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Seit es Automobile gibt, sind sie für den Künstler
von nie nachlassender Faszination. Das Automobil und
die derart ermöglichte Mobilität waren und sind
Thema der Malerei, der Graphik, der künstlerischen
Photographie und der Plastik. Dies ist zum einen
bedingt durch das automobile Design, das dem
Ästheten die Schönheit des Nützlichen vor Augen
führt, zum anderen durch die Assoziation, die das
Automobil bewirkt - Assoziationen wie Beweglichkeit,
Leichtigkeit, Geschwindigkeit, die Entdeckung neuer
Welten und einer neuen Freiheit.
Bereits die Impressionisten der Jahrhundertwende
befassten sich mit dem Automobil. Besonders beachtet
wurde das Automobil in der Lithographie, wo es zum
Mittelpunkt unzähliger Plakatentwürfe und
Karikaturen wurde. Schon 1890 bildete der
französische Maler und Lithograph Jules Chéret auf
einem Plakat für eine Benzinfirma eine Frau am
Steuer ab. Unmittelbar nach der Jahrhundertwende war
der Rennsport ein beliebtes Motiv der
Plakatkünstler. In den Jahren nach 1910 - auf der
Schwelle zur Moderne - erhielt das Automobil in der
Kunst einen besonderen Stellenwert: Vor dem
Hintergrund eines immer rascheren technischen
Fortschritts verkörperte es für viele Künstler die
Dynamik einer neuen Zeit. Noch intensiver wurde die
künstlerische Auseinandersetzung mit dem Automobil
nach dem zweiten Weltkrieg. Je schneller sich die
Entwicklung zur modernen Massengesellschaft vollzog,
desto aufmerksamer und kritischer wurde sie von
Künstlern aller Stilrichtungen kommentiert. Der
Amerikaner John Chamberlain beispielsweise
provozierte in den vierziger Jahren mit abstrakten,
aus buntem Automobilschrott zusammengeschweißten
Blechkonstruktionen. Von manchen Kritikern zunächst
als "junk art" verrissen, fanden Chamberlains
abstrakte Konstruktionen dennoch bald die
Anerkennung der Kunstwelt. Europäische Künstler
wagten ähnliche Experimente: In Frankreich
fabrizierte der 1930 geborene César Kunstobjekte,
indem er Autos und Autoteile in gezielten
Farbkombinationen mit einer Schrottpresse zu Paketen
presste. Autos, Autoteile, Verkehrssituationen und
Unfälle tauchen auch in den Werken der Pop Art auf.
Eines der typischen Werke dieser Stilrichtung schuf
der Amerikaner Ed Kienholz 1964 mit seinem "Black
Seat Dodge", in dem er ein Autowrack zum Symbol der
menschlichen Existenz verfremdete. Auf der anderen
Seite findet man auch Darstellungen von plakativem
Realismus - etwa in
Roy Lichtensteins "Tire" oder in
James Rosenquists riesigen motorisierten Bildern
namens "Car Touch", auf denen sich die vorderen und
hinteren Teile zweier Automobile aufeinander zu und
wieder voneinander weg bewegen.
Nachdem die Kreativität des Künstlers erst einmal
von der faszinierenden Technik des Automobils
herausgefordert war, war sein Weg als Objekt der
Kunst hin zum Träger von Kunst absehbar. Aber erst
1975 sollte der französische Rennfahrer und
Auktionator Hervé Poulain auf die Idee kommen,
seinen 480 PS starken BMW 3.0 CSL für das
24-Stunden-Rennen von Le Mans von Künstlerhand
gestalten zu lassen. In BMW fand er dafür einen
aufgeschlossenen Partner. Sein Freund
Alexander Calder, der damals im französischen Saché lebte,
wurde mit dem Entwurf des rollenden Kunstwerks
beauftragt. Das Ergebnis fand allenthalben so viel Anklang, daß
sich BMW entschloss, das Experiment fortzusetzen. Im
folgenden Jahr überzog der New Yorker Künstler
Frank
Stella einen BMW mit geometrischen Mustern; 1977
zeichnete
Roy Lichtenstein für die Gestaltung eines
Wagens verantwortlich. Die Serie wurde 1979 von
Andy
Warhol mit einem weiteren BMW Rennwagen fortgesetzt.
Bis auf Warhol hatten bis dato alle Künstler ihre
Entwürfe auf einem Modellauto im Maßstab 1:5, einer
so genannten Maquette, ausgeführt. Nach diesen
Vorgaben wurde die Farbgebung in einer
Speziallackiererei in der Nähe von München
realisiert, anschließend signierten die Künstler
ihre Werke auf der Stoßstange oder auf dem
Wagendach.
Andy
Warhol bestand als erster darauf,
das Auto unmittelbar selber zu gestalten. |
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Alexander Calder - BMW 3.0 CSL |

Andy Wahol bemalt die Vorlage
eines BMW M1`s |
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Was im Bereich des Motorsports seinen Anfang
genommen hatte, wuchs sehr bald über diesen hinaus:
Dem Art Car
Robert Rauschenbergs lag 1986 ein Serien-BMW zugrunde. Auch das Spektrum der Künstler
erweiterte sich: sowohl das Spektrum ihrer
Stilrichtungen wie das der Nationalitäten.
Ornamentik. Ihr folgte
1992 der Italiener
Sandro Chia mit dem Prototyp
eines BMW Renntourenwagens. 1995 entstand das
vierzehnte Art Car:
David Hockney bemalte einen BMW
850 Coupé.
1999 gestaltete die amerikanische
Konzeptkünstlerin
Jenny Holzer einen BMW V12
Rennsportwagen. Das Art Car startete Anfang Mai beim Pre-Qualifying für die 24-Stunden von Le Mans und
wurde dann am 12./13. Juni beim spektakulärsten
Autorennen der Welt dem internationalen Publikum
vorgestellt. Damit kehrte die Idee der Art Cars
zurück an den Ursprung ihrer Entstehung, nach Le
Mans.
Dort nahmen die ersten Fahrzeuge der
BMW Art
Car-Sammlung am 24-Stunden-Rennen teil, einem der
traditionsreichsten Langstreckenrennen des
europäischen Kontinents. Der Initiator des ersten
Art Cars, Hervé Poulain, sowie sein Landsmann Jean
Guichet und der Amerikaner Sam Posey |
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Art Car - Jenny Holzer - BMW V12 LMR
(ALMS Road Atlanta 2000) |
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fuhren dort
1975 den von
Calder gestalteten
BMW 3.0 CSL. Im
folgenden Jahr hatte
Stellas Art Car in diesem
Rennen Premiere. Nach seinem Debut ging der Wagen
bei einem Weltmeisterschaftslauf im französischen
Dijon noch einmal an den Start; gefahren wurde er
dort von dem Schweden Ronnie Peterson. Lichtensteins
Art Car startete 1977 in Le Mans mit den Piloten
Hervé Poulain und Marcel Mignot. Es belegte Platz
neun in der Gesamtwertung und Platz eins in seiner
Klasse. Zusammen mit dem Deutschen Manfred
Winkelhock fuhren Poulain und Mignot 1979 das Art
Car von
Andy
Warhol. In dem 24-Stunden-Rennen errang
das Trio den sechsten Platz in der Gesamtwertung und
Platz zwei in seiner Klasse. Die australischen Art
Cars stellten ihre Renntüchtigkeit bereits unter
Beweis, bevor sie Kunstwerke wurden: Mit dem später
von
Michael Jagamara Nelson gestalteten
BMW M3
gewann 1987 der Australier Tony Longhurst die
australische AMSCAR-Meisterschaft. 1988 wurde
derselbe M3 vom Mobil-1-Rennteam eingesetzt. Tim
Richards gewann 1987 mit
Ken Dones M3 die
Fahrermeisterschaft in der australischen
Motorsport-Gruppe A, ehe der Künstler es bemalte.
| Die
BMW Art Cars fanden natürlich nicht nur auf
Rennstrecken große Beachtung. Zahlreiche Museen und
Galerien auf der ganzen Welt machten die "Kunstwerke
auf Rädern" einer breiten Öffentlichkeit zugänglich.
In Paris zeigte der Louvre bereits 1975 das
Art Car Calders,
1976 das von Stella. 1977 war Lichtensteins
BMW 230i in der französischen Metropole im Centre
Georges Pompidou zu sehen. Der Palazzo Grassi in
Venedig war 1980 Schauplatz einer
international viel beachteten Pop Art
Ausstellung, zu deren Exponaten auch die
ersten vier Art Cars gehörten. In Asien
zeigte BMW Japan 1985 mehrere Art Cars
anlässlich der Deutschen
Industrie-Leistungsschau in Tokio. Das
Münchener Haus der Kunst präsentierte 1986
BMW Art Cars |
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BMW Art Car-Sammlung auf der
"Concorso d'Eleganza Villa d'Este
2002" |
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im Rahmen einer großen Retrospektive zum Thema
"Das Automobil in der Kunst". Lichtensteins BMW 320i
war 1992 in der großen Ausstellung "Pop Art" des
Kölner Museums Ludwig zu sehen, 1994/95 Teil der
Lichtenstein-Retrospektive in München im Haus der
Kunst, in Hamburg in den Deichtorhallen sowie 1998
in Mexico im Museo del Palacio de Bellas Artes. Der
von
Penck gestaltete BMW Z1 war 1992 Exponat der
Penck-Retrospektive im Albertinum, Dresden, 1993 im
Sprengel Museum in Hannover und 1994 in der
Ausstellung “German Art - Aspekte Deutscher Kunst,
1964-1994“ bei den Salzburger Festspielen.
Anlässlich der Ausstellung „David Hockney.
Zeichnungen 1954-1994. A Drawing Retrospective“ im
August 1995 in der Hamburger Kunsthalle wurde das
Art Car von
David Hockney weltweit zum ersten Mal im
gegenüberliegenden BMW Pavillon präsentiert. Die
Retrospektive seiner Zeichnungen und das Art Car
gingen auf Welttournee und wurden im Dezember 1995
in der Londoner Royal Academy sowie 1996 im Los
Angeles County Museum of Art und im Museum of
Contemporary Art in Tokyo gezeigt.
Auf dem nordamerikanischen Kontinent wurden Art Cars
u. a. im New Yorker Whitney Museum of Modern Art, im
High Museum of Art in Atlanta, im Walker Arts Center
von Minneapolis und im Museum of Fine Art in Dallas
sowie im Guggenheim Museum in New York vorgestellt.
Die australischen Exponate wiederum wurden im
Powerhouse Museum in Sidney erstmals der
Öffentlichkeit präsentiert. Das
Art Car Esther Mahlangus war 1991 in mehreren südafrikanischen
Städten, u. a. im Kunstmuseum der Stadt
Johannesburg, zu sehen, bevor es zu einer
internationalen Ausstellungsreise aufbrach. So wurde
es im Herbst 1994 Mittelpunkt einer Ausstellung im
National Museum of Women in the Arts in Washington.
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Text & Foto ©
BMW AG |
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Modelle/Künstler aus der BMW Auto Art Collection
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