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Lancia ist ein 1906 in Turin als Lancia & C.
Fabbrica Automobili von Vincenzo Lancia und
Claudio Fogolin gegründetes
Automobil-Unternehmen, das seit 1969 zum
Fiat-Konzern gehört. Einerseits ist die
Marke bekannt für viele wegweisende
Innovationen im Automobilsektor (u.a. durch
die erste selbsttragende Karosserie),
andererseits kann dieser Hersteller auf eine
lange Tradition im Rallye-Sport verweisen.
Wie die meisten anderen italienischen
Autofirmen baute Lancia bis 1972 auch
Nutzfahrzeuge jeder Art und Größe. Im Jahre
1975 ging die LKW-Sparte von Lancia in der
ebenfalls zu Fiat gehörenden IVECO auf.
Geschichte
Allgemeines
Am 29. November 1906 wurde das Unternehmen
Lancia von Vincenzo Lancia und seinem Freund, dem
ehemaligen Fiat-Versuchsfahrer Claudio Fogolin
gegründet. Lancia gehört somit zu den ältesten
Automobilherstellern.
Wie die meisten italienischen Fahrzeughersteller
baute Lancia nicht nur PKW. Die Marke war auch auf
dem Sektor der Nutzfahrzeuge eine anerkannte Größe
und baute LKW und Busse jeder Art und Größe wie auch
Obusse und Militärfahrzeuge. Heute stellt Lancia nur
noch PKW her, die LKW-Sparte ging nach dem Auslaufen
des letzten Modells 1972 ab dem Jahr 1975 in der
ebenfalls zu Fiat gehörenden IVECO auf.
Fahrzeugbezeichnungen
Das erste Fahrzeug, der Typ 12 HP, später auch
Alpha genannt, wurde 1908 vorgestellt, wobei dieser
schon 1907 als Prototyp existierte. Bis 1919 wurden
alle Fahrzeuge nach der Motorleistung benannt. Erst
später kamen – auch rückwirkend –
Modellbezeichnungen nach dem griechischen Alphabet
hinzu. Von 1931 bis 1972 wurden die Fahrzeuge nach
bekannten Straßen in Rom benannt: Appia, Aurelia,
Fulvia, Flavia. Ab 1972 wurden dann teilweise wieder
die alten Bezeichnungen nach dem griechischen
Alphabet verwendet: Beta, Delta, Gamma, aber auch
Trevi oder Stratos. Anfang der 1980er-Jahre war die
Buchstaben-Phase wieder vorbei und es erschienen der
Thema und Dedra. Der Delta blieb erhalten, nur wurde
nicht der griechische Buchstabe verwendet, sondern
„Delta“ wurde ausgeschrieben. Bei der zweiten Serie
des Delta wurde dann wieder auf den griechischen
Buchstaben zurückgegriffen. Der Nachfolger des Thema
war der Lancia k, wobei das „k“ den griechischen
Buchstaben Kappa darstellt. Als Nachfolger des Dedra
erschien der Lybra. Die heutigen Fahrzeuge heißen
Thesis, Musa, Ypsilon und Phedra. Auf dem Genfer
Auto-Salon wurde 2005 der Prototyp Lancia Kandahar
vorgestellt. Eine Studie für eine moderne
Interpretation der Fulvia wird wahrscheinlich im
Jahre 2008 auf den Markt kommen, ebenso wie eine
neue Version des Delta.
Firmenlogo
Das Lancia-Logo wurde 1911 vom italienischen
Industrie-Designer Graf Carlo Biscaretti di Ruffia
(* 1879 in Turin, † 1959 in Pisa) entworfen. Es
zeigt einen Schild mit Lanze und Flagge. Biscaretti
schuf 1957 das nach ihm benannte Automobilmuseum
Museo dell'automobile Carlo Biscaretti di Ruffia
(it). Zur Genfer Automobilmesse 2007 wurde das Logo
komplett überarbeitet. Das Logo ist unter dem Schild
nur noch als Schriftzug auf blauem Grund ohne
4-Speichen-Volant und der Fahne mit Lanze zu sehen.
Heutige Situation
Lancia hat eine wechselvolle Geschichte hinter
sich, von einem einst unabhängigen, hochpreisigen
und technisch orientierten Hersteller, der große
Rallye-Erfolge erzielen konnte, zu einer Marke, die
Unterschlupf unter dem Dach des Fiat-Konzerns
gefunden hat. Neben Alfa Romeo und Fiat spielt
Lancia den Part für die etwas besser ausgestatteten
und optisch extravaganteren Modelle. Meist verfügen
diese über Ausstattungsmerkmale, welche sonst nur in
höheren Klassen und gegen Aufpreis angeboten werden.
Hierzu zählen unter anderem der exklusive Bezugstoff
Alcantara und das in vielen Modellen enthaltene
Bose-Soundsystem. Neben einer individuellen
Ausstattung der Modelle ist an den heutigen Lancias
vor allem das Karosseriedesign prägnant: Es zitiert
Elemente von Klassikern wie der Aurelia und dem
Fulvia. Eine weitere Besonderheit der Marke ist die
Konzentration auf das Segment der Kleinwagenklasse,
anders als bei Premiumherstellern wie Mercedes-Benz,
BMW oder Audi, die dieses Segment erst in jüngster
Zeit für sich entdeckt haben. Dies verweist darauf,
dass heutige Lancias (technische) Pendants zu
einzelnen Fiat-Modellen darstellen - wenn auch mit
eigenständigem Außen- und Innendesign. Insofern
versteht sich Lancia selbst als Volumenhersteller,
dessen Modellpalette vom Kleinwagen, Vans bis hin
zur eigenen Oberklasse reicht.
Lancia im Motorsport
Die Wagen der Firma Lancia wurden sehr oft im
Rallyesport eingesetzt. Die Scuderia Lancia konnte
mit Lancia D24 und ihrem Fahrer Juan Manuel Fangio
1953 einige Erfolge feiern. Die Scuderia Lancia war
dann auch kurze Zeit mit dem Lancia D50 in der
Formel 1 tätig. Als ihr Fahrer Alberto Ascari aber
1955 infolge eines schweren Crashs in Monza starb,
verschenkte Lancia seine sechs Wagen an die Scuderia
Ferrari, die 1956 mit dem Ferrari-Lancia D50
Weltmeister wurde. Seit 1970 gab es dann die
offizielle Rallye-WM. Dort kam der Lancia Fulvia zum
Einsatz, der 1972 den ersten Weltmeistertitel holte.
Berühmt wurde auch der Lancia Stratos, der
1974–1976 die Marken-WM gewann. Einer der
bekanntesten Fahrer war Sandro Munari. Er fuhr 13
Siege ein und holte 1977 den Weltmeistertitel. Der
Lancia Beta Monte-Carlo wurde in der Gruppe 5 unter
2000 ccm eingesetzt und wurde 1980 und 1981
Weltmeister. Daraufhin überarbeitete man das Modell
und es entstand der Lancia Rally 037. Fahrer wie
Walter Röhrl holten 1982–1985 etliche Siege in der
Rallye-WM und 1983 konnte man den Marken WM Titel
feiern. Nebenbei wurde für die Gruppe 6 der Lancia
LC1 mit 450 PS (331 kW) und für die Gruppe C der
Lancia LC2 mit 800 PS (588 kW) eingesetzt. Fahrer
wie Ricardo Patrese fuhren hier mit dem Martini
Racing Team einige Siege ein, Porsche konnte man
zwar nur selten schlagen, dennoch stellten die
Erfolge eine äußerst respektable Leistung dar.
Dann kam die Zeit des Lancia Delta. In
verschiedenen Ausführungen (S4, bis 1986; 4WD bis
1987; integrale bis 1988; integrale 16V bis 1989)
wurden etliche Titel eingefahren. Der Lancia Delta
S4 holte den Weltmeistertitel 1986 in der Gruppe B.
Die so genannten Gruppe-B-Monster hatten 400 bis 550
PS, konnten allerdings nur noch von einigen wenigen
Top-Piloten am Grenzbereich bewegt werden. Der
finnische Lancia-Werksfahrer Henri Toivonen und sein
Kopilot verunglückten in einem Delta S4 bei der
Korsika-Rallye 1986 tödlich. Die Gruppe B wurde
infolge weiterer schwerer Unfälle dann auch von der
FIA wieder aus dem Rallyesport verbannt. In der
Gruppe A lief es dann wieder besser und der Lancia
Delta hielt sich bis 1992 im Geschäft. 1987–1992
wurde die Marken-WM gewonnen. Weltmeister wurden
Juha Kankkunen (1987 und 1991) und Massimo Biasion
(1988 und 1989).
Man kann mit Recht behaupten, dass Lancia eine
überaus bedeutende Rolle im Rallyesport spielte.
Allein die Rallye Monte Carlo wurde seit 1973 elfmal
mit einem Lancia gewonnen. In der Rallye-WM gab es
seit 1970 neun Weltmeister mit einem Auto der Marke
Lancia. Der Lancia Delta integrale gilt als das
erfolgreichste Rallyeauto überhaupt. Er gewann
sechsmal hintereinander die Marken-WM. Mit keinem
anderen Fahrzeug konnte ein derartiger Erfolg bisher
wiederholt werden.
Lancia-Modelle
Zu den besonders erfolgreichen Modellen zählt
der Lancia Delta (Rallye GruppeA Weltmeister
1987–1992) und der Lancia Thema 8.32 (mit
Ferrari-Motor). Der Lancia Lambda weist als
Besonderheit die weltweit erste selbsttragende
Karosserie auf. Ebenso erfolgreich in Europa,
besonders Deutschland und Frankreich, ist der
Ypsilon. Dieser wurde in seiner ersten Version als
Y10 von Autobianchi (Tochter von FIAT) hergestellt
und außerhalb Italiens mit dem Lancia-Logo und über
die Lancia-Vertriebsstätten verkauft. Ab der zweiten
Serie, die als Lancia Y bezeichnet wurde, kam hier
nur noch der Name Lancia zum Tragen.
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