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1955: BMW kurz vor dem AusZwar kommen die neuen V8-Automodelle
(BMW 501 &
502) 1955 hervorragend an, aber 4 567
verkaufte Wagen reichen am Ende des
Jahres nicht, um in die Gewinnzone
zu kommen. Und die
Isetta, mit der
man ab 1954 versucht den Rückgang im
Motorradgeschäft aufzufangen,
erreicht die Rentabilitätsschwelle
auch erst um die Jahreswende
1955/56. Dabei boomt die
Kraftfahrzeugindustrie: Um ein
sattes Drittel steigt 1955 die
Produktion in Westdeutschland.
Verzweifelt versucht man, mit neuen
Modellen auf den fahrenden Zug
aufzuspringen: Der BMW 600 soll die
Nachfrage nach einem viersitzigen
Auto vorübergehend decken. Doch der
600 erweist sich als Fehlgriff, die
Kunden lehnen den Fronteinsteig ab.
Der Umsatz der V8-Modelle ist
stabil, reicht aber bei weitem nicht
aus. Das Modellprogramm soll in zwei
neue Baureihen gestrafft werden, den
Kleinwagen 700 und ein noch in
Entwicklung befindlicher 1,6
Liter-Mittelklassewagen. Der BMW 700
hat das Zeug zum Erfolg, ist aber
noch nicht in Produktion. Um die
Verluste auszugleichen muss BMW ein Grundstück in
Berlin-Spandau verkaufen – fast die
Hälfte der Werksfläche. Auch die
junge Tochter
BMW Triebwerkbau in München-Allach fährt nur Verluste in
Millionenhöhe ein. Während die
deutsche Autoproduktion 1959
durchschnittlich um rund 15 Prozent
wächst muss der Vorstand
eingestehen: „Wegen Fehlens eines
tragfähigen Fertigungsprogramms
konnte unsere Gesellschaft an dieser
Entwicklung nicht teilnehmen.“
| Im Januar und Februar wird
Kurzarbeit angeordnet, im Juni
folgen Entlassungen. Als der
Vorstand am 9. Dezember 1959 um
11 Uhr die Hauptversammlung für
die Bilanz 1958 auf der
Münchener Theresienhöhe
eröffnet, haben sich die
Geschäftsverluste seit 1954 laut
Bilanz auf rund 49 Millionen DM
summiert. Die Produktion ist
unrentabel und nicht
konkurrenzfähig. BMW ist ein
Sanierungsfall. Und die soll –
kurz gesagt – durch einen
Verkauf an die
Daimler-Benz AG
durchgeführt werden. Ein
zeitlich befristetes Kaufangebot
liegt bereits auf dem Tisch.
Zwei Aktionärsvertretern gelingt
es jedoch, eine Ablehnungsfront
zu erzeugen: Sie zeigen auf dass
für den neuen BMW 700 schon über
30 000 Bestellungen vorliegen.
Außerdem weisen sie dem |
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1959 BMW
Hauptversammlung - Die
Weichen werden neu
gestellt |
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Vorstand eine
Bilanzierung zuungunsten des
Unternehmens nach: Die
Entwicklungskosten für den BMW 700
wurden in nur einem Jahr abgeschrieben,
was den Verdacht erweckt, dass die roten
Zahlen insgesamt nicht stimmen. Jetzt
genügen zehn Prozent des vertretenen
Aktienkapitals, um die
Aktionärsversammlung zu vertagen. Die
Sperrminorität kommt zusammen. Das
Ultimatum aus Stuttgart verstreicht, BMW
bleibt erhalten.
Das Engagement beeindruckt Herbert
Quandt, einen der Großaktionäre der
BMW AG. Nach sorgfältiger Prüfung
der Bücher und Gesprächen mit dem
Betriebsrat übernimmt er größere
Teile des BMW Kapitals. Der Weg in
die Zukunft ist frei.
1959 erschien mit dem BMW
700 das erste Automobil mit selbsttragender
Karosserie. Spätestens aber mit dem
BMW 1500 hatte sich BMW als einer der
führenden Automobilhersteller Deutschlands
etabliert. Diese Entwicklung führte
dazu, dass sich BMW 1965 aus dem
Flugzeugmotorenbau
zurückzog.
1960: Die 60er Jahre: Der Umsatz
versechsfacht sich.Von 1960 bis 1969 steigt die
Wagenproduktion von 52 000 auf 148
000 um fast das Dreifache, der
Umsatz von 239 Millionen auf 1,5
Milliarden um mehr als das
Sechsfache. Die Belegschaft wird von
7 000 auf 21 000 Mitarbeiter
verstärkt. Im gleichen Zeitraum
wächst die Verkaufsorganisation von
1600 auf knapp 4 000 Vertragspartner
im In- und Ausland. Das um die neuen
Sechszylinder-Limousinen und Coupés
erweiterte Modellprogramm beschert
dem Unternehmen neue Produktions-
und Absatzrekorde. Grundlage für den
Erfolg der BMW Automobile ist die
von Verkaufsvorstand Paul G.
Hahnemann und dem Meinungsforscher
Bernt Spiegel entwickelte
„Nischentheorie“.
Mit ihr kehren die im Vorkrieg
entwickelten markentypischen Merkmale
wie Sportlichkeit und Dynamik bei
kompakten Ausmaßen in das BMW Programm
zurück. Darüber hinaus kommt eine neue
Vertriebsstrategie zum Tragen. Zum
ersten Mal seit Einstieg in die
Automobilproduktion verfügt BMW über ein
internationales Exklusivhändlernetz.
Der BMW 1600, der 1966
erschien, war Basis für die sehr erfolgreiche
02 Reihe, die bis 1977 gebaut wurde.
Parallel dazu belegte BMW bereits ab
1968 auch das Segment der Luxuslimousinen,
Mit dem BMW 2500 und 2800 wurde die
Oberklasse versorgt. Das Spitzenmodell
dieser Baureihe, der 3.0 csl sorgte
nicht nur auf der Straße für Aufsehen,
sondern wurde auch erfolgreich im
Motorsport eingesetzt.
Auf den immer rückläufiger werdenden
Motorradmarkt reagierte BMW frühzeitig
und erkannte das Motorrad als
Freizeitfahrzeug. Sinn dieser Motorräder
war nicht mehr die günstige Art der
motorisierten Fortbewegung, sondern der
Fahrspaß. Nachdem 1969 nur knapp 5 000
Maschinen verkauft werden, bringt das
Jahr 1970 mit den neuen Modellen R 50/5,
R 60/6 und R 75/5 die Wende. Die
Motorradproduktion steigt auf über 12
000 Maschinen, schon zwei Jahre später
sind es mehr als 21 000.
1972 wurde mit der Einführung der
5er Baureihe ein weiterer Meilenstein
in der Automobilgeschichte des Unternehmens
gelegt.
„Der neue Zweiliter-Vierzylinder-Wagen
der Bayerischen Motoren Werke trägt,
abweichend von der bisherigen
Typenbenennung, die Modellbezeichnung
BMW 520 (sprich: fünf-zwanzig). Dabei
kennzeichnet die erste Ziffer den
Wagentyp, die zweite und dritte den
Motorhubraum.“ Mit dieser Erklärung wird
auf der IAA 1972 eine neue BMW
Automobilgeneration vorgestellt –
die 5er Reihe.
Das Erscheinungsbild der beiden
zunächst gezeigten Modelle BMW
520 und BMW 520i prägt eine neue
Formensprache: Große
Fensterflächen und tiefe
Gürtellinie sind die
auffälligsten Merkmale der neuen
Form mit den typischen |
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BMW 525 - Baujahr 1973 |
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Doppelscheinwerfern. Im Cockpit
dominiert eine auffallend strenge
Funktionalität. BMW hat damit einen Stil
kreiert, der Jahrzehnte überdauern soll
und die Marke unverwechselbar macht. Die
neuen Modelle werden hervorragend
aufgenommen, und wie üblich wächst bei
der leistungsorientierten BMW Klientel
schnell der Wunsch nach weiteren, noch
kraftvolleren Modellen. So vergeht
letztlich nur ein Jahr, ehe BMW in
Gestalt des BMW 525 den ersten
5er mit
Sechszylindermotor auf den Markt bringt.
Mit dieser ersten Generation der
5er
Reihe, die 1982 ausläuft, kann BMW die
Produktion von Automobilen in dieser
Klasse mehr als verdoppeln, wobei über
die Hälfte aller 5er in den Export geht.
Die BMW 3er-Reihe - Die meist
verkaufte Modellreihe
| Die
BMW 3er-Reihe folgte 1975 - Mit ihr
tritt ein gänzlich neues
Automobil an, technisch eine
Weiterentwicklung der 02-Reihe,
optisch eindeutig verwandt mit
der
5er-Reihe und doch völlig
eigenständig. Charakteristisch
für den neuen Zweitürer ist die
ausgeprägte Keilform, die von
der Öffentlichkeit anfangs
kontrovers diskutiert wird. Auch
der Innenraum ist völlig neu:
Das Cockpit-Design feiert
Premiere, jene zum Fahrer hin
abgewinkelte Mittelkonsole,
lange Jahre typisch für das BMW
Interieur. Bereits 1976 wählen
die Leser von Europas größtem
Automagazin den
BMW 320 als
beste Limousine der Welt in der
Klasse bis zwei Liter Hubraum.
Der |
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Dreier läuft
dem 02 den Rang ab. In jeglicher
Beziehung: Im Mai 1981 rollt der ein
millionste Dreier vom Band. Er ist damit
der erfolgreichste BMW aller Zeiten.
1976: Die großen Coupés: 6er und 8er.
| Mitte der 70er sind die wilden Jahre der
legendären BMW Renn-Coupés vorbei und
BMW präsentiert 1976 mit seiner
6er-Reihe ein elegantes, zurückhaltend
gestaltetes Oberklasse-Coupé, das es
während seiner gesamten Produktionszeit
ausschließlich mit Sechszylindermotoren
zu kaufen gibt. Mit einer Außenlänge von
4,75 Meter und einem feudalen
Innenraumangebot, das auch im Fond mit
zwei Schalensitzen hohen Fahrkomfort
ermöglicht, ist
630 CS und 633 CSi
mitsamt ihren Nachfolgern ein
außergewöhnlicher Verkaufserfolg
beschieden: Bis zum Produktionsende 1989
werden mehr als 86 000 Exemplare
verkauft. Nie zuvor war ein BMW Coupé
erfolgreicher gewesen. Der
folgende 8er |
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ist zwischen 1989 und
1999 mit mehr als 31000 verkauften
Einheiten ein weiterer technologischer
Meilenstein in der BMW CoupéGeschichte:
Seine 8- und 12-Zylinder Motoren
katapultieren den 8er locker auf bis zu
250 Stundenkilometer und ermöglichten
dem exklusiven
Kreis seiner Liebhaber ein bis dahin
unerreicht genussvolles Dahingleiten.
Foto © BMW AG |
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