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... Obwohl Entenfahrer einander
im Verkehr (wie etwa bei Motorradfahrern üblich)
normalerweise grüßen, wurden die Fahrer von
Charleston-Enten anfangs kategorisch nicht gegrüßt, da
diese Modelle bei ihrem Aufkommen in den 1980er-Jahren
vielen 2CV-Besitzern als vergleichsweise „bourgeoise“
Fahrzeuge galten.
Laut KBA waren in Deutschland 1990 etwa 300.000 2CV
zugelassen, 15 Jahre später, am 1. Januar 2005,
registrierte das KBA noch 19.964 angemeldete Exemplare
in Deutschland. Um die verbleibenden Autos hat sich in
ganz Europa eine aktive Liebhaberszene gebildet. Wegen
der korrosionsanfälligen Substanz des 2CV werden oftmals
Fahrgestelle und Komponenten aus rostfreiem Material
verbaut, um Alltagstauglichkeit und eine langfristige
Erhaltung des Fahrzeugs zu erreichen.
Name und Spitznamen
Der Name 2CV leitete sich vom französischen
Kfz-Steuersystem ab und steht für "Deux Chevaux Vapeur"
(frz. für „Dampfpferd“, der französischen Steuereinheit
für Autos), wie dies auch bei vielen anderen
französischen Modellen dieser Zeit üblich war, z.B. beim
„Cremeschnittchen“ Renault 4CV oder der
„Gangsterlimousine“ Citroën Traction Avant, die je nach
Motorisierung 7CV, 11CV oder 15CV hieß. Insbesondere
beim relativ schwach motorisierten 2CV wird oft
fälschlicherweise angenommen, diese Werte bezögen sich
direkt auf die Motorleistung und würden der heute
gängigen Pferdestärke entsprechen. In die Cheval Vapeur
fließen jedoch u.a. auch die Anzahl der Gänge, die
Getriebeübersetzung und die Reifengröße mit ein. So
musste man für den 2CV je nach Baujahr und Motorisierung
zwischen 2 und 3 CV Kfz-Steuern zahlen. Entsprechend
wurde er in den 60ern auch eine Zeit lang als 3CV
verkauft, jedoch kam man trotz der höheren Steuerklasse
schnell wieder zu 2CV als Name zurück: Dieser hatte sich
bereits eingebürgert. Weitere Kosenamen in der
französischen Umgangssprache sind „ Deuche“, „Deux-Pattes“
(Doppel-Pfote), oder sehr oft benutzt auch „ Dodoche“.
Im deutschsprachigen Raum wurde das Modell „Ente“
genannt — zunächst inoffiziell von den Fans und Clubs.
Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist der Name Ente aus den
Niederlanden importiert, wo das Fahrzeug und auch ein
Club bereits in den 50er-Jahren, bevor der Import 1959
nach Deutschland begann, "de lelijke eend" getauft
waren. Sehr spät wurde der Ausdruck dann auch von
Citroen in Deutschland selbst aufgegriffen, nunmehr
liebenswürdig gemeint. Hintergrund des Spitznamens
"Ente" ist, wie Germanist und A-Modell-Spezialist Ingo
Meier erstmals in einem Aufsatz im "Citroen-Jahrbuch Nr.
1" klärte, der Ausdruck "hässliches Entlein", den
bereits 1948 ein niederländischer Journalist beim
Anblick der 2CV-Karosserie geprägt haben soll. Dieser
Ausdruck geht seinerseits zurück auf das gleichnamige
Märchen von Hans Christian Andersen. Auch in anderen
nordischen Sprachräumen hat der 2CV einen aus dieser
niederländischen Wurzel abgeleiteten Namen bekommen, so
z. B. „ugly duck“ im englischen Sprachraum. Im
Herkunftsland Frankreich hieß das Fahrzeug jedoch
niemals "canard" oder ähnlich, es wurde dafür statt
"deux cheveaux" abgekürzt "deuche" oder "la deuche"
getauft. Von dieser Form ist in der Schweiz und den
grenznahen Gebieten Deutschlands genau wie in der
Fan-Szene die Kurzform „Döschwo“ als eingedeutschter
Spitzname abgeleitet worden. In vielen Ländern wurde die
direkte Übersetzung von "zwei Pferde" (deux cheveaux)
als Name gewählt wie etwa in Spanien "dos caballos", in
Italien "due cavalli" usw. In Vietnam hieß der 2CV "Ladalat".
Motor
Als Antriebseinheit dienten durchwegs luftgekühlte
Zweizylinder-Boxermotoren, die die Vorderräder über
zweiteilige Gelenkwellen antrieben. Anfangs betrug der
Hubraum 375 cm³, dem bescheidene 9 PS entlockt wurden.
1955 wurde der Hubraum auf 425 cm³ erweitert, die
Leistung stieg auf 12, später 1963 dann auf 16 PS. Ab
1966/67 wurde zusätzlich das aus Belgien stammende
Modell AZAM 6 in Deutschland angeboten. Es hatte den
602 cm³ Motor des AMI 6 mit 21 PS und auch dessen
verstärktes Fahrwerk und wurde steuerlich als 3CV
eingestuft.
1970 erschien dann der 2CV4 mit einem neuen
435 cm³-Motor mit 23 PS bei 7000 U/min, der 1978
eingestellt wurde. Ebenfalls 1970 erschien der 2CV6 mit
dem neuen, bereits seit 1968 im AK 350 (lange
Kastenente), der Dyane 6 und dem AMI 6/AMI 8 eingebauten
602 cm³ Motor mit zunächst 28 PS bei 6750 U/min, ab 1976
mit dünneren Ansaugrohren und 25 PS bei 5750 U/min, ab
1980 mit Registervergaser und 29 PS bei 6750 U/min und
ab 1986 mit einem von 8,5:1 auf 7,75:1 reduzierten
Verdichtungsverhältnis für bleifreies Normalbenzin und
28 PS bei 5750 U/min.
Die 602 cm³ Motoren erreichten in der Entwicklungsstufe
ab etwa 1972 bis dahin zumindest für Kleinwagen
ungeahnte Laufleistungen. Bei ausreichender Wartung sind
300.000 km selbst bei überwiegendem Vollastbetrieb keine
Seltenheit.
Damit ist die Ente eines der wenigen Fahrzeuge, dessen
Leistung der Basismotorisierung sich im Laufe der
Entwicklungsstufen deutlich mehr als verdreifachte. Der
Verbrauch der Motoren lag bei den meisten Ausführungen
zwischen 5 und 7 Litern Benzin auf 100 Kilometern. Die
erste Ausführung mit 9 PS konnte mit etwas Schwung eine
Höchstgeschwindigkeit von etwa 70 km/h erreichen. Ein
Wagen der letzten Produktionsjahre konnte auf bis zu 120
km/h beschleunigt werden. Multifunktional war die
Handkurbel ausgelegt. Hauptsächlich diente sie zum
Starten des Motors beim Versagen des Anlassers, wenn z.
B. die Batterie versagte. Mit ihr wurde aber auch der
Wagenheber bedient, und man konnte alle Muttern zur
Demontage der Räder sowie der vorderen Kotflügel lösen.
(Dies war nötig etwa zur Einstellung des Ventilspiels
und - bei Modellen bis Modelljahr 1981 - zum Wechsel der
vorderen Bremsbeläge).
Das mechanische Getriebe sitzt hinter dem Motor. In den
Prototypen hatte das Getriebe einen Rückwärtsgang und
drei Vorwärtsgänge, in der Serie wurde dann ein
Schnellgang ergänzt, der im Schaltschema mit "S"
bezeichnet war und sich nur vom 3. Gang aus schalten
ließ. Mit der Einführung des 16 PS Motors wurde der
Schnellgang zum normalen 4. Gang und ließ sich auch
normal aus der Leerlaufgasse schalten. Ab 1970,
zeitgleich mit der Einführung des senkrechten
Abschlussbleches mit den neuen Rückleuchten, wurde das
neue Getriebe mit Schalthebel im oberen Gehäusedeckel
eingebaut.
Die Getriebeschaltung wird durch eine Revolverschaltung
(teils auch „Krückstockschaltung“ genannt) in
Armaturenbrettmitte betätigt. Der 1. Gang ist nicht
sperr-synchronisiert; will man
ihn geräuschlos einlegen, während das Auto noch rollt,
muss man Zwischengas geben.
Karosserie
Der viertürige Stahlaufbau des 2CV ist nichttragend
konstruiert und mit dem Chassis, einem Kastenrahmen,
verschraubt, ebenso die meisten Anbauteile. Viele
Scharniere an der Karosserie bestehen aus einfachen
Blechfalzen, wobei gebogene Teile ineinander
laufen. Dies ermöglichte eine einfache und
kostengünstige Reparatur im Schadensfall. Anstatt eines
festen Fahrzeugdaches aus Stahl wurde das Auto mit einem
aufrollbaren Stoffverdeck ausgerüstet, um Ressourcen und
Kosten zu sparen. Bei der Gestaltung der Karosserie
wurde anfangs weder auf besondere Schönheit noch
Windschnittigkeit Wert gelegt. Der cW-Wert
der Ente ist mit 0,508 entsprechend hoch.
Die Einfachheit der gesamten Karosserie ermöglichte eine
kostengünstige Produktion, doch litt darunter neben dem
Komfort oft die Qualität. Bei schneller Fahrt begannen
z.B. die Türen zu flattern und Feuchtigkeit dauerhaft
aus dem Innenraum zu vertreiben galt als unmöglich. Die
ab Werk mangelhafte ...
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