Eine Fläche, eine Oberfläche rufe ihn "Paint me,
paint me". So sei es ihm auch mit dem Rennfahrzeug
ergangen, resümiert Sandro Chia, nachdem er das BMW
Art Car signiert, mit dem 9.10.1992 datiert und als
Kunstwerk für vollendet erklärt hat.
Seine Malerei auf einem Prototyp eines BMW
Renntourenwagens fordert den Betrachter heraus, sich
wie im Spiegel zu betrachten.
Schon als Kind hat Chia Graffiti auf Autos gemalt.
Doch inzwischen ist seine Haltung differenzierter
geworden: "Das Automobil ist ein begehrter
Gegenstand in der Gesellschaft, und", so fügt er
hinzu, "viele Augen richten sich darauf. Die Leute
blicken es an. Dieses Auto hier, dessen Oberfläche
ich gestaltet habe, reflektiert die Blicke. Es
begegnet den Menschen, die es betrachten, wie ein
Spiegel."
So der Künstler, für den Mobilität und das
Automobil viel bedeuten. 1946 in Florenz
geboren, hat er die Stadt bis zu seinem 21.
Lebensjahr kaum verlassen. |
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Sandro Chia bemalt einen Prototyp BMW
Renntourenwagen |
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Heute lebt Chia in New York, in London und in der
Toskana. Die Renaissance-Stadt ist die Welt seiner
Kindheit und Jugend, eine Welt, in der er großer
Kunst spielerisch und gelassen zu begegnen gelernt
hat. Als Kind spielt er Fußball auf Plätzen, die Brunelleschi
gestaltet hat, eine Erfahrung, die ihn für sein
Leben prägen wird.
| In den 70er
Jahren tritt Chia mit bedeutenden Einzelausstellungen in Rom,
Turin und Köln hervor. 1980 wirkt er ein Jahr lang
als Stipendiat in Mönchengladbach. 1982 ist er im
Guggenheim Museum in New York, auf der documenta 7
in Kassel sowie auf der Zeitgeist-Ausstellung in
Berlin vertreten. Er gilt als einer der wichtigsten
Vertreter der italienischen Transavantguardia.
Selbst sieht er sich als Neo-Expressionisten, in
dessen figurativer Malerei Carrà, de Chirico,
Picasso und auch Mantegna sowie Giorgione ihre
Spuren hinterlassen haben. Eine Wiederbegegnung mit
ihm und ein Kennen lernen neuer Werke ermöglicht 1992
eine große Ausstellung in der Nationalgalerie
Berlin. |
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Prototyp eines BMW Renntourenwagens |
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