|
|
| |
|
|
| |
|
|
| |
|
|
| |
|
|
| |
|
|
|
|
| |
Erst
11 Jahre nach der Gründung der Bayrischen
Motorenwerke im Jahre 1917 präsentierte
sich die BMW AG so, wie sie heute selbstverständlich
gesehen wird - als Automobilhersteller.
Durch den Kauf der Fahrzeugfabrik Eisenach
rollten 1928 die ersten Autos mit dem
BMW-Propeller auf den Straßen. Bis dahin
hatte sich das Unternehmen fast ausschließlich
mit dem Bau von Flugzeugmotoren beschäftigt.
Franz Josef Popp, von 1917 bis 1942
Vorstandsvorsitzender der Bayrischen
Motorenwerke, hatte dieses Unternehmensfeld
geprägt. Popp, der zu Beginn des ersten
Weltkrieges als Ingenieur zunächst bei
der AEG und dann bei den Austro-Daimler-Werken
in Wien verantwortlich für die Flugzeugmotorenproduktion
war, wurde im September 1917 als Geschäftsführer
der Rapp-Motorenwerke bestätigt, die
dann in Bayrische Motorenwerke umfirmierte.
Nach dem ersten Weltkrieg suchte das
Unternehmen nach neuen Geschäftsfeldern
und weitete die Produktpalette um den
Bau von Motorrädern aus. Das Erkennen
der Motorisierung der Volksschichten
bescherte BMW einen rasanten Aufstieg,
die Übernahme der Fahrzeugfabrik Eisenach
mit dem Produktsegment Automobile war
da eine logische Konsequenz.
22. März 1929: Das erste Automobil
war der
Dixi 3/15 PS, ein in
Lizenz nachgebauter Austin Seven.
Kurzerhand mietete BMW eine
Fabrikhalle des Karosserieherstellers
in Berlin. Schon am 22. März
1929 verließen die ersten
Dixi 3/15 PS DA 2 dieses Werk in
der Nähe des alten Flugplatzes Berlin-Johannisthal und wurden
für den späteren Versand an
die BMW Händler eingelagert.
Es dauerte noch bis zum 9. Juli
1929, ehe BMW mit seinem ersten
Automobil an die Öffentlichkeit
trat. Eine feierliche Präsentation
im neuen BMW Verkaufsgeschäft
in Berlin Zentrum und eine ganzseitige
Annonce in der Presse machen
das neue Auto publik. |
|

BMW Fertigungshalle
in Berlin Johannisthal |
|
Der moderne
Dixi 3/15 PS kommt beim
Publikum gut an. Und er macht auch gleich
Schlagzeilen: Auf Anhieb gewinnt BMW
1929 die Internationale Alpenfahrt,
die fünf Tage lang über alle großen
Pässe führt. Neben seiner Zuverlässigkeit
spricht das Auto auch durch seine Sparsamkeit
und den Preis immer mehr Käufer an:
Mit sechs Litern Treibstoff/100 Kilometer
ist man auch damals schon wirtschaftlicher
als mit der Bahn unterwegs und die
2 200 Reichsmark für die Basisversion
können sogar per Teilzahlung abgestottert
werden. Damit ist der BMW deutlich billiger
als ein vergleichbarer Hanomag und liegt
auf dem Niveau des damaligen Bestsellers,
des Opel „Laubfrosch“.
Bis zum Frühjahr des Jahres 1930 vergrößerte
BMW das Kleinwagenangebot durch weitere
Varianten wie Zweisitzer Sport, zwei-
oder viersitziges Kabriolett oder den
„Eil-Lieferwagen“. Später kommen noch
der 18 PS starke Sportwagen vom Typ
„Wartburg“ und ein Coupé hinzu, 1931
fließen mit dem Serie DA 4 technische
und optische Überarbeitungen in die
Serie ein. Innerhalb kürzester
Zeit hat es BMW damit geschafft, ein
breites Spektrum an Kleinwagen für vielseitige
Wünsche auf die Räder zu stellen. Bis
zum Ende dieser ersten BMW Modellreihe
im Frühjahr 1932 finden sich annähernd
16 000 Käufer, die dem kleinen BMW den
Vorzug geben.
3/20 PS: Der erste echte BMW1932 schlägt die Geburtsstunde des ersten
echten BMW. Der 3/20 PS ist wieder als
geschlossener Zweitürer, als offener
Tourenwagen oder Kabriolett mit vier
Sitzen zu haben. Der neue Wagen hat
mit dem Dixi fast nichts mehr gemeinsam:
Mit Doppelrohrrahmen, Pendelachse hinten
und Einzelradaufhängung vorne bietet
er ein Fahrgefühl wie ein großes Auto.
Innerhalb von rund einem Jahr ist mit
dem 3/20 PS nicht nur ein neuer Wagen,
sondern auch ein neuer Motor entstanden.
In Eisenach hatte man sich voll auf
den Automobilbau konzentriert, während
München für den Vierzylinder zuständig
war. Die neue, 20 PS starke Maschine
mit 782 cm³ Hubraum hat hängende Ventile
und läuft deutlich leiser als ihr englischer
Vorgänger. Die neue Karosserie bietet
außerdem mehr Komfort. 7 215 Einheiten
werden gefertigt, gleichzeitig allerdings
denkt man in München und Eisenach über
einen Wagen nach, der mit mehr Leistung
für mehr Umsatz sorgen soll. 1933 dann erscheint mit dem
BMW 303
der Urvater einer langen und
ruhmreichen Tradition von BMW
Sechszylindern. Als erstes Automobil
trägt der
303 die charakteristische
Niere als Kühlergrill. Der völlig
neu entwickelte 1,2 Liter
Reihenmotor erweist sich als extrem
leise laufendes, bulliges Aggregat,
das 30 PS entwickelt und den
Viersitzer bis zu 90 km/h schnell
macht. Der
303 bietet allerdings zu wenig
Hubraum, um BMW in höhere Klassen
zu positionieren. Deshalb vergrößert
man den 1,2 Liter zuerst auf 1,5,
später auf 1,9 Liter und 45 PS.
Damit ist der 3,90 m lange 319
geboren.
Er hat schon eine automatisch
arbeitende Kühlerjalousie und
hydraulische Teleskopstoßdämpfer.
Der Motor glänzt wiederum durch hohe
Laufruhe, geringe Vibrationen und
gute Durchzugskraft.
Während die Autos publikumswirksam
Preise und Pokale gewinnen, besinnt
sich BMW auf sein ursprüngliches
Kerngeschäft, den Flugmotorenbau.
1934 wird die
BMW Flugmotorenbau
GmbH gegründet, die bald in München
und Eisenach
Triebwerke für die
Luftfahrt herstellt.
Auch den
Motorradbau perfektionierte
BMW mehr und mehr, mit der R 12 und
der R 17 bot BMW im Jahr 1935 weltweit
erstmals
Motorräder mit hydraulisch
gedämpften Teleskopgabeln an und revolutionierte
so den Motorradmarkt.
1936 stieg BMW
in den Motorsport ein, mit dem
BMW 328 gelang
Ernst
Henne am 14. Juni auf dem Nürburgring auf
Anhieb der Sieg in der 2-l Klasse. „Unheimliches holte
Henne aus seinem neuen 2 Liter. Welch prachtvolle
Beschleunigung! Er schießt
davon, die lange Gerade
hinunter und hinein in die
Kurven und Kehren des
Rings... der Sportwagen ist schneller
als die gesamte
Kompressor-Konkurrenz! Weit
überlegen geht
Henne als
Sieger durchs Ziel...“. Was
die „Motorwelt“ so
euphorisch beschreibt, ist
das Ergebnis einer
Blitzentwicklung. Die
Konstrukteure, Mechaniker
und Gestalter der BMW
Entwicklung in München
hatten wenig Zeit und Geld
gehabt, diesen Sportwagen zu
verwirklichen. |
|
|
Man musste sich auf das
Wesentliche beschränken und
vielleicht liegt darin das Geheimnis
des Erfolgs. Binnen kurzer Zeit
dominiert der
BMW 328 seine Klasse
auf unerhörte Weise, selbst deutlich
leistungsstärkere Konkurrenten
werden nicht selten deklassiert. 80
PS in der Serienversion bei nur 830
kg Gewicht
verhelfen dem eleganten Roadster zu
beeindruckender Kraftentfaltung.
1937 konstruierte BMW bereits
Fahrzeuge nach Messungen im
Windkanal. Dennoch blieb das
Hauptbetätigungsfeld weiterhin der
Flugzeugmotorenbau. Kurz vor Beginn
des Krieges erwirbt BMW 1939 die zum
Siemens-Konzern gehörenden
Brandenburgischen Motorenwerke in
Berlin-Spandau, die auf eine lange
Tradition im Flugmotorenbau
zurückblicken können. Die Geschäfte
laufen gut, zum 25-jährigen
Firmenjubiläum kann die BMW AG eine
durchschnittliche Dividende von 7,5
Prozent
| seit Bestehen der
Gesellschaft vermelden. Die
unstillbare Nachfrage der
Luftwaffe führt 1940 zu
einer Kapitalerhöhung der
BMW AG um 7,5 Millionen
Reichsmark auf 22,5
Millionen RM. Die volle
Summe fließt in die
BMW
Flugmotorenbau GmbH. BMW ist
praktisch nur noch ein
reiner Rüstungsbetrieb,
Autos und
Motorräder sind
ausschließlich zur
Kriegswirtschaft, allenfalls
noch für den Export
bestimmt. In den Werken
München, Berlin und Eisenach
werden bis 1945 zehntausende
von
Flugmotoren gebaut,
darunter mit dem Jet-Antrieb
003 eines der ersten
serienmäßig hergestellten
Strahltriebwerke der Welt.
Das Strahltriebwerk wurde in
dem
Fernaufklärer Arado 234
1944 erstmals eingesetzt.
|
|

Arado 234 - BMW
startet mit der 003
Turbine ins
Jet-Zeitalter |
|
1945: BMW hat praktisch
aufgehört zu existieren„Durch das Kriegsende fand die
gesamte Fertigung des Unternehmens
ihr Ende, ohne dass Unterlagen für
eine Friedensfertigung vorlagen.“
Der erste Satz im Bericht des
Generaltreuhänders und des
Vorstandes der BMW AG wird erst 1949
geschrieben – so lange dauert es,
bis das
Jahr 1945 überhaupt bilanziert
werden kann. Bereits einige Tage vor
der Kapitulation versucht die BMW
Leitung, mit einer Notbelegschaft
Zerstörungen und Plünderungen zu
vermeiden. Die verbliebenen BMW
Mitarbeiter beginnen sofort mit
Räumungsarbeiten und halten sich mit
Reparaturaufträgen für Handel und
Industrie über Wasser. Am 2. Oktober
1945 beschlagnahmt die
US-Militärverwaltung das gesamte BMW
Vermögen und erklärt das Unternehmen
zum Reparationsbetrieb. Der gesamte
Vorstand muss gehen. Der eingesetzte
Treuhänder ordnet weisungsgemäß die
sofortige Einstellung aller Arbeiten
an und beginnt mit dem Abbau von
Maschinen und Einrichtungen. In
Berlin demontieren die Sowjets die
gesamte technische Einrichtung der
Spandauer Flugmotorenwerke. Das Werk
Eisenach wird enteignet und später
in die Awtowelo umgewandelt. Die BMW
AG schließt das Jahr 1945 mit einem
Verlust von 20 Millionen Reichsmark
ab. BMW hat praktisch aufgehört zu
existieren.
1948: Mit der R 24 in die D-Mark.
Während beispielsweise
Daimler Benz 1946 bereits
wieder die Produktion des
Modells 170 V aufnehmen
darf, bleibt BMW bis 1948
paralysiert. Dann lockern die
amerikanischen Behörden ihre
restriktive Haltung und
erlauben die Herstellung
eines neuen Motorrades. Die
R 24 steht im März 1948 auf dem Genfer
Automobilsalon als erstes
Nachkriegsprodukt der BMW
AG. Die Einzylinder-Maschine
mit Kardanantrieb kommt
derart gut an, dass
innerhalb weniger Tage rund
2 500 Bestellungen in
München vorliegen. Und das,
obwohl kein Liefertermin
genannt werden kann. Erst am
17. Dezember, ein halbes
Jahr nach der Währungsreform
in Deutschland, wird die
erste R 24 in einer
feierlichen Zeremonie
fertiggestellt. Am |
|

Die BMW R24 erstes
Motorrad
nach dem zweiten Weltkrieg |
|
Ende des Jahres kann die BMW AG
immerhin einen Umsatz von 4,2
Millionen DM bilanzieren. Die Einnahmen schießen in den
folgenden Jahren förmlich nach oben.
1949 fließen rund 20 Millionen DM in
die Münchner Kassen, 1950 springt
der Umsatz auf 36,5 Millionen DM. In
diesem Jahr werden 732 000
Führerscheine ausgegeben. Das lässt
erkennen, wie sehr die Deutschen
nach Mobilität streben. Der Liter
Benzin kostet 60 Pfennig, Diesel 32.
1951 steigt der BMW Umsatz auf 57,5
Millionen DM. Von gerade mal 126
Werkzeugmaschinen 1948 vervielfacht
sich der Bestand auf 1405 Stück. Das
darauf produzierte
Modellprogramm
umfasst 1952 die einzylindrige R
25/2 und die neuen
R 51/3, R 67/2 und R 68 jeweils mit
Zweizylinder-Boxermotor.
1951
dann das erste in München gebaute
Automobil, da das Eisenacher
Werk unter sowjetischer Verwaltung
stand. 1952 wurde mit der
Serienfertigung begonnen.
Der BMW 501, als
Barockengel bezeichnete
Wagen, war eine Luxuslimousine mit dem
ersten V8 Leichtmetallmotor der Welt.
Die Beurteilung dieses auf alter
Tradition aufbauenden Fahrzeuges
scheint sich überaus günstig zu
gestalten“. Das jedenfalls teilt der
Vorstand den Aktionären mit. Durch
die Demontage der Münchner Werke
errechnen die BMW Buchhalter einen
Gegenwartsschaden von rund 100
Millionen DM. Weil die eigenen
Mittel knapp sind, soll die
Automobilfabrik in mehreren Stufen
ausgebaut werden. Ende 1953 will man
diese Periode abschließen. Dann, so
hofft der Vorstand, dürfte mit der
Auto- und Motorradfertigung „wieder
die Grundlage für die Zahlung einer
Dividende gewonnen sein“.
Ab 1954 wurden im Werk Allach auch
wieder Flugzeugmotoren gebaut. Im
Automobilbau erzielte BMW im Jahr
1955 einen ganz großen Wurf.
Isetta
hieß das eiförmige Motocoupé, mit
Platz für Zweieinhalb und munteren
12 PS im Heck. Die - einzige - Tür
ging nach vorne auf und die
Hinterräder standen nicht einmal
halb soweit auseinander wie die
vorne - kein BMW vorher oder nachher
war je so unverwechselbar.
Fahrer
und Passagier nahmen bequem Platz,
zogen die Tür vor sich zu - und mit
ihr das Lenkrad plus Armaturen.
Geschaltet wurde - überaus sportlich
- links mit einem kleinen
Knüppelchen, so einen Sidestick
hatte grade mal ein
Formelrennwagen. Mehr als 160.000 verkaufte
Isettas legten
den Grundstein für BMWs erfolgreiche
Automobilproduktion und ist ein
Inbegriff des Wirtschaftswunders.
Doch der
Isetta |
|

Die
Isetta - Inbegriff
des Wirtschaftswunder |
|
war keine.
Eigenproduktion sondern ein Lizenzbau
des italienischen Herstellers Iso, die
BMW Isetta traf
genau in einen Markt der
Wiedermotorisierung und wurde zum
Inbegriff des Wirtschaftswunders
1955: Zeitlose Eleganz - BMW 507 & 503
|
1955 präsentierte BMW mit dem
507 einen Sportwagen in zeitlos
elegantem Design. Damit hatte
niemand gerechnet: „BMW hat
sogar die Italiener geschlagen“,
frohlockte ein Fachmagazin zur
Premiere des Sportroadsters
BMW
507. Dabei war der Designer ein
Deutscher. „Der Leichtbau
V-Achtzylinder von BMW dürfte
die bisher glücklichste Synthese
der Automobilbau-Kunst diesseits
und jenseits des großen Teichs
sein“, hieß es über das
Triebwerk: Auch dieser erste in
Serie gebaute
Aluminium-Achtzylinder der Welt
kam aus Deutschland. Der
507
trug ein völlig neues, aber
dennoch eindeutiges BMW Gesicht.
Die Doppelniere, in den ersten
Entwürfen nicht vorgesehen, war
statt hoch jetzt breit und
|
|

Designer und sein Werk:
Graf Goertz und der
BMW
507 |
|
schwang sich zwischen den
Scheinwerfern elegant über die gesamte
Wagenfront. Lang gestreckte Seitenlinien, ein
geschwungener Aufbau und eine nicht
enden wollende Motorhaube bestimmten
das zeitlos schöne Design dieses
Traumautos. Charakteristisch waren
die seitlichen Lufteinlässe hinter
den Vorderrädern, in denen das
weißblaue Markenzeichen prangte.
Während in München die Entwicklungen für
den
507 aufgenommen wurden, entstand ein
weiteres Coupe, entworfen von Graf Goertz,
der BMW 503.
Der Zweitürer trat gleich als Coupé und
als Cabriolet auf und war in eine ebenso
elegante wie moderne Pontonkarosserie
gekleidet. „Kein Protz, sondern edle
Rasse
|
hinter beinahe bescheidenen
Formen, die ein Äquivalent zum
herrlichen Achtzylindermotor
bilden“, wurde dem Debütanten
anerkennend bescheinigt. Keine
B-Säule störte die Linienführung
und die vier Seitenscheiben
ließen sich vollständig
versenken. Durch die schmale
C-Säule dominierte insbesondere
bei geöffneten Scheiben der
Eindruck höchster automobiler
Eleganz. Die unterschiedliche
Zielrichtung der beiden neuen
BMW Modelle ließ sich allein
schon an der Form der
markentypisch nierenförmigen
Kühlermaske erkennen: Der 503
gab sich eher konservativ und
trug, wie die 501/502
Limousinen, noch das vertikal
ausgerichtete Doppel-Oval |
|

BMW 503 Coupe |
|
vorneweg. Dem 507 stand dagegen
die revolutionär neue, horizontale
Variante, bei der sich die Niere
praktisch über die gesamte
Fahrzeugbreite zwischen den
Scheinwerfern ausbreitete, perfekt zu
Gesicht.
Foto © BMW AG |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| |
|
|
|
|