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Die Vorgeschichte:
Begonnen
hat es einst im Mai 1973. Damals, als der erste
Passat erschien, mochte niemand die Erfolgsstory
vorhersehen.
Alle Zeichen standen auf Alarm. Die Erdöl-Krise
kündigte sich an. In Wolfsburg war eine Krise
anderer Art unübersehbar - zu lange hatte sich
Volkswagen auf den Heckantrieb mit luftgekühltem
Boxermotor verlassen. Die Fahrzeuge waren robust,
doch liefen sie der technischen Entwicklung
hinterher und waren für eine kostengünstige
Produktion zu aufwendig. Die Konstruktion mußte
einfacher, das Produkt moderner und attraktiver
werden.
Unter dem Vorsitz von Kurt Lotz war das Problem
erkannt. Volkswagen warf den aus der Erbmasse der
schwäbischen Firma NSU (1969 fusionierte die "Auto
Union GmbH" mit der "NSU Motorenwerke AG" zur
späteren "Audi AG") überkommenen
K 70 ins Rennen - als erstes Modell mit
wassergekühltem Motor und Frontantrieb. Zugleich
wurde an einer eigenen Entwicklung gearbeitet.
Entwicklungsauftrag EA 272 lautet das Stichwort für
einen Prototypen, der im Wolfsburger Auto Museum
aufbewahrt wird und schon bemerkenswerte Züge des
späteren Passat zeigt.
Allerdings kam die Arbeit schleppend voran. Rudolf
Leiding war neu auf den Wolfsburger Chefsessel
berufen und brachte eine schnelle Lösung. Er hatte
die Volkswagen do Brasil geleitet und war dort
aufgefallen mit eigenwilligen Autos, die aus dem
luftgekühlten Wolfsburger Programm gegriffen und neu
zugeschnitten wurden. Kurzfristig hatte er auch dem
Wolfsburger Tochter-Unternehmen Audi in Ingolstadt
vorgestanden, wo ebenfalls ein schneller
Programm-Wechsel zum Überleben erforderlich war.
Audi besaß bereits eine Problemlösung, den ersten
Audi 80.
Leiding entschied kurzerhand, das Modell für
Volkswagen zu übernehmen. In wenigen Wochen wurde,
bezeichnet mit dem Entwicklungsauftrag EA 400, eine
Anpassung betrieben, die das Ingolstädter Stufenheck
zum Wolfsburger Fließheck wandelte. Damit konnte
Volkswagen an die Fließheck-Linie anknüpfen, an die
die Kundschaft mit den vorausgegangen
Heckmotor-Wagen gewöhnt war. Nichts schien in jenen
Krisenjahren riskanter als ein abrupter Wechsel zu
einem völlig anders gearteten, neuen Fahrzeugmodell.
Umso überraschender dann der Erfolg des neuen
Wagens! Ende Mai 1973 platzte Volkswagen in einer
schleunigst in Zürich anberaumten internationalen
Pressekonferenz mit dem Modell Passat heraus. Der
Name war den östlichen Passat-Winden entlehnt, die
in äquatorialen Breiten wegen ihrer Beständigkeit
seit Columbus und der frühen Neuzeit von Bedeutung
für Seefahrt und Flugverkehr sind.
Dieser erste Passat war ein leichter und kantiger
Wagen mit hoher Transportleistung. Selbsttragende
Karosserie mit Platz für fünf Personen. Zierleisten
im Geschmack der Zeit. Vorn längs eingebaute und
wassergekühlte Reihen-Vierzylinder mit
Viergang-Getriebe und Frontantrieb, hinten ein für
Volkswagen-Kunden ungewöhnlich großen Kofferraum mit
kleiner Klappe unterhalb des Heckfensters. Dazu ein
Fahrwerk mit Starrachse hinten und Federbeinen vorn.
Die Starachse mit ihren Schraubfedern und Dämpfern,
an Längslenkern geführt und mit einer Schrägstrebe
gegen seitliches Versetzen gesichert, war eine
leichtgewichtige Konstruktion mit guten
Eigenschaften: Sie hielt das Auto sauber in der
Spur.
Hinzu kam die segensreiche Wirkung des
Frontantriebs. Der Motor vorn, folglich eine
Verlagerung des Fahrzeug-Schwerpunktes nach vorn,
führte zu gut beherrschbarem untersteuernden
Fahrverhalten, das dem Heckmotor-Volkswagen angenehm
überlegen war.
Zum Geradeauslauf trug eine Neuerung bei - der
negative Lenkrollradius der Vorderräder. Audi hatte
ihn entdeckt, Volkswagen zog mit. Volkswagen-Käufer
erlebten eine neue Dimension der Fahrsicherheit. Der
erste Passat, heute ein anrührend altmodisches Auto,
wurde sofort zu Schlager, kletterte im ersten vollen
Verkaufsjahr 1974 mit 133.000 Exemplaren auf Platz 1
unter den in Deutschland angebotenen Autos und
erreichte im Verlauf der siebenjährigen Produktion
bis 1980 eine Stückzahl von nahezu 2,6 Millionen.
Wolfsburg gewann eine neue Modell-Linie und hatte
die Krise überwunden.
Dazu trug die moderate Preisgestaltung bei. Der
Passat kostete in der einfachsten Ausführung
zunächst knapp 8.500 DM und war damit nicht teurer
als der bis dahin beliebte Heckmotor-Wagen VW 1600
Variant, der aus Vorsicht wie aus
fertigungstechnischen Gründen noch eine Weile
weiterlief. Er fiel erst weg, als Volkswagen im
Herbst 1973, gut ein halbes Jahr nach der ersten
Passat-Limousine, auch einen Passat Variant in die
Produktion gab und sich damit deutlich aus der
Audi-Verwandtschaft löste. Mit dem Variant war dem
immanenten Bedürfnis der Volkswagen-Käufer nach
einem für jeden Transportzweck tauglichen
Familienauto Rechnung getragen worden.
Nun gab es den Passat als zweitürige oder
viertürige Limousine und als Kombiwagen mit fünf
Türen und 500 kg Zuladung, und schon zeichnete sich
die ganze Baureihe ab. Drei
Vierzylinder-Benzinmotoren standen zur Verfügung:
eine 1,3-Liter-Maschine mit 40 kW/50 PS und
zwei 1,5-Liter-Motoren, der eine bot 55 kW/75 PS,
der andere brachte es mit Registervergaser auf 62
kW/85 PS und erreichte 170 km/h.
Damit zählten die Passat-Fahrer schon vor 30 Jahren
zur schnellen Truppe und hätten zweifellos noch mehr
Freude an ihren Fahrzeugen gehabt, wäre die
Verklebung der Blechfalze schon erfunden worden. Es
gab Rost. Eine Modellpflege war erforderlich. Der
Korrosionsschutz wurde verbessert. Neue gewichtigere
Stoßfänger verliegen der feingliederigen
Passat-Silhouette ein markanteres Aussehen. Ein
dreistufiges Automatikgetriebe kam ins Angebot. Auch
beflügelte ein Einspritz-Triebwerk mit 81 kW/110 PS
den Passat GLI. Die Limousinen erhielten alternativ
große Heckklappen und wurden damit zur Konkurrenz
für den Variant. Dieser übrigens, entgegen
verbreitetem Irrtum, stellte nicht den Löwenanteil
unter den Verkäufen, sondern mit 500.000 Stück unter
rund 2,6 Millionen des ersten Passat lediglich ein
knappes Fünftel.
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| Motor: |
4 Zylinder
Reihenmotor |
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| Hubraum: |
1500 ccm |
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| Getriebe: |
4 Gang +
Rückwärtsgang |
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| Kraftübertragung: |
Frontantrieb |
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| Leistung: |
55 kW/75 PS |
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| Drehmoment: |
n.a. |
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| Vmax: |
165 km/h |
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| 0-100 km/h: |
n.a. |
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Abmessungen: |
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| Länge: |
n.a. |
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Breite: |
n.a. |
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Höhe: |
n.a. |
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| Gewicht: |
n.a. |
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| Baujahr: |
1973 |
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Auto-Bilder:VW Passat LS Typ 32 |
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