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1963
Auf der IAA in Frankfurt wird der
Porsche 901
vorgestellt, der später in
911 umbenannt wird. Der
Nachfolger des mit rund 78.000 Fahrzeugen überaus
erfolgreichen
Typs 356 hat seine Form von Ferdinand
Alexander Porsche erhalten, dem ältesten Sohn des
Firmenchefs Ferry Porsche. Unterschiede zum
356:
mehr Innenraum, höherer Fahrkomfort und zum ersten
Mal ein Sechszylinder-Motor anstelle des
Vierzylinders. Unverändert: Der Motor bleibt im
Heck, es ist wieder ein “Boxer" und wieder ist das
Triebwerk luftgekühlt.
1964
Der
911 geht in Produktion. Erster Verkaufspreis:
21.900 Mark. Leistung: 130 PS,
Höchstgeschwindigkeit: 210 km/h.
1965
Die Nachfrage nach einem preislich günstigen Porsche
führt zum Typ 912. Sein Motor stammt aus der
356-Baureihe. Der Vierzylinder im 912 leistet 90 PS.
Dazu ist auch die Ausstattung einfacher als im 911.
Der Verkaufspreis des 912: 16.250 Mark. Anfang
September 1965 wird der “Targa" vorgestellt, eine
neue Karosserie-Variante mit feststehendem
Sicherheitsbügel, herausnehmbarem Dach und zunächst
mit faltbarem PVC-Heckfenster.
Beim ersten Einsatz des
911 im Motorsport werden die
Porsche-Mitarbeiter Herbert Linge und Peter Falk
Fünfte bei der Rallye Monte Carlo.
1966
Am 21. September wird der 100.000. Porsche
ausgeliefert. Es ist ein 912 für die Polizei. Der
Zweiliter-Sechszylinder erhält den ersten
Leistungszuwachs, er gibt im 911 S nun 160 PS ab.
Höchstgeschwindigkeit: 225 km/h. Auch das Fahrwerk
ist durch Stabilisatoren vorn und hinten optimiert,
dazu kommen geschmiedete Leichtmetall-Räder mit
unterschiedlicher Felgenbreite. Sie wurden vom
Porsche Styling-Studio entworfen und von der Firma
Fuchs hergestellt. Diese “Fuchs-Felge" genießt bis
heute einen besonderen Ruf als typischstes aller
Porsche-Räder. Der Zweiliter-Motor leistet im
Rennsport 210 PS und wird auch in die Modelle 904
und Carrera 6 (906) eingebaut. Mairesse/Müller
gewinnen mit einem
Carrera 6 im Jahr 1966 die 50. Targa Florio auf Sizilien in Italien.
1967
Im Modelljahr 1968 erscheint der knapp 20.000 Mark
teure 911 T, der nach kurzer Zeit den 912 ablöst.
Sein Sechszylinder leistet 110 PS. Er hat ein
Vierganggetriebe. Auf Stabilisatoren wurde
verzichtet. Zum ersten Mal wird die “Sportomatic"
angeboten, ein halbautomatisches Vierganggetriebe
mit Flüssigkeits-Drehmomentwandler und einer
Kupplung, die elektrisch ausgelöst wird, wenn der
Fahrer auf den Schalthebel Kraft ausübt. Die
Sportomatic wird bis 1980 im Programm bleiben. Zur
911-Familie stößt außerdem der 911 L mit 130 PS und
der Ausstattung des 911 S. Mit dem Rennwagen vom Typ
910 erringen Buzetta/Schütz den ersten Gesamtsieg
beim 1000-Kilometer-Rennen auf dem Nürburgring.
1968
Bei allen
911-Typen wächst der Radstand von 2.211
auf 2.268 Millimeter. Bei der Rallye Monte Carlo
feiern Elford/Stone vor Toivonen/Tiukkanen mit einer
Sportversion des 911 T einen Doppelsieg. Der Targa
erhält eine fest eingebaute Heckscheibe aus Glas.
1969
Für das neue Modelljahr wird der Hubraum auf 2.195
ccm angehoben. Die Leistung der 911-Modelle “T", “E"
und “S" beträgt nun 125, 155 und 180 PS. Waldegård/Helmer
siegen bei der Rallye Monte Carlo in den Jahren 1969
und 1970.
1971
Wieder eine Hubraumerhöhung, nun auf 2.341 ccm. Die
Leistung der drei 911-Modelle “T", “E" und “S"
steigt moderat auf 130, 165 und 190 PS. Besondere
Eigenschaft: Alle Motoren vertragen Normalbenzin.
Die verschärften Abgasgesetze zeigen Wirkung,
hochoktaniger Kraftstoff mit hohen Anteilen an Blei
ist in einigen Exportmärkten nicht mehr verfügbar.
1972
Zum ersten Mal wird dem 911 der Carrera-Schriftzug
verliehen. Die 356 hatten als Carrera den neuen,
leistungsstarken Königswellen-Motor. Der Name stammt
von der Carrera Panamericana, einem Straßenrennen,
das in den 50er Jahren durch Mexiko führte. Der 911
Carrera RS 2.7 wird dank 210 PS zum schnellsten
Straßenauto Deutschlands, Höchstgeschwindigkeit 245
km/h. Charakteristisches Merkmal: der “Entenbürzel"
am Heck.
1973
2,7 Liter Hubraum erhalten nun auch die anderen
911-Triebwerke. Der Carrera RS wird für den
Rennsport modifiziert und gewinnt als RSR die 24
Stunden von Daytona und das 12-Stunden-Rennen von
Sebring (beide in USA). Ein wegen seiner starken
Kotflügelverbreiterungen in der Prototypen-Klasse
startender RSR siegt bei der letzten Targa Florio.
Auf Sizilien hatte Porsche 1956 mit dem 550 A seinen
ersten Marken-WM-Lauf gewonnen.
1974
Porsche stellt den ersten Seriensportwagen der Welt
mit Abgas-Turboaufladung vor, den
911 Turbo, der
über eine Motorleistung von 260 PS verfügt. Auch der RSR erhält Turbo-Power. Mit 500 PS und einem von der
Serie abgeleiteten Fahrzeug erringt Porsche gegen
Prototypen achtbare Erfolge.
1975
Als Ergebnis des Forschungsobjekts “Langzeitauto"
verwendet Porsche als erster Hersteller serienmäßig
beidseitig feuerverzinktes Stahlblech für die
Karosserie. Eine Garantie von sechs Jahren gegen
Durchrostung wird gewährt und 1985 auf zehn Jahre
erhöht.
1976
Der Typ 935, ein Rennsportwagen vorbereitet nach der
damaligen Gruppe 5, eilt in seiner ersten Saison von
Sieg zu Sieg. Der 935 gewinnt 1976 und 1977 die
Weltmeisterschaft und wird bis in die 80er Jahre von
vielen Privatteams erfolgreich eingesetzt.
1977
Am 3. Juni verlässt ein 911 S 2.7 die Werkshalle. Es
ist der 250.000. Porsche seit Beginn der Produktion
1948. Porsche glänzt mit guten Verbrauchswerten. Die
Bosch K-Jetronic senkt beim 911 SC (3,0-Liter/180
PS) den Verbrauch gegenüber dem Vorgängermodell um
17 Prozent. Die Leistung des 911 Turbo 3.3 beträgt
300 PS.
1978
Der stärkste
911 entsteht: Im “Moby Dick", einem
Rennsportwagen des Jahres 1978, leistet der
aufgeladene 3,2-Liter-Sechszylinder-Motor mit vier
oben liegenden Nockenwellen 845 PS!
1979
Als erster Hochleistungs-Sportwagen erhält der
911
in der USA-Version einen geregelten Katalysator.
1979 siegt ein 935 des deutschen Kremer-Teams in Le Mans.
1982
Der 911 wird zum ersten Mal als Cabriolet angeboten.
1983
Auf der IAA in Frankfurt wird eine
Technologie-Studie “Gruppe B" vorgestellt, die zum
959 führt. Der
911 erhält den Zusatz “Carrera". Die
Leistung des 3,2-Liters dank Bosch-Motronic: 231 PS.
1984
Der 911 SC “4x4" gewinnt die Rallye Paris-Dakar.
1985
Der 959 wird als bisher stärkstes Serienmodell mit
elektronisch geregeltem Allrad-Antrieb und
Register-Turboaufladung vorgestellt. Porsche führt
die Katalysator-Technik auch in Deutschland ein.
1986
Der 959 “Paris-Dakar" gewinnt die bisher schwerste
Rallye “Paris-Dakar" über eine Distanz von 13.800
Kilometer.
1987
Der 959, ein “Über-911" mit avantgardistischer
Technik, wird auch als Hochleistungssportwagen für
die Straße angeboten. Für 420.000 Mark wird er in
einer Stückzahl von 292 Exemplaren verkauft. Auf der
IAA wird der 911 Speedster vorgestellt. 2.100
Exemplare werden in einer Sonderserie gebaut.
1988
Zum 25. Geburtstag stellt Porsche den “911 Carrera
4" vor, bei dem 85 Prozent der Teile neu entwickelt
sind. Intern erhält die Baureihe das Kürzel “964".
Zum ersten Mal bietet Porsche den Allradantrieb
einer breiten Kundschaft an. Der luftgekühlte
Sechszylinder hat 3,6 Liter Hubraum und leistet 250
PS.
1989
Im Jahr des 80. Geburtstages von Professor Ferdinand
“Ferry" Porsche bietet
Porsche den neuen Carrera
“964" als Carrera auch ohne Allradantrieb an. Neu
ist auch die Tiptronic mit zwei Schaltgassen für
wahlweise automatisches oder manuelles Schalten.
1990
Der Porsche Carrera Cup geht in seine erste Saison.
1991
Der
Turbo wird nach kurzer Pause nun mit 320 PS
angeboten. Beginn einer Serie von 2.391 Carrera RS.
1992
Der 911 Turbo 3.6 mit 360 PS kommt ins Programm. In
der amerikanischen Supercar-Meisterschaft, bei der
die stärksten Seriensportwagen der Welt antreten,
verteidigt der Turbo das Championat gegen sieben
andere Hersteller.
1993
Wieder eine neue
911-Generation: der “993" wird
vorgestellt, den rundere und muskulöse Formen
kennzeichnen. Unter dem verbreiterten Heck leistet
der luftgekühlte Sechszylinder mit 3,6 Litern
Hubraum nun 272 PS. Die Höchstgeschwindigkeit
beträgt 270 km/h. Erstmals wird der
Porsche-Pirelli-Supercup im Rahmen von europäischen
Grand Prix-Rennen ausgetragen.
1995
Neuauflage des Turbo auf Basis des “993". Der
erstmals mit zwei Turboladern ausgerüstete
3,6-Liter-Sechszylinder leistet 408 PS. Der erste
GT2 wird präsentiert. Es handelt sich um eine
Leichtbauversion des Carrera für Straßen- und
Renneinsätze mit 430 bis 600 Turbo-PS. Nach einigen
Jahren Pause wird wieder ein Targa angeboten. In
diesem Fall ein 911 Carrera mit großflächigem
Glasdach. Dazu gibt es wieder einen extrem
sportlichen Carrera RS.
1996
Der Rennsportwagen 911 GT1 tritt an: Drei Rennen –
drei Siege. Um im Motorsport starten zu dürfen, muss
auch eine Straßenversion existieren. Eine Kleinserie
wird gebaut, der 3,2-Liter-Turbo leistet 544 PS,
Höchstgeschwindigkeit: 310 km/h.
1997
Der Carrera des Modelljahrgangs 1998, der intern
“996" genannte Elfer, sprengt alle bisher da
gewesenen Dimensionen. Das gilt für die Maße außen
wie innen, die deutlich ausgeweitet wurden, und auch
für die Technik. Erstmals in einem
911 kommt ein neu
entwickelter, flüssigkeitsgekühlter Sechszylinder
zum Einsatz. Leistung: 300 PS.
1998
Das Unternehmen feiert den 50. Geburtstag der
Porsche-Produktion. In Le Mans erringt der 911 GT1’
98 gegen härteste Konkurrenz einen Doppelsieg. Im
Frühjahr wird das 911 Cabriolet auf den Märkten
eingeführt.
1999
Der zweifache Rallyeweltmeister Walter Röhrl setzt
dem neuen 911 GT3 ein Denkmal. Für eine Runde auf
der 20,8 Kilometer langen Nürburgring-Nordschleife
benötigt er nur 7:56,33 Minuten. Schneller war auf
der schwierigsten Rennstrecke der Welt noch nie ein
für die Straße zugelassener Seriensportwagen mit
normaler Straßen-Bereifung.
2000
Der
911 Turbo leistet nun 420 PS. Er beschleunigt
mit Schaltgetriebe in 4,2 Sekunden von 0 auf 100
km/h.
2001
Der GT2 rundet das Leistungsspektrum nach oben ab.
Sein Motor basiert auf dem im Rennsport erprobten
Aggregat des 911 GT1’ 98. Das wassergekühlte
6-Zylinder-Boxer-Biturbo-Triebwerk entwickelt aus
3.600 ccm Hubraum 462 PS. Sein maximales Drehmoment
von 620 Nm steht zwischen 3.500 und 4.500 U/min zur
Verfügung. Höchstgeschwindigkeit: 315 km/h.
2002
Die Motorleistung des 911 Carrera erhöht sich auf
320 PS. Der Hubraum beträgt nun 3,6 statt 3,4 Liter.
Die Karosserie wird leicht überarbeitet. Nach vier
Jahren Pause präsentiert Porsche wieder einen 911
Targa, der über ein Glasdach verfügt. Ebenso neu:
Der Carrera 4 S. Bei ihm wird der Saugmotor des
Carrera mit der Karosserieform des 911 Turbo
verknüpft.
2003
Der GT3 ist wieder zu haben, nun mit 381 PS.
Beschleunigung von 0 auf 100 km/h: 4,5 Sekunden,
Höchstgeschwindigkeit: 306 km/h. Mit dem 911 Carrera
4S Cabriolet und dem 911 Turbo Cabriolet bringt
Porsche weitere
Elfer-Varianten auf den Markt. Als
Basis-Modell für künftige Motorsport-Aktivitäten
gibt es den 911 GT3 RS, von dem in der
Straßenversion 200 Exemplare gebaut werden sollen.
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Die Rennsport-Geschichte des Elfers
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Porsche 911 – die Motorenentwicklung |
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