. Sandkastenmodelle des Militärs. 1938 wurden die Flugzeuge komplett und einige wenige Schiffe auf Kunststoff umgestellt. Auf der Basis der Wehrmachtsmodelle aus Metall wurde auch die erste Verkehrsmodellserie geschaffen, die dann aber aufgrund des Kriegsausbruches eingestellt wurde (Ausbau der Erkennungsmodelle). Der Verkauf an den Spielwarenhandel ging im Laufe des Krieges immer mehr zurück. Da der Betrieb kriegswichtig war, beschäftigte er auch Zwangsarbeiter.

Nach dem Krieg gab es kurzzeitig Figuren um die Arche Noah, Versuche mit Tonmodellen und anderes mehr, bevor in den Automodellen eine Zukunft gesehen wurde. Um überhaupt etwas produzieren zu können, wurden zuerst Kämme und Knöpfe aus Kunststoff hergestellt. Ferner wurde die Berliner Luftbrücke 1948/49 mit einer kleinen Serie von fünf Flugzeug- und zwei Fahrzeugmodellen im Maßstab 1:400 begleitet.

 
Modellautos von Wiking
 
 
New Beetle
New Beetle
Modellauto von Wiking
 
 
 
Audi Q7
Audi Q7
Modellauto von Wiking
 
 
 
Mercedes-Benz Actros
Mercedes-Benz Actros
Modellauto von Wiking
 
 
 
Fendt 936 Vario
Fendt 936 Vario
Modellauto von Wiking
 
 
Ab 1947 begann man zunächst mit Automodellen, die zum Teil nur aus einem Formteil bestanden, von unten hohl und deren Fenster teilweise bemalt waren (Maßstab 1:100).

Die Achsen bestanden aus Draht mit flach gekniffenen Enden; sie waren in den noch heißen Kunststoff gequetscht und nicht beweglich, lediglich die Räder rollten auf den Achsen. Diese frühen Versionen werden von Sammlern auch „Knips-/Draht-/Quetschachser“ genannt. Später bekamen die Modelle eine Bodenplatte und mitrollende Achsen (Maßstab 1:90), genannt „unverglaste Modelle / Rollachser“. Seit Ende der 1950er Jahre gibt es die „Verglasten“ mit Fenstern aus transparentem Kunststoff. Inneneinrichtungen vervollständigen seit den 1960ern das Bild. Heute kommen teilweise Originallacke der Automobilhersteller zum Einsatz. Der Maßstab wurde inzwischen auf 1:87 (H0) angepasst.

Die Wasserlinien-Schiffsmodelle produzierte man von 1949/50 an wieder, später zum Teil auch modifiziert als Veteranenserie. Etwa 1974/75 wurde diese Produktlinie eingestellt.

Durch die so genannte „Silberserie“ wurde in den 1960ern versucht, nochmals Flugzeugmodelle in 1:200 zu verkaufen, jedoch ohne wirtschaftlichen Erfolg.

1981 starb der Firmengründer Friedrich Karl Peltzer im Alter von 78 Jahren (* 5. Februar 1903; † 20. November 1981). Manche Sammler halten diesen Zeitpunkt für das Ende einer Ära (der Zeit der stilisierten Modelle, der Darstellung des Wesentlichen). 1982 wurde die Außenstelle Kiel geschlossen, in der o. g. Schiffs- und auch Sondermodelle (größere Maßstäbe, Werbeaufträge) gefertigt wurden. Die Zweigstelle Buer, als Vorläufer von Kiel, war bereits 1953 aufgegeben worden. Im Jahre 1984 erfolgte der Verkauf an die Sieper-Gruppe (Siku). 1986 fand der Umzug vom alten Stammhaus „Unter den Eichen 101“, wo man seit 1936 ansässig war, in die „Industriestraße 1-3“ statt. Begonnen hatte man 1932 in der Dahlemer Straße. Seit 1995 werden Modelle in Polen montiert, 1999 kam China als Fertigungsstätte hinzu. Die heutigen Modelle entstammen einer anderen Philosophie und haben sich dem Zeitgeschmack, den Marktgesetzen und den Mitbewerbern, wie Herpa, Brekina etc. angepasst (von Peltzer geprägter Begriff: „Sklavischer Nachbau“).

Seit den 1970er Jahren sind ältere Wiking-Modelle gesuchte Sammlerstücke, die eine Vielzahl von Sammlern, überwiegend Männer im Alter von 35-60 Jahren, begeistern. Wiking wird als Sammelgebiet in einem Atemzug mit Märklin-Metallspielzeug, Steiff oder Käthe-Kruse-Puppen genannt und findet als Sammelgebiet häufig Beachtung in überregionalen Fernseh- oder Zeitungsberichten.

Das teuerste jemals gehandelte Wiking-Auto ist ein maigrüner Mercedes-Tankwagen, der 1962 für die Firma Thyssen als Werbemodell produziert wurde. Auf der regelmäßig in Köln stattfindenden Wiking-Auktion erzielte das Fahrzeug 10.100 Euro im Juni 2006. Eine Dekorationsplatte mit elf Schiffsmodellen hat sechs Jahre zuvor 8272 Euro erzielt.

Nicht vergessen werden sollten auch die ab 1969 produzierten Spur-N-Modelle, die auch einen Liebhaberkreis, nicht nur unter Modelleisenbahnern, haben.
 
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