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Die Geschichte des BMW
Motorsports - Seite 2
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Erfolgreichster Tourenwagen seiner
Epoche: BMW 3.0 CSL
Das Traumcoupé 3.0 CSL wird zum
erfolgreichsten Tourenwagen seiner Epoche.
Es gewinnt zwischen 1973 und 1979 sechsmal
die Europameisterschaft und beherrscht fast
ein ganzes Jahrzehnt die internationale
Tourenwagen-Szene. Der BMW 3.0 CSL wird zum
Prüfstand einer Reihe technischer
Innovationen: Zum einen arbeitet ab 1973
unter seiner Haube der erste BMW
Sechszylinder-Motor mit Vierventil-Technik.
Zum anderen hat seine Bremsanlage 1974
erstmals versuchsweise ein
Antiblockiersystem – lange bevor diese
Neuheit später beim 7er in Serie geht. Am
Ende seiner Karriere, als Turbo-Coupé,
beeindruckt es mit einer Leistung von bis zu
800 PS. Den stärksten BMW Tourenwagen
schickt die Motorsport GmbH 1976 mit Ronnie
Peterson am Steuer auf die Piste, einen CSL
mit 3,2 Liter Biturbo-Motor. Dessen Leistung
musste sogar gebremst werden – auf 750 PS.
| Auch in der Formel 2 geht die BMW Motorsport
GmbH auf Erfolgskurs. 50 der
Zweiliter-Vierventilmotoren hat March
bekommen, mit denen das renommierte Team in
11 von 16 Läufen siegreich ist. 1973 fährt
Jean-Pierre Jarier mit der BMW Maschine den
europäischen Formel 2 Titel auf March ein.
Das Triebwerk dominiert die
Zweiliter-Kategorie zwischen 1973 und 1982,
die folgenden March-BMW Titel-Helden heißen
Patrick Depailler (1974), Bruno Giacomelli
(1978) Marc Surer (1979) oder Corrado Fabi
(1982). Aber auch bei anderen Rennställen
ist der Zweiliter-Vierzylinder begehrt. Fast
1000 Stück werden produziert, die meisten in
Versionen mit über 300 PS Leistung. |
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BMW 3.0 CSL - 1973 |
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BMW 320i: Erstmals reinrassige
Renntechnik im Tourenwagen
In den 70er Jahren setzen die neuen BMW 320
in der Gruppe 5 die Erfolgstradition der
02-Serie fort. Das neue Vierzylindermodell
sorgt für Furore als es, in einen
hoch entwickelten Rennwagen verwandelt, in
der Deutschen Rennsport Meisterschaft siegt.
Die Rennen finden weltweite Beachtung, da es
noch nie zuvor derart reinrassige
Renntechnik unter der Silhouette von
Tourenwagen gegeben hatte. Die Karosserien
sind zudem mit großflächigen Spoilern
versehen, um die enorme Motorleistung auf
die Fahrbahn zu bringen. Unter dem Begriff
BMW Junior Team treten 1977 talentierte
Fahrer wie Manfred Winkelhock, Marc Surer
und Eddie Cheever an und sorgen
für publikumswirksame Auftritte, verbunden
mit großen Rennerfolgen.
Die Sportwagen-Sensation 1978: Der
BMW M 1
| Dann reift ein Projekt heran, das das erste
Wettbewerbsauto der Motorsport GmbH ohne
Serienvorlage zum Ziel hat: Der
M1.
Zunächst ist der Mittelmotor-Supersportwagen
für die FIA Gruppe 4 in der Deutschen
Rennsport-Meisterschaft gedacht. Während die
Technik bei BMW entsteht, soll Lamborghini
die Karosserie liefern. Dabei kommt es
jedoch zu Verzögerungen, letztendlich baut
dann die Karosseriefirma Baur in Stuttgart
den rassigen Kunststoff-Körper. Für den
ursprünglich geplanten Einsatz ist indes
bereits zuviel Zeit verloren, deshalb hebt
der Chef der Motorsport GmbH Jochen
Neerpasch gemeinsam mit Bernie |
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BMW M1 Procar 1979 |
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Ecclestone
und Max Mosley
die ProcarSerie aus der Taufe. Sie wird als
Auftaktrennen vor den meisten europäischen
Formel 1-Grand Prixs der Saison 1979/80
ausgetragen.
Um ihn für den Motorsport homologieren zu
können, müssen mindestens 400 Exemplare
gebaut werden. Deshalb gibt es die
Mittelmotor-Flunder – der M1 ist gerade mal
1,14 Meter hoch – auch in einer
Straßenversion zu kaufen. Exakt 100 000 Mark
kostet der 277 PS Renner 1978, aber die
Nachfrage übersteigt bei weitem das Angebot.
Immerhin ist der
M1 auf Anhieb der
schnellste deutsche Straßensportwagen, wie
die Messung des führenden Fachmagazins
ergab: 264,7 läuft der
M1 in einem Test von
1979. Das ist allerdings nichts im Vergleich
zum Wettbewerbsauto. Mit 470 PS laufen die ProcarRenner deutlich schneller als Tempo
300. Weitere Optimierungsmaßnahmen und zwei
Abgasturbolader pusten die Leistung
schließlich auf 850 bis 950 PS hoch.
Formel 1 1981:
| BMW entwickelt den Turbo-Motor zum
Weltmeistertriebwerk. Zu Beginn der 80er
Jahre fasst
BMW den Entschluss, seine
Kompetenz auch in der höchsten Klasse des
Motorsports zu beweisen: Im April 1980 gibt
BMW offiziell den Einstieg in die Formel 1
bekannt. Aus einem Vierzylinder mit nur 1,5
Liter Hubraum, basierend auf einem
Serienmotorblock, zaubert das
Spezialistenteam um „Motorenpapst“ Paul
Rosche im Lauf der Jahre ein
Formel-1-Triebwerk mit sagenhaften 1200 PS.
Sechzehn Ventile und Turbolader, erstmals in
der Formel 1 von einer digitalen
Motorelektronik gesteuert, machen das
Kunststück möglich. |
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Nelson Piquet erringt den
ersten F1-Sieg |
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Bereits 1981 läuft der erste Trainingswagen
und ein Jahr später startet Brabham mit dem
BMW Motor den ersten Grand Prix. Von Anfang
an zeigt der Turbomotor seine
Spitzenstellung auf der Rennstrecke. 1983
folgt dann der Triumph: Nur 630 Tage nach
der Premiere erringt der Brasilianer Nelson
Piquet auf Brabham BMW die
Weltmeisterschaft.
1986: Mit dem M3 debütiert der
erfolgreichste Tourenwagen
Nach Beendigung des Engagements in der
Formel 1 konzentriert sich die BMW
Motorsport GmbH mit neuer Energie auf den
Tourenwagen-Rennsport. Damit schlägt 1986
die Geburtsstunde des BMW M3. Der kompakte
Zweitürer stellt für BMW die erste
konsequente Parallelentwicklung von Serie
und Motorsport dar: Die Straßenversion – sie
muss zur Anerkennung als Tourenwagen
innerhalb eines Jahres in 5 000 Exemplaren
verfügbar sein – wird von Anfang an
renntauglich konzipiert und dem Reglement
der Gruppe A förmlich auf den Leib
geschneidert.
Das Ergebnis ist für
BMW triumphal. Vom
Start weg räumt der schneeweiße Renner in
den BMW Motorsport-Farben Siege, Trophäen
und Titel ab: 1987 gewinnt der Italiener
Roberto Ravaglia mit ihm die
Tourenwagen-Weltmeisterschaft – der erste
und einzige Welttitel, der in dieser
Fahrzeugkategorie vergeben wird.
Die serienmäßig bereits 195 PS starke
Hochleistungslimousine mit
Vierzylinder-Vierventilmotor und
serienmäßigem Katalysator stellt die Weichen
für den zukünftigen Motorsport. In den
folgenden fünf Jahren führt der M3 die
internationale Tourenwagen-Rennszene
souverän an: Mehrere
Tourenwagen-Europameisterschaften, der
zweimalige Gewinn der Deutschen |
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Roberto Ravaglia gewinnt mit
dem BMW M3 1987 die
Tourenweltmeisterschaft |
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Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) sowie eine
Vielzahl weiterer international errungener
Siege und Meisterschaften machen ihn zum
erfolgreichsten Tourenwagen.
Supertourenwagen: Die Stars der 90er
In den 90er Jahren wird auch eine neue
Klasse des Tourenwagen-Rennsports aus der
Taufe gehoben: Die Supertourenwagen, die mit
ihren Serien-Brüdern enger verwandt sind als
ihre Vorgänger. BMW bringt eine neue Reihe
erfolgreicher Modelle, mit denen die stolze
Erfolgsserie des M3 fortgesetzt wurde.
Der BMW 320 i (E36) wird am Ende der Saison
1997 als erfolgreichster Tourenwagen des
Jahres mit dem World Cup des internationalen
Automobilsport-Weltverbandes FIA
ausgezeichnet, außerdem holt der BMW 320 von
1993 bis 1998 insgesamt 29 internationale
Meisterschaften. Unter anderem durch Johnny
Cecotto, und Joachim Winkelhock drei Mal in
Deutschland. Vor seinem Triumph in
Deutschland hatte Winkelhock in
Großbritannien schon ein ähnliches
Kunststück fertiggebracht, „Smokin Jo“ war
1993 ein extrem populärer BTCC-Champion.
Sein britischer Meistertitel war für
BMW der
Dritte in Folge. Vor ihm hatten sich dort
schon Will Hoy (’91) und Tim Harvey (’92)
durchgesetzt.
Le Mans: Der BMW Zwölfzylinder
dominiert die 24 Stunden
1995 feiert ein weiterer Motor mit M-Power
einen überragenden Triumph:
Der sechs Liter große Zwölfzylinder auf
Basis des 750i Motors verhilft dem
geschlossenen McLaren BMW Sportwagen zum
Sieg im 24 Stunden Rennen von Le Mans.
Vierventil-Technik, eine Titan-Kurbelwelle
und Aluminium-Kupplung bescheren dem V12
über 600 PS. Den größten Erfolg feiert
BMW
mit diesem Triebwerk 1999 durch den
Gesamtsieg des BMW V12 LMR in dem legendären
24 Stunden-Rennen.
1998 gewinnt der BMW 320d mit einem
Dieselmotor der neuen Generation das
24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring. Die
Kombination aus hoher |
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Gewinner der 24 h von LeMans
1999 |
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Leistung durch
Direkteinspritzung und der traditionellen
Diesel-Sparsamkeit macht ihn bei diesem
Langstrecken-Rennen zu einer unschlagbaren
Kraft. Damit schließt sich ein interessanter
historischer Kreis: Denn einer der Fahrer
des siegreichen
BMW ist Hans-Joachim Stuck,
der das gleiche Rennen schon 1970, damals 19
Jahre alt, für
BMW gewinnen konnte.
2000: BMW kehrt in die Formel 1
zurück
Am 12. März 2000 kehrt
BMW nach dreizehn
Jahren Abwesenheit mit einem Paukenschlag in
die Formel 1 zurück und konzentriert sich
vorerst auf den Einsatz in der Königsklasse.
Doch nicht für lange: 2001 fällt die erste
Startflagge für den neuen BMW M3 GTR mit
einem 450 PS starken V8-Motor. Der stärkste
M3, den es je gab, setzt Maßstäbe in der
GT-Klasse der American Le Mans Series (ALMS)
und tritt vierfach auf: Zwei Fahrzeuge setzt
das Team BMW Motorsport unter der Regie von
Charly Lamm ein, zwei weitere das
amerikanische BMW Team PTG des
deutschstämmigen Tom Milner. Sieben Siege in
zehn Rennen erzielt das neue Coupé, dazu
sechs Polepositions. BMW Werksfahrer Jörg
Müller gewinnt die Fahrer-Meisterschaft in
der GT-Klasse, BMW Motorsport siegt im
Teamklassement, und
BMW wird Markenmeister
im wichtigsten Auslandsmarkt des
Unternehmens.
2001: Die Tourenwagen erleben eine
Renaissance
2001 hat
BMW die Nase in der neuen European
Super Production Championship (ESPC) für
seriennahe Tourenwagen vorn. Nach zehn
Läufen stehen der Niederländer Peter Kox und
BMW Team Germany als neue
Tourenwagen-Europameister fest. Kox gewinnt
den Titel mit seinem 240 PS starken BMW 320i
mit drei Punkten Vorsprung knapp vor seinem
Landsmann Duncan Huisman, der für das BMW
Team Netherlands startet.
2002 belegt BMW Platz zwei bei der
Renaissance der
Tourenwagen-Europameisterschaft. Insgesamt
sechs Länderteams und bis zu acht BMW 320i
bieten in den zehn Läufen zur FIA European
Touring Car Championship (ETCC)
erstklassigen Tourenwagensport. Die
Kundenteams fahren seriennahe BMW 320i mit
Unterstützung der BMW Vertriebe von Belgien,
Deutschland, Großbritannien, den
Niederlanden, Sizilien und Spanien.
Für die Saison 2003 entwickelt BMW
Motorsport den 320i mit
Reihensechszylindermotor weiter. Drei Teams
bringen in dieser Saison insgesamt fünf der
gut 260 PS starken BMW 320i an den Start.
Dabei zeigen sie Flagge: Auf den
Außenspiegeln tragen die
Zweiliter-Tourenwagen die Nationalfarben
jener
BMW Vertriebsorganisationen, auf deren
Unterstützung sie bauen können. Die Saison
endet mit einem Erfolg für BMW: Die
Nationalteams sorgen mit 290 gewonnen
Punkten dafür, dass sich BMW nach 20
Saisonrennen als Meister der
Konstrukteurs-Wertung feiern lassen kann. In
der Fahrerwertung haben die BMW Piloten nach
dem letzten Saisonlauf von Monza allerdings
das Nachsehen. |
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ETCC 2003 - BMW 320i
vorne Jörg Müller (DEU)
hinten Pergusa (ITA) |
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2003: Erstmals wird eine Frau
Tourenwagenmeister – auf BMW
Und wieder einmal ist ein BMW Tourenwagen
2003 für eine Premiere gut: Als erste Frau
gewinnt Claudia Hürtgen einen deutschen
Tourenwagentitel. Die Aachenerin siegt mit
ihrem BMW 320i im Gesamtklassement der
Deutschen Tourenwagen Challenge (DTC). In
der neunjährigen DTC-Geschichte wird der
Titel damit zum vierten Mal mit einem
BMW
gewonnen.
2004 gehen erneut viele renommierte Piloten
auf BMW an den Start der ETCC, darunter
Alessandro Zanardi, das Team-Schnitzer-Duo
Jörg und Dirk Müller, der britische
Senkrechtstarter Andy Priaulx oder der
Champion von 2002, Fabrizio Giovanardi. Sie
alle werden versuchen, die beeindruckende
Erfolgsbilanz von
BMW im Tourenwagensport
weiter zu verbessern. Sowohl der Gewinn des
Fahrertitels sowie die Verteidigung der
Markenkrone sind im Visier der BMW
Nationen-Teams. Der BMW Motorsport bleibt
spannend. Auch nach 75 Jahren.
Foto © BMW AG |
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