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Berliet
war ein französischer Kraftfahrzeug-Hersteller, vor
allem bekannt für seine Lastkraftwagen.
Die Firma wurde 1899 von Marius Berliet in Brotteaux in
der Nähe von Lyon als kleine Werkstatt gegründet, in der
Pkw hergestellt wurden, anfangs Fahrzeuge mit einem
Einzylindermotor, ab 1900 mit Zweizylindermotor. Der
Betrieb expandierte schnell, und so kaufte Berliet im
Jahre 1902 eine Firma in Monplaisir auf. Produziert
wurde dort ein Vierzylindermodell mit einem
Stahlrohrrahmen, dies war zu dieser Zeit, als die
meisten anderen Hersteller zumeist Holz verwendeten,
außergewöhnlich. Im Jahre 1910 hatte das Unternehmen
bereits sieben Zweigbetriebe, es wurde eine Palette von
Fahrzeugen von 8 bis 60 PS produziert. 1912 ging etwa
die Hälfte der hergestellten Fahrzeuge in den Export.
1915 hatte Berliet sein Unternehmen dergestalt
organisiert, dass von der Stahlherstellung bis zum
fertigen Produkt alles in einer Hand lag.
Im Ersten Weltkrieg sah Berliet seine Chancen in der
Rüstungsindustrie. Da durch den Krieg in Frankreich ein
großer Bedarf an militärischen Lastkraftwagen bestand,
wurde die Produktion auf die Lkw-Herstellung umgestellt,
der Ausstoß betrug im Jahre 1917 etwa 40 Fahrzeuge pro
Tag. Außerdem stellte Berliet in dieser Zeit
Mörsergranaten her.
Nach einem Bankrott im Jahre 1921 folgte ein Neuaufbau
des Unternehmens.
Das letzte Pkw-Modell war von 1936-1939 der Berliet
Dauphine mit einem 2-Liter-Motor. Die
Personenkraftwagenproduktion endete 1939, danach stellte
Berliet ausschließlich Lastkraftwagen her und belieferte
im Zweiten Weltkrieg die französische Armee in großen
Stückzahlen.
Die Nachkriegszeit sah ein expandierendes Unternehmen,
die Produktion wurde von 17 Lkw pro Tag im Jahre 1950
auf über 120 Fahrzeuge pro Tag im Jahre 1970 gesteigert.
Das Unternehmen sah seine Chancen in
Entwicklungsländern, es folgte 1956 die Gründung von
Berliet Algerien, im Jahre 1958 die Gründung von Berliet
Marokko. 1965 schloss man ein Lizenzabkommen mit der
Volksrepublik China für die Fertigung von
Schwerlasttransportern, im Jahre 1969 wurde eine
Omnibusfabrik in Kuba aufgebaut.
1975 hatte Berliet etwa 24.000 Beschäftigte.
1967 wurde die Firma Teil des Citroën-Konzerns und
übernahm die Lkw-Fertigung von Citroën.
Auf Betreiben des französischen Staates wurde Berliet
1975 vom Renault-Konzern übernommen und 1978 mit der
schon bisher zu Renault gehörenden Nutzfahrzeug-Tochter
Saviem zur neuen Firma Renault Véhicules Industriels
(kurz: RVI) zusammengeschlossen. Die beiden bisherigen
Markennamen wurden noch bis 1980 weitergeführt, dann
aber von der Marke Renault ersetzt, womit die Marke
Berliet vom Markt verschwand.
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