|
|
| |
|
|
| |
|
|
| |
|
|
| |
|
|
| |
|
|
|
|
Porsche-Motorsport-Geschichte |
|
Siege feiern, in Serie gehen |
|
|
Natürlich ist die Zahl beeindruckend: 28.000
Rennsiege hat Porsche in den vergangenen 60
Jahren gefeiert. Acht Weltmeisterschaften im
Langstreckensport, drei
Weltmeisterschaftstitel in der Formel 1
(als Motorenlieferant) sowie 16 Le Mans-Gesamtsiege sind ein eindrucksvoller
Beleg der Motorsport-Kompetenz. Und doch ist
die Jagd nach Pokalen in nahezu jeder
Kategorie des Automobil-Rennsports für
Porsche nicht das Maß aller Dinge. Die
technischen Erkenntnisse aus dem
Motorsport-Engagement waren und sind für
Porsche genauso wichtig wie Platz eins, zwei
oder drei. Denn durch den Rennsport gewinnt
Porsche Entwicklungs-Know-how für den
Serienfahrzeugbau. Sportwagen für noch
bessere Sportwagen, ist die Philosophie. Bei
Ferry Porsche spiegelt sich das sogar in
seiner Lebensanschauung wider. “Das Leben
selbst ist ein Wettrennen, das durch den
Start und ein Finish gekennzeichnet ist. Ob
unsere Teilnahme einen bestimmten Wert
hatte, wird dadurch bestimmt werden, was wir
während des Rennens gelernt und wie wir es
angewendet haben", hat er einmal gesagt.
| Porsche hat den Motorsport von Beginn an
dafür genutzt, um gleichermaßen seine
Fahrzeuge bekannt zu machen als auch neue
Technologien im harten Renneinsatz zu
erproben. Keine drei Wochen nach seiner
Einzelzulassung erzielte der Porsche 356
“Nr. 1" am 1. Juli 1948 beim Innsbrucker
Stadtrennen einen Klassensieg und hatte
somit seine erste Bewährungsprobe
erfolgreich bestanden. Weitere Siege der
Coupé-Varianten des
Porsche 356 ließen nicht
lange auf sich warten. International konnte
der kleine deutsche Sportwagenproduzent 1951
die Aufmerksamkeit auf sich lenken, als die
Franzosen Auguste Veuillet und Edmond Mouche
beim 24 Stunden-Rennen von Le Mans mit einem
Typ 356 SL die Hubraumklasse bis 1,1 Liter
gewannen.
Neben zahlreichen Siegen in den nationalen
Sportwagenmeisterschaften wurden bereits
früh auch große internationale Erfolge
gefeiert. Bei Traditionsrennen wie Le Mans,
der Mille Miglia oder der Carrera
Panamericana zählten die leichten,
wendigen und zuverlässigen
Porsche-Rennsport- |
|

1951: 24 Stunden von Le
Mans Auguste Veuillet und
Edmond Mouche erreichten auf
Anhieb den Sieg in der
Klasse bis 1100 cm3. Dies
war zugleich der erste Sieg
eines deutschen Sportwagens
in einem internationalen
Rennen nach dem Krieg. 356:
Luftgekühlter
4-Zyl.-Boxermotor, 1086 cm3,
46 PS, 640 kg |
|
wagen vom Typ 356 und 550
stets zu den sicheren Anwärtern auf einen
Klassensieg. Bereits Mitte der fünfziger Jahre hatte das junge
Unternehmen Porsche mehr als 400 Rennerfolge
errungen. Neben den Werkseinsätzen zählte
von Beginn an auch der Kundensport zu den
wichtigsten Aufgabengebieten. Seit den Tagen
des 356 werden Porsche-Rennsportwagen von
privaten Kundenteams auf der ganzen Welt
geschätzt. Porsche ist heute der größte
Rennfahrzeughersteller
der Welt. Von diesem Erfahrungsschatz
profitieren beide
Seiten: Porsche entwickelt wettbewerbsfähige
Boliden, damit die Kundenteams erfolgreich
sind und lernt gleichzeitig für den
Serienfahrzeugbau.
Mit dem Start des Porsche Carrera Cup
Deutschland hat Porsche 1990 die Idee einer
eigenen Rennserie um die Sportwagenlegende
911 verwirklicht und gleichzeitig den
Kundensport gestärkt. In dieser Rennserie
bietet Porsche ebenso wie in den sieben
weiteren weltweiten Porsche Carrera Cups
sowie dem Porsche Mobil 1 Supercup absolute
Chancengleichheit für alle Teams und
Rennfahrer. Auch an den Rennstrecken leistet Porsche technische und
organisatorische Unterstützung. Vom Klassen- zum Gesamtsieger
Die Porsche-Domäne war stets der Motorsport
mit Prototypen und Sportwagen, weil in
diesen Reglements eine Verbindung zum
Serienbau gegeben ist. Unvergessen sind die
vielen erfolgreichen Porsche-Rennsportwagen
wie die Typen 550, 718, 804, 904, 906, 907,
908, 910, 917, 935, 936, 956/962 und 911 GT1
bis hin zum heutigen RS Spyder, die sowohl
mit Werksteams als auch mit
| professionellen
Privatteams große Siege auf allen wichtigen
Rennstrecken der Welt gefeiert haben. In den fünfziger und größtenteils noch in
den sechziger Jahren trat Porsche mit
Rennsportwagen von weniger als zwei Litern
Hubraum an und war weltweit abonniert auf
Klassensiege. Doch schon 1956 errang Umberto Maglioli auf einem Typ 550 A Spyder bei der
sizilianischen Targa Florio gegen die
scheinbar übermächtige Konkurrenz den ersten
Gesamtsieg für Porsche. Beim Großen Preis
von Deutschland 1957 gewann Edgar Barth auf
dem Nürburgring das Formel-2-Rennen, das
zeitgleich mit der Formel 1 gestartet wurde.
Dabei war er mit seinem Porsche 550 A Spyder
schneller als die Konkurrenz mit ihren
Formel-Monoposti. |
|

Boxenstop des Porsche 550 A
Spyder während der 40. Targa
Florio am 10. Juni 1956. |
|
Den ersten von bis heute 18 Gesamtsiegen in
Sebring/USA verbuchte Porsche 1960 mit
Olivier
| Gendebien und Hans Herrmann auf
einem 718 RS 60 Spyder.
Auf einem Porsche 718 RSK gewann Wolfgang
Graf Berghe von Trips 1958 die
Europa-Bergmeisterschaft. Und 1962 siegte
Dan Gurney in der Formel 1 im Porsche-Typ
804 beim Großen Preis von Frankreich in
Rouen. Den mittlerweile sechsten Gesamtsieg
bei der Targa Florio sicherte 1964 einer der
schönsten Porsche-Rennsportwagen, der von
Ferdinand Alexander Porsche gestaltete Typ
904 Carrera GTS. Die Liste der Gesamtsiege
wurde immer länger: Bei den 24 Stunden von
Daytona feierte Porsche 1968 mit dem Typ
907-8 einen glänzenden Dreifachsieg. Hans
Herrmann und Jo Siffert gewannen im gleichen
Jahr vor Vic Elford und Jochen Neerpasch die
12 Stunden von Sebring, und Gerhard Mitter
wurde zum dritten Mal in Folge
Berg-Europameister – mit acht Siegen in acht
Läufen. |
|

1962 setzte Porsche
erstmals einen
8-Zylinder-Motor ein. Mit
diesem Aggregat im Porsche
804 konnte Dan Gurney am 8.
Juni den Großen Preis von
Frankreich in Rouen
gewinnen. |
|
Von Beginn an musste auch der
911 seine
Leistungsfähigkeit im Motorsport unter
Beweis stellen: 1965 schickte Porsche einen
fast serienmäßigen 911 2.0 bei der Rallye
Monte Carlo an den Start. Ein Rennerfolg war
gegen die Rallyefahrzeuge der Konkurrenz
eigentlich unmöglich, doch die
Porsche-Mitarbeiter Peter Falk und Herbert Linge zeigten mit einem Klassensieg und
einem überraschenden fünften Platz im
Gesamtklassement das Potenzial des
911 auf.
Bei vielen weiteren Rallye-Starts konnte der
Elfer in den folgenden Jahren seine
Zuverlässigkeit demonstrieren. Nahezu alle
großen Rennen wurden gewonnen, inklusive der
Rallye-Weltmeisterschaft. Bei der Rallye
Monte Carlo gelang 1970 der Hattrick, 1984
siegte Porsche bei der Rallye Paris-Dakar
mit dem 911 Carrera 4x4, und zwei Jahre
darauf trumpfte der 959 auf, der die Plätze
eins, zwei und sechs belegte.
Noch mehr als im Rallye-Sport brillierte der
Porsche 911 auf der Rundstrecke. Ein
Meilenstein war der 911 Carrera RS 2.7,
dessen serienmäßige Produktion als Homologationsfahrzeug im Herbst 1972
anlief. Der 911 Carrera RS war Ausgangspunkt
für viele Elfer mit Rennsportattributen.
1973 siegte ein Carrera RS in Daytona und Sebring gegen weitaus stärkere GT-Fahrzeuge
und Prototypen. Herausragend war auch der
Gesamtsieg des 911 Carrera RSR bei der
letzten Targa Florio 1973, als er bei diesem
Marken-WM-Lauf alle Prototypen hinter sich
ließ. 1974 wurde der 911 Carrera RSR Turbo
2.1 in Watkins Glen und in Le Mans auf
Anhieb Zweiter hinter reinrassigen
Renn-Prototypen. Reglementbedingt hatte der
Turbo-Motor nur 2142 Kubikzentimeter
Hubraum – die Leistung lag dennoch bei
beeindruckenden 500 PS. Dies war der
Vorläufer der “Elfer"-Varianten 934 und 935,
die unter anderem den
Markenweltmeisterschaftstitel nach
Zuffenhausen brachten.
1977 bewies der
911 erneut die
Vielseitigkeit seines Konzepts: In der
kleinen Division der Deutschen
Rennsportmeisterschaft sorgte Porsche
inmitten der laufenden Rennsaison 1977 für
erhebliche Aufregung, als die Weissacher
Ingenieure aus dem erfolgreichen 935 eine
liebevoll “Baby" genannte
750-Kilogramm-Leichtversion mit einem
1,425-Liter-Turbo-Motor machten. Schon bei
seinem zweiten Rennen siegte der 380 PS
starke 935/77 in Hockenheim mit 52 Sekunden
Vorsprung. Ein anderes Extrem war der
Porsche 935/78 “Moby Dick" aus dem Jahr
1978. |
|

Targa Florio 1973 Am 13.
Mai 1973 findet das älteste
Straßenrennen der Welt, die
Targa Florio, zum letzten
Mal statt. Gijs van Lennep
und Herbert Müller erzielen
mit dem Porsche 911 Carrera
RSR 3.0 den 11. Gesamtsieg
für Porsche und machen damit
Porsche zum "ewigen" Targa
Florio-Sieger. 911 Carrera
RSR 3.0: Luftgekühlter
6-Zyl.-Boxermotor, 2992 cm3,
330 PS, 900 kg |
|
Auf Höchstgeschwindigkeit ausgelegt,
wurde er in Le Mans mit 366
Stundenkilometern gemessen. Sein bis zu 845
PS leistender 3,2-Liter Sechszylindermotor
zeichnete sich zudem durch eine
zukunftsweisende Besonderheit aus: Erstmals
in der Geschichte des 911 erhielt der Motor
wassergekühlte Zylinderköpfe.
Porsche – der
Langstrecken-Spezialist
Le Mans ist das Zauberwort für die
Motorsport-Enthusiasten. Das Rennen um die
Uhr, 24 Stunden lang, beeindruckt alle, weil
hier nach höchstem Tempo bei größter
Zuverlässigkeit verlangt wird. Porsche ist
beim Langstrecken-Klassiker zum Mythos
geworden – mit 16 Gesamtsiegen.
Den Anfang machten Hans Herrmann und Richard
Attwood 1970 auf dem Porsche 917 KH, im
Folgejahr brachten Gijs van Lennep und Dr.
Helmut Marko den Titel nach Zuffenhausen.
1972 gewann das Penske Racing Team auf dem
turbo-aufgeladenen Porsche 917/10 die
amerikanische CanAm-Meisterschaft. Ein Jahr
darauf siegte Mark Donohue auf dem Porsche
917/30, dem mit 1.100 PS leistungsstärksten
Rennsportwagen aller Zeiten. Weitere Le
Mans-Gesamtsiege erzielte Porsche mit |
|

Der Porsche 917/30 gewann
1973 als
Turbo-Technologieträger die
CanAM-Serie |
|
dem Typ 936, der 1976 von Jacky Ickx und Gijs
van Lennep und 1977 von Jacky Ickx sowie
Jürgen Barth und Hurley Haywood gesteuert
wurde. Ein weiterer Porsche-Gesamtsieg
folgte 1981, als Jacky Ickx und Derek Bell
mit dem 936/81 einmal mehr den
Langstreckenklassiker für Porsche
entschieden.
Die achtziger Jahre des Porsche-Motorsports
waren von den äußerst erfolgreichen Gruppe
C-Prototypen Porsche 956 und 962 geprägt.
Auf Anhieb erzielte Porsche 1982 mit dem 956
einen Le Mans-Dreifachsieg. Von 1983 an auch
als Kundensport-Fahrzeug im Einsatz, setzte
der 956 seine Siegesserie fort und
dominierte die Rennserie der Gruppe C.
Sieben Gesamtsiege in Le Mans, zehn Triumphe
in Daytona und Sebring, fünf Hersteller- und
Team-Weltmeisterschaften sowie vier
Meisterschaften in der amerikanischen
IMSA-Serie machten den Porsche 956/962 zum
erfolgreichsten Rennwagen seiner Zeit.
Daneben war Porsche von 1983 bis 1987 als
Motorenlieferant für die Formel 1 höchst
erfolgreich. Der in Weissach für das
TAG-McLaren-Team entwickelte
1,5-Liter-Turbo-Motor schrieb mit 25 Siegen
und drei Weltmeisterschaftstiteln
Rennsportgeschichte.
Für Werkseinsätze wurde 1996 der 911 GT1
entwickelt. Mit ihm kam 1998 erstmals bei
Porsche ein Sportwagen mit Kohlefaserchassis
zum Einsatz. Passend zum 50-jährigen
Jubiläum der Porsche- |
|

Porsche Typ 956/962 |
|
Sportwagen überfuhr ein 911 GT1 bei
den 24 Stunden von Le Mans
als erster die Ziellinie und holte 1998 den
insgesamt 16. Porsche-Gesamtsieg.
Mit dem Sport-Prototypen RS Spyder beteiligt
sich Porsche seit Herbst 2005 in der
American Le Mans Series (ALMS). Schon bei
seinem ersten Einsatz im kalifornischen
Laguna Seca holte der RS
| Spyder die
Pole-Position, Rundenrekord und Klassensieg.
Beim dritten Saisonlauf in Mid Ohio
erzielten die vom amerikanischen Penske-Team
eingesetzten Porsche RS-Spyder am 21. Mai
2006 einen Doppelsieg. Zum ersten Mal
erlangte damit ein Rennwagen der LMP2-Klasse
einen Gesamtsieg in der ALMS. Seine erste
volle LMP2-Saison beendete der Porsche RS
Spyder mit dem Gewinn der Hersteller-, Team-
und Fahrerwertung. Und 2007 wurde es noch
besser! Mit einer einzigartigen Siegesserie
stellte der Porsche RS Spyder die American
Le Mans Series auf den Kopf. Mit elf Siegen
in den zwölf Rennen, darunter acht
Gesamtsiegen und einer hervorragenden |
|

Porsche RS Spyder Modell
2008,
Nürburgring-Nordschleife
|
|
Standfestigkeit war der RS Spyder das
dominierende Fahrzeug.
Wie schwäbisches Understatement im Sport
aussieht, zeigte sich in Le Mans 1983, als
neun Porsche unter den ersten Zehn zu finden
waren. In Zuffenhausen wurde auf das
Siegerplakat nur die nackte Reihenfolge
gedruckt und der Zusatz: Nobody is perfect.
| |
|
|
Marken- beziehungsweise
Team-Weltmeisterschaft |
14 |
| |
|
|
Langstrecken-Fahrerweltmeisterschaft |
8 |
| |
|
|
IMSA Supercar-Serie |
3 |
| |
|
|
Deutsche Rennsportmeisterschaft |
6 |
| |
|
|
Europa-Bergmeisterschaft |
20 |
| |
|
Formel 1-Weltmeisterschaft (Fahrer)
(McLaren mit dem von Porsche für TAG
konstruierten und gebauten Motor) |
3 |
| |
|
Formel 1-Siege
(McLaren mit dem von Porsche für TAG
konstruierten und gebauten Motor)
Formel 1-Siege (als
Motorenlieferant)
(zusammen mit dem Sieg in Rouen
1962) |
25
26 |
| |
|
|
Daytona (24 Stunden) |
20 |
| |
|
|
IMSA Supercar Rennen |
15 |
| |
|
| Le
Mans (24 Stunden) |
16 |
| |
|
|
Sebring (12 Stunden) |
18 |
| |
|
|
Targa Florio |
11 |
| |
|
|
American Le Mans Series |
1 |
| |
|
|
Rallye Monte Carlo |
4 |
| |
|
|
Rallye Paris-Dakar |
2 |
Photos:
www.porsche.com |
|
|
|
|
|
| |
|
|
|
|
| |
|
|
|
|