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Home / Autoenzyklopädie / Citroen / Citroen 2CV "ENTE"
 
 
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Citroen 2CV "ENTE"

 

Citroen 2CV "ENTE"Der 2CV (auch Ente oder deux chevaux genannt) war ein populäres Modell des Automobilherstellers Citroën. Die Entwicklung des französischen Gegenstücks zum VW Käfer begann ebenfalls in den 1930er-Jahren, die Produktion begann nach dem Krieg. Zwischen 1948 und 1990 wurden 3.872.583 „Enten“ und 1.246.306 „Kastenenten“ (der auf dem 2CV basierende Lieferwagen) hergestellt.

Der 2CV war die Basis für zahlreiche Weiterentwicklungen, unter anderem für die Dyane, den Ami und den Méhari.


Entwicklung
Citroën-Direktor Pierre Boulanger erteilte 1934 den Auftrag, einen radikal minimalistischen Kleinwagen zu entwickeln. Die Anforderungen an den Konstrukteur André Lefèbvre lauteten

Damals:
Einen günstigen, fahrbaren Untersatz zu schaffen, der zwei Bauern und 100 Kilogramm Ware mit 60 km/h zum Markt bringen kann, notfalls in Holzschuhen und über unbefestigte Wege. Es sollte möglich sein, einen Korb Eier unversehrt über einen gepflügten Acker zu fahren.

1939 wurden 250 wassergekühlte Prototypen des so genannten TPV gebaut. Das Akronym TPV stand für Toute Petite Voiture, zu Deutsch ganz kleines Auto. Der TPV besaß nur einen Frontscheinwerfer und wurde ausschließlich mit Blick auf den Nutzwert konzipiert. Entsprechend karg fiel die Gestaltung des Fahrzeugs aus.

Während der deutschen Besatzung Frankreichs im Zweiten Weltkrieg entschied man sich dafür, das Projekt zu verheimlichen. Außerdem wurden die Produktionshallen ab Kriegsbeginn ohnehin zur Herstellung von Panzern der Marke Renault benötigt. Einige Prototypen wurden versteckt, die meisten vernichtet. Erst 1994 wurden drei TPV in einer Scheune in Frankreich wieder gefunden. Bis heute sind fünf erhalten gebliebene TPV bekannt. Angesichts der schlichten Formen der Prototypen in seinem Ehrgeiz geweckt, begann der spätere Vater der Citroën DS, Citroën-Designer Flaminio Bertoni schon 1939 ungefragt mit Entwürfen für ein gefälligeres Aussehen des 2CV. Citroën enthüllte schließlich am 6. Oktober 1948 auf dem Pariser Autosalon ein im Vergleich zum TPV komplett überarbeitetes Modell mit einem luftgekühlten Motor. Nachdem das Fahrzeug enthüllt worden war, soll ein amerikanischer Journalist gerufen haben: „Und wo ist der Dosenöffner?“.

Citroën erzählt gerne, dass das Auto bei der Bevölkerung in Frankreich (exportiert wurde damals noch nicht) sofort so beliebt war, dass sogar jahrelange Lieferfristen entstanden. Zum Zeitpunkt des Autosalons 1948 waren noch gar keine Produktionsanlagen für den 2CV vorhanden. Wer einen 2CV haben wollte, musste beim Händler erst einmal Formulare ausfüllen und das Auto „beantragen“. Vorrangig wurden nach Installierung der Produktionsanlagen zunächst Landwirte und Gewerbetreibende beliefert. Da die raren Rohstoffe, insbesondere Stahl, vorzugsweise der staatseigenen Firma Renault zugeteilt wurden, konnte Citroën anfangs nur ein paar hundert Autos pro Jahr fertigen. So entstanden Wartezeiten von bis zu sechs Jahren. Die ersten 2CV in Deutschland kamen Mitte der 50er-Jahre ins Saarland, das damals eng mit Frankreich verbunden war. Deutsche Autoreporter unterstellten Citroën, die Form beim Volkswagen (Käfer) abgeschaut zu haben.
 
Citroen AMI
Citroen "Ami"
Bereits mit dem Start der Citroën Dyane 1967 wurde am Ende des 2CV gearbeitet. Doch die Ente überdauerte die als Nachfolger vorgesehenen Autos "Ami 6", "Dyane", "LN" und "Visa". Vom Ami 6 stammt auch der Breitbandtacho im typischen Stil der 60er-Jahre, den der 2CV Anfang der 70er-Jahre in der "Club"-Version bekam und bis zum Produktionsende behielt. Die Produktion der Dyane wurde 1983 eingestellt.

Erst 1988 wurde im französischen Citroën-Werk Levallois die Produktion des 2CV eingestellt. Am 27. Juli 1990 verließ im portugiesischen Citroën-Werk Mangualde der endgültig letzte Wagen (ein grauer 2CV6 Charleston mit der Fahrgestellnummer VF7AZKA00KA376002) die Montagehallen.
Die Gründe für die Einstellung des 2CV sind vielschichtig. Einerseits ging die Nachfrage speziell in den französischsprachigen Ländern spürbar zurück, während in Deutschland und Großbritannien die Nachfrage unverändert hoch blieb. Während zu Spitzenzeiten in den 1960er-Jahren mehr als 150.000 Stück pro Jahr weltweit verkauft wurden, waren es Ende der 1980er-Jahre nur etwa 20.000 Stück. Andererseits konnte man das Fahrzeug als „leicht veraltet“ bezeichnen, es entsprach in keiner Kategorie (Verbrauch, Geräuschentwicklung, Abgasverhalten, Unfallsicherheit usw.) dem damaligen Stand der Technik. In einigen Ländern wie z.B. Schweiz oder Schweden soll es schon von dem offiziellen Produktionsende aufgrund geänderter Zulassungsbestimmungen verboten gewesen sein, neue 2CV zuzulassen.

Ferner muss auch erwähnt werden, dass Citroën das Image des ’’häßlichen Entleins’’ loswerden wollte. Citroën gehörte damals schon seit einiger Zeit zum PSA-Konzern und wollte lieber mit hochwertigen Fahrzeugen in Verbindung gebracht werden. Der im Jahre 1989 auf den Markt gebrachte XM sollte an die Tradition des DS anknüpfen, wobei der 2CV nicht ins Bild passte. Die zurückgehende Nachfrage war daher ein willkommener Anlass, sich vom 2CV zu verabschieden.
Neben der Dyane plante Citroën den Citroën Visa als Nachfolger des 2CV, ursprünglich auch mit dem bewährten Zweizylinder-Boxermotor. Dieser 1978 lancierte Nachfolger wurde 1988 vor dem Ende des 2CV wieder eingestellt. Erst der Citroën AX von 1986 wurde zum neuen Basismodell von Citroën.

Kult
Der Anschaffungspreis des 2CV war recht niedrig. In den 1960er-Jahren war der Preis etwa vergleichbar mit dem eines VW Käfers. Mitte 1963 etwa kostete das "de luxe-" Modell (mit hinteren Seitenfenstern) genau 3.600 DM (entsprechend etwa 7 Monats-Durchschnitts-Bruttolöhnen eines Facharbeiters) ab Auslieferungslager Köln. Dank der einfachen Technik waren auch die Unterhaltskosten entsprechend gering, der geringe Hubraum schlug sich in geringen Kraftfahrzeugsteuern nieder. All diese Faktoren trugen schon früh dazu bei, dass die Ente vor allem in Deutschland zum typischen Studentenauto avancierte.
Ihr Besitz galt vielen als Ausdruck einer nonkonformistischen und konsumkritischen Lebenshaltung, bei der Statussymbole keine Rolle spielen. 1981 gab es in begrenzter Auflage das Sondermodell "Charleston" mit schwarz-weinroter Lackierung im Stil der 20er-Jahre mit speziellen Sitzpolstern, runden Scheinwerfern und verchromten Radkappen. Dieses Modell hatte als erste Ente Scheibenbremsen an der Vorderachse. Wegen des großen Erfolges gab es ab Modelljahr 1982 die Charleston-Ente serienmäßig, nun zusätzlich in schwarz-gelb und mit verchromten Scheinwerfern. Ab Modelljahr 1984 wurde die schwarz-gelbe durch eine nachtgrau-nebelgraue Version ersetzt, die bis zur Produktionseinstellung im Programm blieb...
 

 
 

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