... Vorbild der
neuen Modellbezeichnung für die Fahrzeuge
der Daimler-Motoren-Gesellschaft: Mercedes.
Im März 1901 erzielt der Mercedes 35 PS bei
der Woche von Nizza spektakuläre Erfolge.
Die Fachwelt spricht vom Beginn der „Ära
Mercedes“.
Der älteste heute noch existierende
Mercedes ist ein Simplex
| Ab Ende
1901 folgte parallel der nächste
Evolutionsschritt unter dem Label
der neuen Marke. Gegenüber den
ersten Mercedes-Modellen zeichnete
die weiterentwickelte Typenpalette
eine komfortablere, "simplere"
Bedienung aus. Ergo wurden die neuen
Wagen Mercedes-Simplex genannt. Das
erste Fahrzeug dieser Reihe, der
Mercedes-Simplex 40 PS, wurde am 1.
März 1902 an Emil Jellinek
ausgeliefert. Nur fünf Tage später
folgten drei weitere Wagen für die
Rennwoche in Nizza, wo sie
triumphale Siege nach Hause fuhren.
Der fünfte Mercedes-Simplex 40 PS
ging, wie bereits im Vorjahr ein
Mercedes 35 PS, am 14. März 1902 an
den erst 24-jährigen US-Milliardär
William K. Vanderbilt jr., dessen
Familie ihr Vermögen unter anderem
im Eisenbahngeschäft gemacht hatte.
Vanderbilt übernahm den über
110 km/h schnellen Wagen in
Cannstatt und brach sofort in das
600 Kilometer entfernte Paris auf.
Sein Wagen ist heute, soweit
bekannt, der weltweit älteste
existierende Mercedes. Er befindet
sich wieder voll fahrtauglich in
Stuttgart, im Besitz des
Mercedes-Benz Museums. |
|
|
1908 begann die DMG sich langsam, aber
sicher vom bis dato weit verbreiteten
Kettenantrieb zu lösen und fertigte im April
ihr erstes Fahrzeug mit Kardanwelle, den "35
PS Mercedes Cardan-Wagen". Drei Jahre später
eröffnete Mercedes das nächste Jahrzehnt mit
einem komplett neuen Topmodell, dem Typ
37/90 PS, dessen hochmoderner Vierzylinder
mit Dreiventiltechnik und Doppelzündung als
eines der fortschrittlichsten Triebwerke
seiner Zeit eingestuft wurde. Schlag auf
Schlag weitete die DMG das Spektrum der
Karosserie- und Motorvarianten weiter aus.
Eines der schönsten Autos dieser Epoche: der
Mercedes 28/95 PS. Ab 1914 wurde der offene
Viertürer angeboten; mit einem 95 PS starken
7,25-Liter-Sechs-zylinder erreichte er eine
Höchstgeschwindigkeit von bis zu 138 km/h -
damals so sensationell wie heute das
doppelte Tempo. Abgeleitet von einem
Flugmotor, galt auch dieses Triebwerk wieder
als Hochtechnologiemotor erster Güte.
Die Verschmelzung -
aus Mercedes wird 1926 Mercedes-Benz
Den Namen Mercedes verdankt das Unternehmen
einem technisch begeisterten Verkaufsgenie,
dem in Nizza ansässigen Österreicher Emil
Jellinek.
Nicht zuletzt dessen Drängen auf ständige
technische Verbesserungen und seinen überaus
erfolgreichen Verkauf der Fahrzeuge ist es
zu verdanken, dass die Marke Mercedes Benz
bereits seit mehr als 100 Jahren erfolgreich
Automobile verkauft. 1897 kaufte sich
Jellinek seinen ersten Daimler Wagen, einen
Zweizylinder mit 6 PS und 24 km/h.
Dem sportbegeisterten Jellinek reichte das
nicht lange, 1898 orderte Jellinek zwei
Daimler Phönix, dem weltweit ersten
Straßenfahrzeug mit Vierzylindermotor und 8
PS.
Doch Jellinek war nicht nur ein begeisterter
Autofahrer, er verstand auch etwas vom
Verkaufen und wurde schnell Großkunde bei
der Daimler Motoren Gesellschaft.
Im Jahr 1900 orderte Jellinek bereits 29
Fahrzeuge. Grund genug für Daimler, eine
Vereinbarung über den Vertrieb von Daimler
Wagen und Motoren zu treffen. Dafür sollte
ein neuer Motor entwickelt werden, der den
Namen Daimler-Mercedes trug. Mercedes hieß
die Tochter von Jellinek, diesen Namen
benutzte er als Pseudonym bei
Rennveranstaltungen, an denen er mit seinen
Fahrzeugen teilnahm. Dieser Vertrag war für
Daimler ein wahrer Segen, 14 Tage nach der
Vereinbarung bestellte Jellinek 36 Fahrzeuge
im damaligen Gesamtwert von 550.000 Mark -
ein wirklicher Großauftrag für Daimler.
Zumal Jellinek einige Wochen später den
gleichen Auftrag noch einmal platzierte.
Das am 22. Dezember erste an Jellinek
ausgelieferte Fahrzeug, der erste Mercedes,
wurde von Wilhelm Maybach, damals
Chefkonstrukteur bei Daimler, entwickelt. Es
handelte sich um einen 35 PS-Rennwagen und
gilt heute als erstes modernes Automobil.
Dem guten Namen folgte im Jahr 1909 das
Markenzeichen, der Stern. Patentgesichert
wurden sowohl ein dreizackiger als auch ein
vierzackiger Stern, letzterer kam allerdings
nie zum Einsatz. Der auch heute noch
verwendete Dreizack im Ring wurde 1921
festgelegt.
Die wirtschaftliche Lage der
Automobilindustrie in den Jahren
1924/1925 ist für Daimler und
Benz alles andere als rosig. Zwar gibt
es seit 1923 mit der Reichsmark wieder
eine harte Währung, aber der Markt für
die großvolumigen Luxuswagen der DMG ist
praktisch zusammengebrochen. Auch die
kleineren Benz-Modelle verkaufen sich
nur schleppend. Das Überleben beider
Firmen in dieser Zeit sichert deren
florierende Nutzfahrzeugfertigung. Die
DMG hat ihr festes Standbein in
Berlin-Marienfelde, Benz das seine in
Gaggenau in Baden. Weitsichtigen Männern
in beiden Unternehmen sowie dem
Engagement der beiden Hausbanken ist es
zu verdanken, dass aus dem schwierigen
Rankwerk unterschiedlichster Interessen
ein prosperierendes Ganzes wird. Am 28.
Juni 1926 ist es soweit. Der
Verschmelzungsvertrag wird
unterschrieben, nachdem die
Hauptversammlungen beider Firmen tags
zuvor dessen Inhalt gebilligt haben.
Er ist von lakonischer Kürze und umfasst
nur sieben Punkte. Die wichtigsten
lauten: Die Daimler-Motoren-Gesellschaft
übernimmt die Rolle des aufnehmenden
Partners. Der Firmenname der
übernehmenden Gesellschaft soll so
geändert werden, dass darin auch das
Wort "Benz" vorkommt. Die Erzeugnisse
der verschmolzenen Betriebe sollen eine
einheitliche gemeinsame Bezeichnung
erhalten, wie auch generell Namen und
Embleme der beiden Partner künftig immer
zusammen erscheinen sollen.
Das neue Unternehmen heißt "Daimler-Benz
Aktiengesellschaft", Hauptsitz
Stuttgart-Untertürkheim. Die gemeinsamen
Produkte tragen den Markennamen
"Mercedes-Benz". Und das noch heute
gültige, weltbekannte Markenzeichen
ergibt sich aus der Verschmelzung von
Daimlers Dreizackstern im Ring mit den
Wortmarken "Mercedes" und "Benz", die
durch den Lorbeerkranz aus dem
Benz-Markenzeichen verbunden sind.
Mit diesem Zusammenschluss begann für das
neue Unternehmen der Aufstieg zu einem der
erfolgreichsten Autohersteller der Welt
Fahrzeuge wie der SSK oder der 549 K und
nicht zuletzt die Nobelkarossen Maybach, die
allesamt auf Mercedes Fahrgestellen
entstanden, empfahlen das Unternehmen schon
in den 30er Jahren für eine luxusorientierte
Klientel.
Der Mercedes-Benz SSK wurde auf der
Rennstrecke zum Mythos
1926
folgte auf der Basis des 24/100/140
PS das verkürzte Modell K. Aus
diesem wurden vier Mercedes-Benz
Modelle entwickelt, die auch heute
noch für jedermann ein Begriff sind.
Die Legende der S, SS, SSK und SSKL
nahm am 19. Juni 1927 ihren Lauf.
Beim "Großen Preis von Deutschland",
dem Eröffnungsrennen des
Nürburgrings, belegten die 180 PS
starken Mercedes-Benz S die Plätze
eins bis drei; am Steuer des
Siegerautos saß Rudolf Caracciola.
Ein Jahr später schlug er beim
gleichen Rennen am selben Ort mit
der 200-PS-Variante SS wieder zu.
Ab Ende 1928 pilotierte Caracciola
auch die bis zu 250 PS starke
Kurzversion, den SSK (Super-Sport-Kurz),
von Sieg zu Sieg. |
|

Sport-Schau: Rudolf
Caracciola gewinnt auf
Mercedes-Benz Typ SSK beim
Klausenrennen 1930 die
Sportwagen-Wertung. |
|
Einen seiner größten Erfolge feierte "Caratsch"
1931, als er mit dem "weißen Elefanten", Typ
SSKL (das L steht für Leicht) als erster
Deutscher und erster Ausländer überhaupt die
Mille Miglia gewann. Sein SSKL war 235
Stundenkilometer schnell und verkörperte den
krönenden Schlusspunkt einer Baureihe, von
der zwischen 1927 und 1933 knapp 300
Fahrzeuge gebaut wurden. Anders als heutige
Rennsportwagen fuhren mehr als die Hälfte
dieser Fahrzeuge als Spitzenautomobile im
normalen Straßenverkehr.
Doch Mercedes-Benz bot auch in den
30er-Jahren nicht nur Luxusfahrzeuge an.
1931 präsentierte das Unternehmen den
"170er" (W 15). Der fortan kleinste
Mercedes-Benz gehörte im
Wettbewerbsvergleich zwar immer noch zu den
luxuriösen Modellen, war aber doch für eine
größere Klientel erschwinglich. Trotz seiner
aufwändigen Technik mit erstmals
eingesetzter Einzelradaufhängung an der
Vorder- und Hinterachse kostete er in der
Grundversion 4.400 Reichsmark.
Die Mercedes-Benz 540 K als
Höhepunkt der 30er-Jahre
Mindestens das Fünffache musste
bezahlen, wer sich für einen der
wunderschönen Mercedes-Benz 500 K entschied.
In diversen Karosserie- und
Fahrgestellversionen gebaut, setzte der 1934
vorgestellte und 160 PS starke
Kompressor-Wagen die Tradition der Typen S
bis SSK fort, ohne ...
|