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Der
Citroen SM ist eine von 1970 bis 1975 gebaute
Sportlimousine des französischen Autoherstellers
Citroën, platziert in der Oberklasse.
Entwicklung
Aus der Feder des Stylisten Robert Opron stammend, der
auch für die Linien der Modelle GS und CX verantwortlich
ist, gilt der Citroën SM heute als Stil-Ikone. Das
Modell wurde 1970 auf dem Genfer Auto-Salon der
Öffentlichkeit vorgestellt. Der SM war mit
Sechszylinder-Maserati-Motoren mit Hubräumen von 2,7 l
(170 bzw. 178 PS) und 3,0 l (180 PS) „Automatic“
ausgestattet, da Citroën damals mit 60 Prozent der
größte Anteilseigner der Modeneser Traditionsfirma
Maserati war. Bei Citroën wurden zwar seit Beginn der
60er Jahre eigene V6- und V8-Triebwerke entwickelt,
jedoch scheute man bis zuletzt die Umsetzung in ein
Serienprodukt. Nachdem der damalige Citroën-Direktor
Pierre Bercot den Weg geebnet hatte, legte man 1968 die
endgültige Entwicklung des zukünftigen SM-Motors in die
Hände von Maserati.
Die genaue Herkunft und Bedeutung des Kürzels SM als
Modellbezeichnung ist unklar. Sicher ist lediglich, dass
das M in Anlehnung an die Technik für Maserati steht.
Bei der Präsentation des SM trugen die C-Säulen noch den
Schriftzug Citroën-S-Maserati, statt des späteren
SM-Schriftzuges. Dies spricht sehr für eine der
plausibelsten Deutungen des Kürzels: (Citroën) Série
Maserati. Laut Olivier de Serres (in: Olivier de Serres,
La Citroën SM, Verlag ETAI, Boulogne-Billancourt) stammt
das S jedoch von „Sport“, der Zusatzbezeichnung der in
den 60er Jahren verfolgten Projekte eines „DS Sport“.
Anhänger der Marke scherzen hingegen, SM sei die
Abkürzung für Sa Majesté, Spötter behaupten zuweilen,
die Modellbezeichnung resultiere daher, dass vom
Eigentümer eines solchen Fahrzeuges wegen der
technischen Tücken eine gewisse Leidensbereitschaft im
Sinne von (Sadomasochismus) erwartet werden müsse.
Citroën-Vertragshändler erklärten, SM stünde für
Super-Maserati.
Motor
Unter der Motorhaube geht es eng zu: Der Maserati-Motor
und die grünen Federelemente der Hydropneumatik
Die Zylinder des Maserati-Motors stehen in einen
schwingungsphysikalisch ungünstigen V-Winkel. Oftmals
wird berichtet, der V6 sei durch „Abschneiden“ eines
vorhandenen Achtzylinders entstanden, was allerdings zu
den zahlreichen Mythen gezählt werden muss, die sich um
"Frankreichs Wunderwaffe" ranken. Der Motor ist vom
Konstrukteur Alfieri eigens für den durch die
Verwandtschaft zum D-Modell definierten Motorraum
konstruiert worden, baut deshalb besonders kompakt und
trotz vierer obenliegender Nockenwellen verhältnismäßig
niedrig. Ein Preis hierfür war der für einen
Sechszylinder recht raue und laute Motorlauf, der gar
nicht zum sonstigen Charakter des SM (Szenejargon:
"Fliegendes Sofa") passt. Das Citroën-Werkstättennetz
war bei Erscheinen des SM generell auf die
Wartungsanforderungen des komplexen Citroën-fremden
Motors nicht eingestellt, was schnell zu Ausfällen und
einem schlechten Image der italienischen Maschine und
des gesamten Fahrzeugs führte.
Es scheint offensichtlich, dass der SM unter hohem
Zeitdruck lanciert wurde und deswegen eine ausreichende
Erprobung des Maserati-Motors nicht stattgefunden hatte.
Ein Großteil der SM-Technik war nämlich seit Mitte der
60er Jahre in modifizierten DS-Fahrzeugen (also mit
DS-Motor) entwickelt und getestet worden.
Die aus den Problemen resultierende Absatzschwäche haben
dem SM nach Eingliederung von Citroën in den den PSA -
Konzern, nicht zuletzt angesichts der Ölkrise des Jahres
1973, ein frühes Produktionsende beschert. PSA duldete
im Rahmen der Sanierung von Citroën keine Verlustbringer
mehr. Eine Anzahl bereits gefertigter SM-Rohkarossen
landete daher in der Schrottpresse.
Mit einer Spitzengeschwindigkeit von über 220 km/h war
der Wagen lange Zeit das schnellste frontgetriebene
Serienfahrzeug. Dort wo solche Geschwindigkeiten nicht
ausgefahren werden können, kann der praktische Sinn
starker Motorisierungen eigentlich nur im hohen
Beschleunigungsvermögen für schnelle Überholvorgänge
liegen. Aber gerade das ist beim SM nicht gegeben, d.h.
die Beschleunigung von geringen Geschwindigkeiten aus
entspricht eher nicht dem, was man in Anbetracht des
seinerzeit eklatant hohen Neupreises erwarten würde.
Wegen der nicht geringen Fahrzeugmasse stellt sich ein
gewisser Eindruck von Zähigkeit ein, der dezidierte
Sportwagenkunden sicher nicht angesprochen hat. Maserati
setzte modifizierte Versionen des Motors im eigens
konstruierten Bora ein. Der drehfreudige Motor führte
hier zu sehr überzeugenden Fahrleistungen. Dem
französischen Steuergesetz geschuldet, bevorzugte
Citroën die Maschine in einer "entschärften" Variante,
welche dafür durch ihren moderaten Kraftstoffkonsum
beeindruckte: Der SM gefiel schon im Jahre 1970 mit
einen Benzinverbrauch, der den heutiger
Sechszylinderfahrzeuge vergleichbarer Stärke nicht
übertraf. Hier zeigt sich auch der Nutzen der
überlegenen Aerodynamik (cw 0,3) des Modells. Einige
wenige SM wurden später durch private Initiative mit
pflegeleichten und leistungsstarken Dieselmotoren
ausgerüstet.
Kurvenlicht
Das Kurvenlicht und die verglaste Front führten zuerst
zu Problemen bei der deutschen Zulassung
Anders als die „Göttin“ Citroën DS mit ihrer
Seilzugbetätigung zum Schwenken der inneren Scheinwerfer
(ab 1967) besaß der SM an dieser Stelle ein
hydraulisches Kurvenlicht, das neben dem Lenkeinschlag
der Scheinwerfer ebenso eine Bewegung der ganzen
Leuchteneinheit um die Horizontalachse (zum Ausgleich
von Eintaucheffekten) ermöglichte. Derartige Technik
wird 30 Jahre später mit großem Werbeaufwand von
Konkurrenten als angebliche Innovation „Adaptives
Kurvenlicht“ angepriesen. Gewisse deutsche
Autohersteller reklamieren dies (und die
Pneumatikfederung) zu Unrecht als ihre technische
Errungenschaft. Die von Citroën in Zusammenarbeit mit
Cibié entwickelte Frontbeleuchtung des SM besaß sechs
Hauptscheinwerfer. Die äußeren, größeren, sind
kombinierte klassische Scheinwerfer (Fern- und
Abblendlicht), nach der Mitte hin folgen dann
breitstreuende Abblendlichter für die Nähe, und ganz
innen, zu beiden Seiten des Kennzeichens, sitzen die der
Lenkung nicht nur folgenden, sondern in den Winkelgraden
etwas „vorauseilenden“, schwenkenden Fernscheinwerfer.
Dadurch wird eine ideale Kurvenausleuchtung bewirkt, die
durch den „antizipierenden“ Effekt sogar den Bereich des
Kurvenendes schon erfassen kann (Quelle: Olivier de
Serres, La Citroën SM, Verlag ETAI,
Boulogne-Billancourt, Seite 21, 22).
Der deutsche TÜV verweigerte dieser Konstruktion wegen
angeblich erhöhter Blendgefahr anfangs die Zulassung, so
dass zwei Abblendlichter abgeschaltet werden mussten und
die Fernlichter nicht schwenkbar sein durften. Dies
wurde jedoch im Laufe des Jahres 1970 zurückgenommen,
die Scheinwerferanlage konnte nun wie vorgesehen
betrieben werden. Außerdem hatte Citroën aus
aerodynamischen, stilistischen, aber auch praktischen
Gründen (keine Verschmutzung) das vordere Kennzeichen
auch unter der somit über die gesamte Fahrzeugbreite
durchgehenden Verglasung angeordnet. Auch dies wurde in
Deutschland zunächst untersagt, da u. a. bei
Geschwindigkeitskontrollen (mit Radar-/Fotofallen) das
Kennzeichen nicht einwandfrei fotografiert werden konnte
(wegen der Lichtreflexe auf der Glashaube). Heute gibt
es dafür eine Ausnahmeregelung für den SM. Ob die
angeführten Gründe stichhaltig oder nur vorgeschoben
waren, bleibt angesichts der Zulassung von Merkmalen
anderer Fahrzeuge zu fragen.
Lenkung
Der SM ist mit einer geschwindigkeitsabhängigen
Servolenkung (DIRAVI) ausgerüstet, die selbständig in
die Mittellage zurückkehrt, sobald das Lenkrad
losgelassen wird, sowie mit einer besonders aufwendigen
Ausführung der von Citroën patentierten
hydropneumatischen Federung, die schon im DS zum Einsatz
kam.
Der SM besaß eine gewöhnungsbedürftigen Lenkung mit
ihrem sehr direkten Übersetzungsverhältnis (d. h. im
Vergleich zu „üblichen“ Autos ungewohnt starker
Einschlag schon bei geringer Lenkradbewegung). Nach dem
ursprünglichen Willen der SM Konstrukteure sollten damit
besonders schnelle Ausweichmanöver ermöglicht werden. Es
führte aber dazu, dass SM-Neulinge, gewöhnt an das
Lenkübersetzungsverhältnis "normaler" Autos, mit dem SM
anfangs auf gerader Strecke unweigerlich Schlangenlinien
fuhren... Auch die für französische Fahrzeuge dieser
Zeit leider typische schlechte Verarbeitungsqualität
mochte die in diesem Bereich anspruchsvollen deutschen
Kunden nicht überzeugen, am wenigsten natürlich die
Käufer der eigentlich anvisierten Oberklasse.
Die Zulassungsprobleme und die damit einhergehende
technische Abwertung des Fahrzeugs haben in Deutschland
zur Absatzschwäche des SM und zum damals schlechten Ruf
der Marke Citroën sicher beigetragen. Wesentlich
wichtiger für den relativen Misserfolg (nicht nur
hierzulande) dürften aber die konstruktiven Eigenheiten
des SM, insbesondere der wartungsaufwändige
Maserati-Motor, gewesen sein. In seiner Gesamtheit wird
dieses Modell aber ungeachtet der Probleme vielfach als
genial anerkannt, man bedenke dabei das damalige
technische Niveau vieler Fahrzeuge (Blattfedern,
Starrachsen, von Lenkhilfe keine Spur...). Von
unbestreitbar sehr hoher Originalität ist bis heute auch
die Formgestaltung des SM (durch Robert Opron), die für
einen großen Teil der in der einschlägigen Fan-Szene
empfundenen Faszination verantwortlich ist und die als
Beweis dafür gelten kann, dass sehr gute aerodynamische
Daten keineswegs zu Vereinheitlichung und
"Gesichtslosigkeit" führen müssen.
Kommerzieller Misserfolg
Die Zulassungsprobleme und die damit einhergehende
technische Abwertung des Fahrzeugs haben in Deutschland
zur Absatzschwäche des SM und zum damals schlechten Ruf
der Marke Citroën sicher beigetragen. Wesentlich
wichtiger für den relativen Misserfolg (nicht nur
hierzulande) dürften aber die konstruktiven Eigenheiten
des SM, insbesondere der wartungsaufwändige
Maserati-Motor, gewesen sein. In seiner Gesamtheit wird
dieses Modell aber ungeachtet der Probleme vielfach als
genial anerkannt. Von unbestreitbar sehr hoher
Originalität ist bis heute auch die Formgestaltung des
SM (durch Robert Opron), die für einen großen Teil der
in der einschlägigen Fan-Szene empfundenen Faszination
verantwortlich ist und die als Beweis dafür gelten kann,
dass sehr gute aerodynamische Daten keineswegs zu
Vereinheitlichung und "Gesichtslosigkeit" führen müssen.
In wirtschaftlicher Hinsicht war das auch über 30 Jahre
nach seiner Entwicklung immer noch futuristisch
anmutende Auto ein Misserfolg für den Hersteller: Den
sportlich orientierten Autofahrern war das Fahrzeug zu
luxuriös und zu schwerfällig, den auf Luxus setzenden
Kunden war das Auto zu sportlich, die Mängel (s.u.)
taten ein Übriges. Im ersten Produktionsjahr liefen 868
Fahrzeuge vom Band. Bereits im zweiten Jahr seiner
Karriere (1971) wurde die höchste Jahresstückzahl
erreicht, nämlich 4988 Stück. Danach ging es stetig
bergab mit den Produktionszahlen (1972: 4036 Stück,
1973: 2619 Stück, 1974: 294 Stück, 1975: 115 Stück). An
der Produktion war auch das Unternehmen Automobiles
Ligier beteiligt, als die geringe Stückzahl die
Fertigung in Citroën-Werken nicht mehr sinnvoll
erscheinen ließ.
1975 wurde nach nur 12.920 Fahrzeugen die Produktion
eingestellt. Die teilweise gravierenden konstruktiven
Mängel des italienischen Motors waren der Hauptgrund des
ausbleibenden Markterfolges: An der Hauptkette von der
Kurbelwelle zum Ventiltrieb befindet sich ein zu schwach
dimensionierter Kettenspanner, dadurch kommt es zu
übermäßigem und schnellem Verschleiß dieses wichtigen
Teils. Verstärkt wird dieses Problem noch dadurch, dass
über die Kette (mittels Zwischenwellen und weiterer
Ketten) nicht nur die vier Nockenwellen, sondern auch
noch sämtliche Nebenantriebe (Hydraulikpumpe,
Lichtmaschine, Klimakompressor) angeschlossen sind und
es deswegen zu ständigen, verschleißsteigernden
Belastungsschwankungen an der Kette kommt. Die
unzugängliche Einbaulage der Kette in einem Gehäuse
direkt vor der Spritzwand bedingt, dass zu deren
Austausch der Ausbau des gesamten Motors mit
entsprechenden Kosten und Werkstattzeiten erforderlich
ist!
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| Motor: |
V6-Maserati-Motor |
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| Hubraum: |
2656 ccm |
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| Getriebe: |
5-Gang-Getriebe |
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| Kraftübertragung: |
Frontantrieb |
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| Leistung: |
131 kW 178 PS |
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| Drehmoment: |
n.a. |
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| Vmax: |
228 km/h |
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| 0-100 km/h: |
8,9 sec. |
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Abmessungen: |
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| Länge: |
4893 mm |
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Breite: |
1836 mm |
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Höhe: |
1324 mm |
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| Gewicht: |
1520 kg |
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| Baujahr: |
1970 bis 1975 |
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Citroen-Bilder:
Citroen SM |
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