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Kaum ein Sportwagen
erregte mehr Aufsehen als der Renault Alpine 110, der
als Berlinette 1959 erstmals der Welt vorgestellt wurde.
Der A 110 ist ein konsequent entwickelter Sportwagen,
der praktische Aspekte in den Hintergrund stellt und
rein auf das schnelle Fahren ausgerichtet ist. Schöpfer
dieses nur 113 cm hohen Leichtgewichtes (ab 545 kg) ist
der Franzose Jean Redele. Mit 24 Jahren übernahm er 1946
die Renault Werkstatt seines Vaters und begann mit dem
Umbau von Renault - Automobilen für den
Straßenrennsport. 1954 wurde erstmals eines seiner
Fahrzeuge mit dem Namenszusatz Alpine versehen - es
handelte sich um einen A 106 mit 42 PS. Den Namen Alpine
wählte Redele in Erinnerung an seinen Sieg im
Alpenpokal.
1960 gründete Redele die
Firma RDL, welche die Herstellung und den Vertrieb von
Alpine-Automobilen abwickelte. Zu diesem Zeitpunkt war
der A 110 gerade unter großer Beachtung auf dem Pariser
Autosalon vorgestellt worden.
Der A 110 basiert auf dem
Serienmodell Renault 8. Der 1300er Motor entstammt dem
1100 Major Gordini - der größere Hubraum entstand durch
Aufbohrung von 70 auf 75,7 mm. Die im Gordini verbauten
Weber- Doppelvergaser blieben unberührt - eine scharfe
Nockenwelle sorgte neben der Aerodynamik und dem
geringen Gewicht des Fahrzeuges für Fahrleistungen weit
jenseits der 200 km/h Grenze und stellte damit den
Renault Alpine von den Fahrleistungen her ganz weit oben
auf das Siegertreppchen der damals auf unseren Straßen
zugelassenen Sportwagen. Zwei abgespeckte Versionen -
einen 1100er mit 95 PS und einen zahmen, mit aus dem
Major stammenden 66 PS Motor - richteten sich an die
etwas weniger leistungsorientierten Sportwagenfreunde.
Die Spitze markierte 1971 der 1600er, der einen
modifizierten Renault 16 TS-Motor als Antriebsaggregat
erhielt. Dieser leistete 138 SAE-PS und war in der
Straßenversion gut 215 km/h schnell.
Redeles Verbundenheit zum
Motorsport wird deutlich, wenn man sich im A 110 ins
Cockpit schwingt. Alle Bedienungselemente sind direkt um
das Lenkrad herum positioniert - Ausnahme- Heizung und
Zusatzscheinwerfer. Diese liegen so weit auf der
Beifahrerseite, dass man den Anschein hat, ein Pilot
eines A 110 müsse sich mit solchen Funktionen gar nicht
erst beschäftigen. Bis 1966 wurde der A 110 mit einem
Vierganggetriebe ausgestattet - dann folgte der Wechsel
auf ein Fünfganggetriebe, was der Fahrdynamik sehr zu
Gute kam.
Der A 110 ist eine reine
Fahrmaschine, die auf Komfort nahezu vollständig
verzichtet. Ebenso geht der Wagen mit Stauraum um - das
Heck füllt der Motor, im Bug sitzen Reserverad, Tank und
Kühler. Auch an den Fahrer stellt der Alpine ganz klare
Anforderungen - ab 1,85 m stößt man an den Dachhimmel
und über Schuhgröße 43 wird das Auskuppeln zur
Akrobatik.
Insgesamt 7176 Einheiten
wurden in 17 Baujahren vom A 110 in den verschiedenen
Ausführungen insgesamt gebaut. Nachfolger wurde der
A 310 - der allerdings - schon rein optisch - nie
das Flair des 110er erreichte.
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