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Home / Autoenzyklopädie / BMW / Die BMW 6er Reihe von 1976 - 1989
 
 
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Die BMW 6er Reihe von 1976 - 1989

 
Als erste BMW 6er-Baureihe ist ein zweitüriges, viersitziges Coupé bezeichnet. Das Modell ordnete sich zwischen der oberen Mittelklasse (5er BMW) und der Oberklasse (7er) ein.

Der BMW E24 stellte sich im März 1976 als Nachfolger des BMWs 9E auf dem Genfer Autosalon vor. Er nahm zum größten Teil das Erscheinungsbild der 1977 präsentierten 7er-Serie E23 vorweg, basierte aber auf der überarbeiteten und im Radstand leicht verkürzten Bodengruppe des 5ers der Baureihe E12. Die offizielle Typ-Bezeichnung ist BMW 6 CS.
 
BMW E24 - 6er Reihe

Der E24 war im Gegensatz zum Vorgänger länger und breiter, in erster Linie aber schwerer, was einerseits der komfortorientierten Ausrichtung der neuen Coupés zu verdanken ist. Die Karosseriestruktur war schon im Entwicklungsstadium Crashtests unterzogen worden, deshalb führten die Ergebnisse andererseits zu einer zwar schwereren, aber auch eindeutig steiferen und sichereren Karosserie. Die neu hinzugekommene B-Säule wurde mit einer aus schwarzem Kunststoff gefertigte Verkleidung versehen, dadurch erhielt sie den Eindruck, das (wie beim Vorgänger) seitlich eine durchgehende Fensterfläche wäre. Wegen der B-Säule war es möglich, die hinteren Seitenscheiben aber nur noch zum Teil zu versenken.
Der damalige BMW-Chefdesigner Paul Bracq hatte im Interieur des E24 das mit der 1972 präsentierten ersten BMW 5er-Reihe (E12) eingeführte Designelement des fahrerbezogenen Cockpits weiter verfeinert. Dieses Designelement war über 25 Jahre bei allen Serienmodellen außer dem BMW M1 zu finden.

Anfangs wurde der E24 ganz bei Karmann hergestellt. Ab August 1977 wurden dort aufgrund schwankender Qualität nur noch die Rohkarossen gefertigt und im Werk Dingolfing endmontiert. Es wurden durchweg Sechszylinder-Reihenmotoren mit einer Leistung zwischen 135 und 210 kW gebaut. Insgesamt wurden 86.219 Exemplare dieses Modells produziert. Die Firmen Alpina, Herbert Hartge und Schnitzer Motorsport stellte auch verdelte Modelle zur Verfügung, unter anderem das
 
Innenraum vom BMW E24
Innenraum vom BMW E24
Alpina B7 Turbo Coupé mit einer Leistung von bis zu 243 kW/330 PS. Die ersten beiden Serien-Autos, ein 630 CS (mit der Fahrgestellnummer 4360001) und ein 633 CSi (mit der Fahrgestellnummer 4375001), verließen am 15. Oktober 1975 das Band.
Der letzte E24, ein 635 CSi Automatik in Lachssilber (mit der Fahrgestellnummer 1280940) wurde am 14. April 1989 hergestellt und am 31. Mai 1989 an den Kunden in Deutschland geliefert. Die Baureihe wurde damit nach insgesamt 86.219 hergestellten BMW-Fahrzeugen zum Vorteil von größeren 8er-Coupés E31 abgelöst.

Mit einem Produktionszeitraum von 13 Jahren gehört der E24 zu der am längsten laufenden Modellreihe von BMW.


Modelle der ersten BMW 6er-Reihe:


1976: BMW 630 CS und 633 CSi
Zur Serieneinführung hatten der BMW 630 CS einen 3,0 l-Vergasermotor und der 633 CSi einen 3,2 l-Einspritzmotor. In den USA wurde zum Verkaufsstart der 630 CSi mit serienmäßigem Katalysator zur Verfügung gestellt. Der Basispreis für den 630 CS war DM 40.600,- und für den 633 CSi DM 43.100,-.

Zur technischen Neuerung gehörte die so genannte Check Control. Diese konnte auf Knopfdruck dem Fahrer die Funktion der Brems- und Schlußleuchte, korrekten Füllstand von Kühlmittel, Motoröl, Bremsflüssigkeit und Scheibenwaschwasser und ausreichende Dicke der Bremsbeläge anzeigen.
 
BMW E24
BMW E24 - Baujahr 1976
Die Serienausstattung war nach damaliger Norm auf jeden Fall umfassend, sie bestand neben

Komfortmerkmalen aus elektrischer Zentralverriegelung, elektrischen Fensterhebern, verstellbarem Außenspiegel, höhenverstellbarem Fahrersitz, längsverstellbarem Lenkrad und Wärmeschutzglas. Dazu gehörten noch auch Sicherheitsdetails wie die Verbundglas-Frontscheibe und die Servolenkung mit Sicherheitslenksäule. Darüber hinaus kamen noch Alufelgen, Halogenscheinwerfer und eine Nebel-Schlußleuchte hinzu. Der Drehzahlmesser war damals auch eine Besonderheit. Die bei Karmann hergestellten E24 verfügten serienmäßig über Teilleder-Sitze (Sitz- und Lehnenfläche Stoff, Sitz- und Lehnenwangen Leder). Die dann ab 1977 bei BMW hergestellten 6er verfügten sogar über Ledersitze.
Zu den ab Werk erhältlichen Sonderausstattungen gehörten zum Beispiel die Klimaanlage, ein 3-Gang-Automatikgetriebe und ein wahlweise manuelles oder elektrisches Schiebedach.

1978: BMW 635 CSi
Der 635 CSi ergänzte 1978 mit einem 3,5 l-Einspritzmotor mit einer Leistung von 218 PS das Modellangebot, dessen Preis DM 49.400,- betrug. Im Vergleich zu den zwei anderen Modellen gab es bei diesem Modell schon äußerliche Unterschiede bei Front- und Heckspoiler, seitlichen Zierstreifen und den BBS-Alufelgen im Kreuzspeichen-Design.
Der BMW 635 CSi verfügte über straffere Stoßdämpfer mit gesteigerten Stabilisatoren, ein Fünfganggetriebe und ein Sperrdifferential mit 25 % Sperrgrad (gegen Aufpreis 40%). Die Sportsitze vorne wurden von Recaro gefertigt und die Instrumente im Cockpit waren mit roten Zeigern versehen.
 
BMW 635 CSi
BMW 635 CSi (E24) - ab 1978
mehr über den 635 CSi lesen


1979: BMW 628 CSi
1979 erschien der 628 CSi, dessen 2,8 l-Einspritzmotor mit 184 PS aus dem 528i stammte und die Motor- und Fahrleistungswerte des alten Dreiliter-Motors fast erreichten. Dank der L-Jetronic des 2,8 l-Motors ergab sich nicht nur eine bemerkenswerte Verbrauchsreduzierung in erster Linie im Stadtverkehr, sondern auch die Laufkultur des kleineren Motors war besser. Der Preis des BMW 628 CSi betrug zu Beginn DM 46.000,-.

1982: Erste Modellpflege
Die offizielle Typ-Bezeichnung lautete jetzt BMW 6 CS/1. Grundlegende Modifizierungen fanden zur großen Modellpflege Mitte 1982 insbesondere auf der technischen Seite statt. So wurde der 6er sowohl motorentechnisch wie auch fahrwerkseitig auch auf den Stand des E28 gebracht. Durch die Überarbeitungen am Fahrwerk war es möglich, auch die Karosseriestruktur zu verändern, die Karosserie wurde außerdem nicht nur rund 50 kg leichter, sondern auch steifer. Statt der L-Jetronik des 635 CSi wurde die modernere Motronic von BOSCH verwendet. Der Motor des 628 CSi blieb unverändert. Der 633 CSi wurde in Deutschland nicht mehr zur Verfügung gestellt, für andere Märkte lief dessen Herstellung noch bis 1984. Das ABS ist für den 635 CSi jetzt serienmäßig, für den 628 CSi ist es auf Wunsch lieferbar und wurde erst 1984 zur Serienausstattung. Durch das reduzierte Gewicht, die veränderte Motorsteuerung und die nunmehr serienmäßigen 5-Gang-Schongetriebe war es möglich, die Verbrauchswerte eindeutig zu senken: beim 628 CSi um 9,1 % oder 1 l/100 km, beim 635 CSi sogar 17,9 % oder 2,1 l/100 km.
Auch im Innenraum fanden Veränderungen statt: Der Tachometer befand sich nicht mehr in der Mitte der Instrumentenkombination, sondern wie bei den schon eingeführten E28 und modellgepflegten E23 waren Tacho und Drehzahlmesser nun gleich groß und nach außen zu finden. Tankuhr und Temperaturanzeige waren in der Mitte übereinander angeordnet, dazwischen befand sich die im E24 nun ebenso vorhandene Service-Intervall-Anzeige, die aus der Motorbelastung und Kaltstarthäufigkeit die Zeit bis zum nächsten Ölwechsel oder der nächsten Inspektion errechnete, darüber hinaus wurde einmal pro Jahr zum Bremsflüssigkeitswechsel aufgerufen. Die Check-Control wurde nicht mehr  
Armaturenbrett BMW E24
nur auf Tastendruck aktiv, sondern kontrollierte nunmehr selbsttätig Kühlmittelstand, Motorölstand, Abblendlicht, Bremslicht, Schlusslicht, Kennzeichenleuchten und Waschwasserstand. Ein elektronischer Gong und eine zentral platzierte Warnlampe machten auf einen Fehler aufmerksam. Die Kontrolle des Bremsflüssigkeitsstandes und der ausreichenden Stärke der Bremsbeläge erfolgte separat.

Der für den 628 CSi als Sonderausstattung erhältliche und im 635 CSi serienmäßige Bordcomputer war ebenfalls neu. Dieser konnte nicht nur Uhrzeit und Datum, sondern auch Außentemperatur (mit Eiswarnung unter +3 °C), Durchschnittsgeschwindigkeit und -verbrauch anzeigen. Mit dessen Hilfe war es möglich, auch eine Geschwindigkeitsgrenze zu programmieren, bei deren Überschreiten ein Gongsignal warnte. Darüber hinaus war es möglich, eine Reiseentfernung einzugeben. Aus dieser Entfernung versuchte der Bordcomputer unter Zuhilfenahme der dann nach Reiseantritt schon zurückgelegten Entfernung und der Durchschnittsgeschwindigkeit eine Ankunftszeit zu bestimmen. Eine Wegfahrsperre nach Codeeingabe war es ebenfalls möglich, die nach Wiedereinschalten der Zündung zum erneuten Eingeben des Codes aufrief, andernfalls die Zündung sperrte und nach dreimaligem Fehlversuch die Fahrzeughupe für 30 Sekunden einschaltete. Ab 1984 wurde die rollierende Anzeige der Angaben verwendet.

Auch Heizung und Lüftung wurden modifiziert: Statt der drei Drehregler für Temperatur (links), Luftmenge (mittig, bis 1979 mit analoger und später digitaler Uhr) und Luftverteilung (rechts) wurden zwei äußere Drehregler für Temperatur und Luftmenge verwendet, dazwischen gab es drei Schieberegler für die Verteilung der Luftmenge. Die Innenraumtemperierung erfolgte durch eine elektronische Temperaturregelung. Die digital anzeigende Uhr befand sich darunter an der rechten Seite der Mittelkonsole, links daneben war Platz für das Autoradio. Das Funktionsschema der als Sonderausstattung lieferbaren Klimaanlage wurde jedoch nicht modifiziert. Eine Verteilung der gekühlten Luft zur Frontscheibe oder zum Fußraum war nicht möglich.

Die serienmäßige Zentralverriegelung verfügte über eine ergänzende Entriegelungssperre. Dadurch wurde verhindert, dass das Auto bei aktivierter Sperre von innen geöffnet werden kann. Die Heizung der Scheibenwaschdüsen und des Fahrer-Außenspiegels erfolgte automatisch und sie wurde für das Fahrertürschloß durch Betätigen des Türgriffs aktiviert.

Äußerlich wurde nur der Front- bzw. Heckbereich leicht modifiziert. So wurden die Frontschürzen größer verbaut. Die (optionalen) Nebelscheinwerfer waren jetzt bündig eingebaut, am Heck reichte die Stoßstange bis an die Radläufe heran. Die (serienmäßigen) Nebelscheinwerfer waren beim 635 CSi nun in den Frontspoiler eingebaut.

In Deutschland kostete ein 628 CSi nun (03/82) DM 51.800,-, ein 635 CSi DM 61.300,-; vor dem Übergang zur zweiten Modellpflege (04/87) lag der Preis des 628 CSi bei DM 67.000,- und der des 635 CSi bei DM 78.000,-.

 
 
 

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Foto © BMW AG

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
     
 
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