|
|
| |
|
|
| |
|
|
| |
|
|
| |
|
|
| |
|
|
| |
|
|
- 1894: Vierfachsieg mit Daimler-Motoren beim
allerersten Autorennen
- 1901: Beginn der Ära "Mercedes"
- 1903: Erster Sieg von internationaler
Bedeutung
- 1908/1914: Die Erfolge bei den Grand Prix
von Frankreich
Das Automobil
war von seinen Erfindern Daimler, Maybach
und Benz ursprünglich als
Fortbewegungsmittel und nicht als Sportgerät
gedacht. Doch schon bald kamen kühne Männer
auf die Idee, mit den ersten motorisierten
Gefährten auch in Wettbewerben gegeneinander
anzutreten.
Das erste Autorennen der Welt 1894 war nicht
nur der Beginn des Motorsports, sondern auch
der Anfang einer rasanten technischen
Entwicklung im Automobilbau. Bereits früh
hatten die Unternehmen die
publikumsträchtige Wirkung rennsportlicher
Erfolge erkannt und begannen dies für den
Verkauf ihrer Straßenfahrzeuge zu nutzen. |
|

Daimler
Zweizylinder-V-Motoren
trieben beim ersten
offiziellen Rennen der Welt
Paris - Rouen im Jahr 1894
die vier erstplatzierten
Panhard-Levassor Wagen an.
Hier: Alfred Vacheron mit
der Startnummer 24. |
|
1910: Der Blitzen-Benz
erobert Amerika
Daimler-Motoren als siegreicher
Antrieb beim allerersten Autorennen
Beim ersten Kräftemessen mit
offiziellem Charakter, dem
internationalen Rennen Paris, Rouen,
waren die vier erstplatzierten Wagen
mit Panhard-Levassor Motoren, System
Daimler ausgerüstet. Ihre
V-Zweizylinder leisteten 3,5 PS und
ermöglichten auf der 126 Kilometer
langen Strecke eine
Durchschnittsgeschwindigkeit von
20,5 km/h. Auch in den folgenden
Jahren waren die
unterschiedlichsten, jeweils mit
Daimler-Motoren angetriebenen
Fahrzeuge für zahlreiche Siege gut
und untermauerten somit den guten
Ruf der Spitzen-Technik aus
Deutschland. 1898 siegte beim Rennen
Berlin, Leipzig, Berlin erstmals ein
Cannstatter Daimler-Wagen,
eingesetzt von der Allgemeinen
Motorwagen-Gesellschaft.
Gottlieb Daimlers Geschäftsfreund Emil
Jellinek und der erste "echte" Mercedes
Um die Jahrhundertwende begann eine
dynamische Entwicklung: weg vom bisherigen
"Kutschmobil" hin zum echten Automobil. Der
sensationelle Durchbruch gelang überraschend
schon 1901. Für die Rennwoche von Nizza
baute Wilhelm Maybach ein wegweisendes
Automobil mit einem 5,9 Liter großen, als
Frontmotor eingebauten Vierzylinder, dessen
beachtliche 35 PS immerhin eine
Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h
ermöglichten. Dass dieses moderne Fahrzeug
als erster "Mercedes" gilt, dafür sorgte
Emil Jellinek. Der Geschäftsfreund des im
März 1900 verstorbenen Gottlieb Daimler,
schon damals so etwas wie ein Großkunde der
Daimler-Motoren-Gesellschaft (DMG), bestand
darauf, dass der Wagen den Namen
"Daimler-Mercedes" tragen solle, Jellineks
Lieblingstochter hieß Mercedes. |
|

Mercedes 35 PS, Gewinner des
Rennens
Nizza-Aix-Salon-Nizza, 1901.
Rennwagen des Baron Henri de
Rothschild mit W. Werner am
Steuer - dem späteren Fahrer
des Deutschen Kaisers. |
|
Der erste Mercedes fuhr beim
Rennen Nizza - Aix - Salon - Nizza
prompt zum Sieg. Werkspilot Wilhelm
Werner absolvierte die 392 Kilometer
lange Strecke mit einer
Durchschnittsgeschwindigkeit von
58,1 km/h. Die wegweisende
Konstruktion dieses
Frontmotor-Mercedes beeinflusste
durch die konsequente Abkehr vom
Kutschen-Prinzip weltweit alle
Automobilbauer bei der Konstruktion
künftiger Motor-Fahrzeuge aller Art.
Gordon-Bennett-Rennen: Ein
großer internationaler Triumph für
Mercedes
| Das
unermüdliche Streben nach dem noch besseren
Automobil führte bereits 1903 zum Bau von
90-PS-Rennwagen, die für das größte
motorsportliche Ereignis des Jahres, das
Gordon-Bennett-Rennen in Irland, bestimmt
waren. Ein Großbrand zerstörte jedoch am 10.
Juni beinahe sämtliche
Produktionseinrichtungen der ersten
DMG-Fabrik in Cannstatt und auch die neun
Rennwagen fielen ihm zum Opfer. Daraufhin
holte die DMG drei bereits verkaufte
60-PS-Wagen von den Kunden zurück und
schickte sie nach Irland. Der Belgier
Camille Jenatzy, er gilt übrigens als der
erste Profi-Rennfahrer der Geschichte,
konnte mit einem der Wagen den Sieg
erringen. Der Brand beschleunigte auch den
Umzug der DMG von Cannstatt nach
Untertürkheim, statt 1905 bezog man bereits
1904 die neuen Produktionsanlagen. |
|

Gordon-Bennett-Rennen 1903 |
|
Sternstunden beim Grand
Prix von Frankreich 1908 und 1914
Weitere Höhepunkte vor dem ersten
Weltkrieg waren die Erfolge von
Daimler und Benz beim Grand Prix von
Frankreich. Hier wollte 1908 die
"Grande Nation" eigentlich beweisen,
dass sie die schnellsten Rennautos
besäße, doch die Lorbeeren gingen
allesamt nach Deutschland. Ein
erster und ein fünfter Platz für die
140 PS starken Mercedes-Fahrzeuge
sowie ein zweiter, dritter und
fünfter Platz für die Rennwagen der
Benz & Cie. aus Mannheim 1908
stellten die überlegenen Qualitäten
der deutschen Marken eindrucksvoll
unter Beweis.
Weitere
Höhepunkte vor dem ersten Weltkrieg waren
die Erfolge von Daimler und Benz beim Grand
Prix von Frankreich. Hier wollte 1908 die
"Grande Nation" eigentlich beweisen, dass
sie die schnellsten Rennautos besäße, doch
die Lorbeeren gingen allesamt nach
Deutschland. Ein erster und ein fünfter
Platz für die 140 PS starken
Mercedes-Fahrzeuge sowie ein zweiter,
dritter und fünfter Platz für die Rennwagen
der Benz & Cie. aus Mannheim 1908 stellten
die überlegenen Qualitäten der deutschen
Marken eindrucksvoll unter Beweis.
In den Jahren bis zum Ausbruch des ersten
Weltkrieges folgten unzählige Siege und gute
Platzierungen bei Strassen- und Bergrennen;
hervorzuheben ist der erneute Triumph beim
Grossen Preis von Frankreich im Jahre 1914:
Bei Lyon erreichten Christian
Lautenschlager, Louis Wagner und Otto Salzer
einen unangefochtenen Dreifach-Sieg auf dem
"Mercedes 115 PS 4,5-L-Grand-Prix-Typ"
genannten Wagen. Für die 752,6 Kilometer
lange Strecke benötigen die siegreichen
Mercedes-Piloten eine Zeit von knapp über
sieben Stunden, das entsprach einem
Stundenmittel von immerhin rund 105 km/h.
Der legendäre Blitzen-Benz: 200 PS aus über
21 Liter Hubraum
Die Jagd nach immer mehr Geschwindigkeit
trieb alle an. Als eines der
faszinierendsten Automobile in dieser Epoche
sorgte der Blitzen-Benz 1910 für weltweites
Aufsehen. Seine Konstruktion geht auf die
erfolgreichen Benz Grand-Prix-Wagen von 1908
zurück. Die Techniker Victor Héméry, Hans
Nibel und ihre Kollegen schufen ein
imposantes Automobil, das mit seinem
mächtigen, exakt 21500 cm3 großen
Vierzylindermotor lange Zeit das schnellste
Auto der Welt sein sollte. Satte 200 PS
Leistung sorgten für aufregende Fahrwerte.
Der wohl eindrucksvollste Beweis ist der
1911 vom Amerikaner Bob Burman erzielte
Geschwindigkeitsrekord von 228,1 km/h bei
der fliegenden Meile in Daytona Beach, er
blieb bis 1919 unübertroffen. |
|

Die Siegerwagen des "Großen
Preis von Frankreich" 1914
vor dem Tor der
Daimler-Motoren-Gesellschaft
im Werk Untertürkheim. Wagen
Nr. 28: Christian
Lautenschlager, Wagen Nr.
39: Otto Salzer, Wagen Nr.
40: Louis Wagner. |

Der legendäre "Blitzen-Benz"
Weltrekordwagen von 1911 mit
200 PS-Vierzylindermotor,
Hubraum 21,5 Liter,
Höchstegschwindigkeit 228,1
km/h, das schnellste
Fahrzeug seiner Zeit.
»
mehr lesen über den
Blitzen-Benz |
|
Diese Rekordfahrten fanden damals
ausnahmslos auf Sandpisten statt;
angesichts der im Vergleich zu heute
dürftigen Straßenlage und einer
fehlenden Windschutzscheibe
verdienen derartige Leistungen einen
gebührenden Respekt vor den wahrhaft
tollkühnen Fahrern. Am Blitzen-Benz
lassen sich auch erste
aerodynamische Einflüsse im
Fahrzeugbau erkennen.
Weder Mercedes- noch Benz-Fahrzeuge
nahmen während des ersten Weltkriegs
und zwei Jahre danach offiziell an
motorsportlichen Veranstaltungen
teil. Einzelne Privatfahrer
schrieben die Sieggeschichte mit
Hilfe ihrer deutschen Fahrzeuge
fort, wie etwa der Amerikaner Ralph
de Palma mit seinem Erfolg beim
500-Meilen-Rennen von Indianapolis
im Jahre 1915 auf Mercedes.
|
| |
|
|
|
|
|
|
| |
|
|
|
|
| |
|
|
|
|