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Die Fiat S.p.A., auch Fiat Group bezeichnet,
ist der größte italienische Autohersteller
mit Hauptsitz in Turin, Norditalien.
Unternehmensform |
Società per Azioni |
Gründung |
1899 |
Unternehmenssitz |
Turin, Italien |
Unternehmensleitung |
Sergio Marchionne (CEO) |
Mitarbeiter |
172.012 (31. Dezember 2006) |
Umsatz |
51,832 Mrd. EUR (2006) |
Branche |
Automobilbau |
Produkte |
Kraftfahrzeuge |
Webadresse |
www.fiatgroup.com |
Fiat ist ein eingetragener Markenname und Akronym
von Fabbrica Italiana Automobili Torino
(Italienische Autofabrik Turin). Gleichwohl ist
"fiat" lat. für "es werde".
Der Konzern Fiat S.p.A. besteht hauptsächlich aus
der Fiat Auto S.p.A. mit den Marken Fiat, Lancia und
Alfa Romeo. Daneben gehört die Ferrari S.p.A und die
Maserati S.p.A. zum Automobilbereich. Zudem ist die
Fiat-Gruppe Muttergesellschaft von CNH, dem
zweitgrößten Traktorenhersteller weltweit, und IVECO
dem zweitgrößten europäischen LKW-Hersteller und dem
größten Produzenten von Dieselmotoren weltweit.
Geschichte
Gegründet wurde die Firma 1899 von acht
Gründungsmitgliedern, unter ihnen Sen. Giovanni
Agnelli, der Großvater des bisherigen Präsidenten
Gianni Agnelli. Von 1960 bis heute hat sich Fiat zu
einer internationalen Firmengruppe entwickelt, die
weitaus mehr herstellt als nur Autos. Fiat ist im
Versicherungsgeschäft sowie in der Bankenlandschaft
präsent und stellt u.a. Bauteile für Kernkraftwerke
her. Des Weiteren war Fiat im Flugzeug- und
Flugmotorengeschäft genauso präsent wie im Bau von
riesigen Staukraftwerken für Stauseen. Seit Anbeginn
war Fiat auch bekannter Hersteller von
Schiffsmotoren. Auch die Neigezugtechnik deutscher
ICEs stammt teilweise von FIAT (Ferroviaria), sogar
Straßenbahnen gehörten und gehören noch heute zum
Programm. In den sechziger Jahren belebte der
Konzern im Automobilgeschäft zuerst die Marke
Autobianchi wieder, mit der relativ riskante, weil
ungewöhnliche Neuentwicklungen wie der Primula, der
A111 und der kleinere A112 verbunden wurden, die
einen Frontantrieb anstelle des bis dahin üblichen
Heckantriebs aufwiesen und damit schon zu Beginn der
1970er Jahre die heutzutage übliche Modellfamilie
der frontangetriebenen Kombilimousine in der
Kompakt- und Mittelklasse erfanden. Der Fiat 850
wurde zu einem riesigen Verkaufserfolg als
Limousine, Coupé oder als offener Spider. Überhaupt
waren die 1960er Jahre die Erfolgsjahre des
Fiatkonzerns: Man erwarb 1966 eine Beteiligung an
Ferrari, die sich am Jubiläumssportmodell Fiat Dino
Coupé und Spider zeigte. Man erwarb 1969 die
darbende und hoch verschuldete Marke Lancia, die
trotz gutem Rufes einfach nicht mehr genügend
Kapital für die Entwicklung neuer Modelle aufbringen
konnte und deshalb dem Untergang geweiht war. Mit
den neuen Modellen Fiat 128 und 127 hatte man für
1969 und 1971 Europas Autos des Jahres entwickelt
und trotz sich abzeichnender Qualitätsprobleme große
Verkaufserfolge. Außerdem erwies sich der Fiat 124
seit 1966 als großer Verkaufserfolg. Neben der
Produktion in Italien wurde er damals in Lizenz als
Murat 131 bei den Tofaş Werken in der Türkei, als
Lada 1200 in der Sowjetunion und als Seat 124 bzw.
1430 in Spanien hergestellt. Daneben baute man
Produktionen in Argentinien und Brasilien auf, dazu
den Fiat 126 und den Polski Fiat 1500 in Lizenz in
Polen. Außerdem beschloss man Kooperationen mit
Peugeot, mit Saab, mit Alfa und Ferrari. Neben den
Großserienmodellen entwickelte man zum
hundertjährigen Jubiläum ab 1966 Sondermodelle wie
das Fiat Dino Coupé und Spider, Fiat 124 Sport Coupé
und Sport Spider sowie nicht zuletzt den großen Fiat
130 als Limousine und Coupé. Zu Beginn der siebziger
Jahre war man in Konkurrenz zu VW der größte
Automobilkonzern in Europa, der mit dem Slogan
Werbung machen konnte: "Fiat - jede Größe, jede
Leistung, von 18 bis 180 PS" und zu Recht darauf
verwies, der einzige Hersteller zu sein, der eine so
umfangreiche Produktpalette anbieten konnte.
Ab Mitte der 1970er Jahre begann der Abstieg;
erst schleichend, dann immer schneller. Schon der
Fiat 132 konnte den Fiat 125 nicht ersetzen, noch
weniger der Fiat 131 Mirafiori den Fiat 124. Der
Fiat Ritmo erreichte in Konkurrenz zum VW Golf nicht
den Erfolg des Fiat 128, und der Fiat Uno war zwar
mehr als nur erfolgreich, wurde jedoch viel zu lange
durchgeschleppt bis zur Ablösung durch den Fiat
Punto. Die Mitte der 1980er Jahre verfehlte
Modellpolitik sowie mangelnde Qualität der Fahrzeuge
stürzte Fiat in eine tiefe Krise. Selbst
Erfolgsmodelle wie der Fiat Punto oder der Fiat
Panda konnten den Verfall des Konzerns nicht
verhindern. Der Fiat Tipo, der Tempra, der Croma,
sowie die Nachfolger Bravo/Brava und Marea konnten
nie an frühere Erfolge anschließen. Andere neue
Modelle wie der neue Fiat Multipla, der Cinquecento
oder Seicento, der Doblo, der Fiat Stilo, der Palio,
der Ulysse blieben Außenseitermodelle, die nie an
den Massenerfolg früherer Modelle anschließen und
sich auch nicht mit dem Erfolg der Konkurrenz messen
konnten. Der Fiat Palio war nur in Schwellenländern
mäßig erfolgreich, für die er auch geplant wurde.
Ein großes Problem war, dass die Autosparte
finanziell ausgehöhlt wurde, um Investitionen in
anderen Bereichen zu tätigen. So wurde in dieser
Zeit einerseits aus der Landmaschinengruppe FiatAgri
CNH mit den Übernahmen von Ford Traktoren und
Case-Steyr aufgebaut, andererseits wurden große
Investitionen in die Nutzfahrzeugsparte IVECO
getätigt. Der Marktanteil in Europa sank in den
1990er-Jahren kontinuierlich und erreichte zu Beginn
des neuen Jahrtausends kritische Werte. Kritiker
sehen die Hauptschuld bei Giovanni Agnelli, dem 2003
verschiedenen Fiat-Vorstandsvorsitzenden. Analysten
sind sich darüber einig, dass der Enkel des
Fiat-Gründers durch verfehlte Managementpolitik das
Unternehmen schwer beschädigt habe. Der ebenfalls
kürzlich verstorbene letzte Sohn der
Agnelli-Dynastie, Umberto Agnelli, leitete ein
umfassendes Restrukturierungsprogramm ein, um die
Fiat-Gruppe zu retten. Die Familie Agnelli
unterstützte das Hilfsprogramm ihrerseits mit einer
Finanzspritze von 750 Mio. Euro. Gerade als die
umfassenden Strukturierungsmaßnahmen zu greifen
begannen - Fiat brachte neue vielversprechende
Modelle wie den Minivan "Idea" mit höheren
Qualitätsansprüchen auf den Weg - verstarb am 27.
Mai 2004 mit Umberto Agnelli der letzte Enkel des
Firmengründers. Anleger und Arbeiter von FIAT hoffen
nun, dass der Nachfolger mit gleichem Elan den Plan
der Sanierung verfolgt.
Fiat Ferroviaria übernahm 1995 das
Schienenfahrzeuggeschäft der SIG. Im Jahr 2000 dann
wurde der Bereich Schienenfahrzeuge des
Fiat-Konzerns an Alstom verkauft.
Gegenwart
Am 14. Februar 2005 einigte sich Fiat mit dem
Konzern General Motors, gegen eine Zahlung von 1,55
Milliarden Euro auf seine Put-Option zu verzichten.
Mit dieser hätte Fiat GM dazu verpflichten können,
seine Autosparte, an der die Amerikaner bereits zu
10% beteiligt waren, aufgrund einer Übereinkunft aus
dem Jahr 2000 vollständig zu übernehmen. Darüber
hinaus veräußert GM seinen verbleibenden Anteil von
10%. Damit ist Fiat nun wieder komplett in
italienischer Hand.
Nach der Auflösung der zunehmend beengenden
Allianz mit General Motors wurden mehrere neue
produktspezifische industrielle Kooperationen
eingefädelt - unter anderem mit PSA, Ford und Tata
Motors.
Für das Schlussquartal 2005 konnte die
Personenwagentochter Fiat Auto erstmals seit
viereinviertel Jahren wieder einen Betriebsgewinn
verbuchen. Auch der Absatz der neuen Modelle
entwickelt sich vielversprechend. So war der Grande
Punto im ersten Quartal 2006 das meistverkaufte Auto
Europas. Außerdem erhielt FIAT für den Sedici 7000
Vorbestellungen innerhalb der ersten 10 Tagen, somit
verkaufte FIAT auf einen Schlag 2/3 der vorgesehenen
10.000 Einheiten bis Ende 2006. Dies übertraf
jegliche Erwartungen und ließ selbst den
FIAT-Vorstand sprachlos. Experten deuten dies als
"Zeichen eines Turnarounds" und als "geglückte
Sanierung".
Leitung
Seit 15. November 2003 war der Österreicher Dr.
Herbert Demel Vorstandsvorsitzender von Fiat. Der
gebürtige Wiener, der erst vor einem Jahr die
Führung des Autozulieferers Magna Steyr übernommen
hatte, wird Giancarlo Boschetti an der Spitze des
Autokonzerns ablösen. Demel hatte lange für VW
gearbeitet und war bis vor einem Jahr Vorstandschef
der brasilianischen VW-Tochter. In seiner Zeit bei
Audi machte er das Ingolstädter Unternehmen mit
Neuheiten wie dem Audi TT zu einem ernstzunehmenden
Wettbewerber gegenüber dem Lokalrivalen
BMW.
Herbert Demel verließ nach nur 15 Monaten
aufgrund eines Streits mit Sergio Marchionne (Chef
der Fiat Holding) das Unternehmen. Marchionne
übernimmt vorerst die Leitung von Fiat Auto und war
bei den Verhandlungen mit GM federführend.
Marken und Firmen im FIAT-Konzern
PKW
Aktuelle Marken:
-
Alfa Romeo
-
Ferrari (eigenes Unternehmen, zu 85% im
Besitz von Fiat)
-
Fiat
-
Lancia
-
Maserati (eigenes Unternehmen, zu 100% im
Besitz von Fiat)
Ehemalige Marken:
-
Autobianchi (in Italien als Marke bis 1995
verwendet)
-
Innocenti (Anfang der 1990er Jahre wurden die
letzten Fahrzeuge mit dieser Marke versehen)
-
Società Ligure Piemontese Automobili (1925
übernommen und 1949 endgültig integriert)
-
Società Officine Meccaniche e Fonderie
Michele Ansaldi (1906 als Fiat-Brevetti
übernommen und 1909 integriert)
Abkommen zur Lizenzproduktion von Fiat-PKW:
-
NSU
-
Fabryka Samochodów Małolitrażowych
-
Zastava (vorher Yugo)
LKW und Nutzfahrzeuge
-
CNH Global (eigenes Unternehmen, zu
90%-Anteil im Besitz von Fiat)
-
Fiat Veicoli Commerciali (Fiat Nutzfahrzeuge)
-
IVECO (eigenes Unternehmen, zu 100% im Besitz
von Fiat)
Weitere Marken und Unternehmen
Hinzu kommen einige hundert Produktions- und
Vertriebs-Gesellschaften.
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