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Lancia Flaminia – Retter für die Marke

 
Lancia FlaminiaIm Herbst 1955 begann für die Marke Lancia eine neue Ära. Die Familie Lancia konnte die 1906 von Vincenzo Lancia gegründete Firma nicht mehr halten und musste die Aktien des Familienunternehmen nach 49 Jahren verkaufen: Cavaliere Carlo Pesenti, ein Bauunternehmer und Zementfabrikant, übernahm 1955 die Turiner Automobilmanufaktur.
Nach dem 2.Weltkrieg hatte Gianni Lancia, der Sohn des 1937 verstorbenen Vincenzo, nicht genug in neue Produktionsanlagen investiert. Die Herstellungskosten der aktuellen Modelle Appia und Aurelia waren hoch, hinzu kamen die enormen Summen für die Gran Prix Aktivitäten der Squadra Corse Lancia. Auch Lancias Nutzfahrzeugsparte hatte Verluste erwirtschaftet.

Unter dem neuen Eigentümer Pesenti löste Professor Fessia den verdienten Vittorio Jano als technischen Direktor ab. In dieser Zeit stellte Lancias Hausdesigner Pinin Farina eine große Limousine vor, geplant als Nachfolger des Lancia Aurelia. Dieser Entwurf basierte auf einer "Florida" genannten Studie Pinin Farinas mit Aurelia Chassis. Schon auf den Turiner Autosalon 1956 zeigte Lancia den Prototyp des neuen Wagens. Es war eine komfortable Limousine mit einem 98 PS leistenden V6 Motor mit hintem liegenden Getriebe. Das neue Automobil hatte noch viele Ähnlichkeiten mit dem bekannten Lancia Aurelia.

Berlina
Ein Jahr später, auf dem Genfer Automobilsalon 1957, präsentierte Lancia den serienreifen Flaminia. Wie die anderen Lancia, die von 1955 bis 1973 gebaut wurden, wurde der Wagen nach einer antiken römischen Straße benannt: in diesem Fall nach der Via Flaminia. Die Motorleistung des neuen Models lag anfangs bei 102 PS, das Getriebe war vollsynchronisiert. Die Limousine war wieder sehr durchdacht konstruiert und wartete mit aufwendigen Detaillösungen auf. Zum Beispiel sorgte ein Heckscheibenwischsystem mit je 2 Wischblättern innen und aussen für klare Sicht für die Passagiere. Auch der Antrieb ließ nichts zu wünschen übrig: der Flaminia hatte ein Transaxlegetriebe, eine DeDion Hinterachse und - gegen Aufpreis - Scheibenbremsen.

Wegen höchster Qualitätsmaßstäbe verließen in der ersten Zeit nur 7-8 Wagen täglich das Werk. 1961 wurde die Motorleistung auf 110 PS erhöht, nicht zuviel für eine Limousine von 1550 kg. 1962 kam der auf 2.8 l vergrößerte Motor mit 125 PS.

Wegen des hohen Gewichts waren die Fahrleistungen nicht überragend. Daher hatte die schwere Flaminia Limousine keinen leichten Stand gegen die internationale Konkurrenz. Relativ niedrige Absatzzahlen waren die Folge.

Coupés
Traditionell vergab Lancia Aufträge für von der Limousine abgeleitete Sonderkarrosserien. Wie schon beim Lancia Appia wurden 3 Konzepte gewählt, realisiert von Pinin Farina, Touring und Zagato.

Pinin Farina

Flaminia Coupé
Auf dem Turiner Autosalon 1958 zeigte Lancia das 2-türige, 4-sitzige Coupe von Pinin Farina. Der Wagen war eine direkte Weiterentwicklung des auf einem Lancia Chassis gebautem Florida II. Zunächst mit einem 119 PS Motor ausgestattet, leistete der Wagen ab 1962 durch einen Solex 3-fach Vergaser 128 PS. Später erhielt der Wagen den auf 2.8 l vergrößerten Motor mit 136 PS. Durch das geringere Gewicht und den verkürzten Radstand waren die Fahrleistungen deutlich ansprechender als bei der schweren Limousine.

Superleggera Touring

Flaminia GT
Die zweite Variante wurde von Carrozzeria Touring gebaut, kenntlich an der Bezeichnung GT (= GranTourismo). Die für Touring typische Superleggera-Bauweise, ein mit Aluminium verkleideter Stahlrohrrahmen, sorgte für eine Gewichtsreduzierung um 200 kg. In Verbindung mit dem auf 2520 mm verkürztem Radstand und der reduzierten Stirnfläche verbesserten sich Fahrleistungen und Straßenlage enorm.

Flaminia GTL

Ein 2+2 Sizer mit auf 2600 mm verlängertem Radstand.

Zagato

Flaminia Sport
Auf dem Turiner Autosalon 1958 hatte der Lancia Flaminia Sport sein Debut. Der Wagen wurde von Carrozzeria Zagato entworfen und gebaut. Im Gegensatz zu den GT Versionen von Touring mit ihren gestreckten Linien, wirkten die Sport Versionen gedrungener. Tatsächlich waren sie leichter und aerodynamisch günstiger, und hatten noch bessere Beschleunigungs- und Höchstgeschwindigkeitswerte. Alle Flaminia Sport und Flaminia Supersport Modelle hatten eine Double Bubble Dachkonstruktion, die für gute Kopffreiheit und beste Karosseriesteifigkeit sorgte.

Flaminia Supersport
Der Lancia Flaminia 3C 2.8 Supersport von Zagato war die endgültige Version. Durch 3 Weber Vergaser beatmet, leistete der 2775 ccm V6 Motor 152 PS bei 5200 U/Min. So motorisiert erreichte dieser Wagen als einziger serienmäßig gebauter klassischer Lancia mit 210 km/h deutlich über 200 km/h Höchstgeschwindigkeit. Ein strömungsgünstiges Kamm-Heck und eine um 25 mm flachere Karosserie sorgten für die entsprechende Aerodynamik.

Cabriolet

Superleggera Touring

Flaminia GT
Auf der Basis des Flamina GT stellte Superleggera Touring auch einen eleganten offenen Zweisitzer her.
 
 
 
 
 

Technische Daten :

Lancia Flaminia Sport Zagato
 
   
Motor: V6 Front-Motor
   
Hubraum: 2.458 ccm
   
Getriebe: 4 Gang Schaltgetriebe
   
Kraftübertragung: Heckantrieb
   
Leistung: 119 PS
   
Drehmoment: 186 Nm
   
Vmax: 190km/h
   
0-100 km/h: n.a.
   

Abmessungen:

 
   
Länge: n.a.
   

Breite:

n.a.
   

Höhe:

n.a.
   
Gewicht: 1.194 kg
   
Baujahr: (Lancia Flaminia allg.) 1959-1967
 
 

Auto-Bilder:

Lancia Flaminia 
     
Lancia Flaminia Lancia Flaminia  
     
 
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