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Home / Autoenzyklopädie / BMW / Die BMW 6er Reihe von 1976 - 1989 - Seite 2
 
 
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Die BMW 6er Reihe von 1976 - 1989 - Seite 2


1984: M635 CSi
Ab 1984 erschien eine Sportversion des BMW 635 CSi, die einen vom BMW M1 stammenden, jedoch veränderten Vierventil-Motor mit zwei obenliegenden Nockenwellen (DOHC) und sechs Einzeldrosselklappen hatte. Motorcode für den hochverdichteten Motor war BMW M88/3, für den niederverdichteten Motor für die Fahrzeugvariante mit geregeltem Drei-Wege- Katalysator S38B35. Die niedrigere Verdichtung für den S38B35 war erforderlich, denn bleifreies Benzin war damals noch nicht mit einer dem Superbenzin ähnlichen, hohen Oktanzahl verfügbar. Der M635 CSi betrug 1983, als er zum ersten Mal in den Preislisten erschien, DM 89,500,-; im September 1986 als M635 CSi mit Katalysator DM 102.050,-.  
BMW E24 M635 CSi & BMW M1
(rechts) BMW E24 M635 CSi - Baujahr 1984
(links) BMW M1 - Baujahr ab 1978

Das verstärkte Schaltgetriebe mit der Bezeichnung 280/5 von Getrag ist zwar ein Sportgetriebe mit längerem ersten Gang und enger Spreizung, allerdings verfügte es aber nicht über das Sport-Schaltschema mit hinten links liegendem ersten Gang des M3 E30 oder früherer Sportgetriebe. Das Hinterachsgetriebe hatte ein Lamellen-Selbstsperrdifferential mit 25 % Sperrgrad.

Eine Tieferlegung um 10 mm, andere Federn und Gasdruck-Stoßdämpfer und verstärkte Stabilisatoren sorgten für die höheren Fahrleistungen des Autos. Verstärkt wurden auch die Bremsen, es wurden vorne nun größere Bremsscheiben mit 300 mm Durchmesser (innenbelüftet) eingesetzt, zusätzlich kamen es Vierkolben-Festsättel zum Einsatz, das Bremssystem wurde als Doppel-Zweikreisbremssystem ausgelegt. ABS war serienmäßig erhältlich. Die größere Batterie mit nunmehr 88 Ah befand sich im Kofferaum, einerseits war im Motorraum kein Platz mehr, andererseits wurde durch die damit höhere Belastung der Hinterachse die Traktion verbessert.
Bezüglich äußerlicher Änderungen hatte der M635 CSi im Vergleich zu den anderen Modellen einen tiefer heruntergezogenen Frontspoiler mit eingebauten Nebelscheinwerfern, einen Heckspoiler (wie 635 CSi) und in Wagenfarbe lackierte Außenspiegel. Fahrer- und Beifahrer-Außenspiegel waren bei diesem Modell serienmäßig.

Der Innenraum hatte Sportsitze und ein Sport-Lederlenkrad serienmäßig, ebenfalls eine modifizierte Instrumentierung mit Tachometer bis 280 km/h und Drehzahlmesser bis 8000 1/min mit rotem Segment ab 6900 1/min, die bei den anderen Modellen im unteren Segment des Drehzahlmessers vorhandene Verbrauchsanzeige entfiel, wurde aber nicht wie bei anderen M-Modellen (zB. M3 E30 und alle späteren M-Modelle) gegen eine Motoröl-Temperaturanzeige ausgetauscht; an dieser Stelle war das "///M"-Logo zu finden.
Er hatte mit 210 kW bei 6500 1/min und 340 Nm bei 4500 1/min bei einem Leergewicht von rund 1510 kg eine Höchstgeschwindigkeit von 255 km/h und eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 6,4 Sekunden.

1987: Die zweite Modellpflege
Die zweite, durchgeführte Modellpflege wurde äußerlich auffälliger modifiziert. Die für den US-Markt schon bekannten, vergrößerten Stoßfänger wurden vorn wie hinten angepasst und durch die aus seinerzeit aktuellen BMW-Modellen bekannten Prallboxen an alle Modelle installiert. Der Frontspoiler, der noch voluminöser wurde, war jetzt für 635 CSi und M635 CSi identisch. Die vergrößerten Stoßfänger sicherten auch die jetzt auf 4815 mm angewachsene Fahrzeug-Länge.
Bezüglich der Technik wurde er auf den Stand des E32/E34 gebracht. Dies kam am deutlichsten durch die Verwendung der jetzt in allen BMWs eingebauten Ellipsoidscheinwerfern zum Ausdruck. Selbst die Nebelscheinwerfer verfügten über diese Linsentechnik. Der 628 CSi wurde nicht mehr produziert, der 635 CSi hatte den überarbeiteten 3,5 l-Motor der E32/E34-Baureihen mit 155 kW/211 PS (mit Katalysator) bzw. 162 kW/220 PS (ohne Katalysator). Die im Programm behaltenen Modelle 635 CSi und M635 CSi wurden jetzt serienmäßig als Katalysator-Modelle zur Verfügung gestellt, die aktuellen hochverdichteten, kat-losen Versionen waren aber weiterhin auf Kundenwunsch erhältlich.

Ein 635 CSi (Kat.) kostete im Juni 1987 DM 80.000,- und der M635 CSi (Kat.) DM 106.000,-.
Die offizielle Typ-Bezeichnung blieb zwar nach wie vor BMW 6 CS/1, inoffiziell wurde diese letzte Variante des E24 aber oft als CS/2 bezeichnet. Trotz dieser Modellpflege machte nicht zuletzt der schon 1986 hergestellten Siebener der Baureihe E32 eindeutig: Der E24 war zwar ein schönes, aber technisch nur noch in wenigen Details aktuelles Fahrzeug.


Alpina:
Ab 1978 funktionierte Alpina als eigenständiger Fahrzeughersteller. Zu den ersten richtigen Alpinas gehörte das zu Beginn als BMW Alpina 630 Turbo bezeichnete B7 Turbo Coupé. Dieses setzte sich mit 300 PS und 260 km/h nicht nur in den sportwagenähnlichen Leistungsdaten, sondern mit 79.990 DM auch preislich nach oben ab. Aber auch bezüglich der Technik war der B7 Turbo-Antrieb bemerkenswert: Den maximalen Ladedruck des Turbolader war es möglich, per Dampfrad vom Fahrersitz aus von maximal 1,85 bar auf 1,55 bar abzusenken. Eine verbesserte Leistungsentwicklung bei niedrigen Drehzahlen sicherte eine spezielle abgestimmte Resonanz-Aufladung. Die Einspritzung wurde von einer elektronisch gesteuerten, luftmengenmessenden Pierburg DL-Anlage übernommen und der richtige Zündzeitpunkt sicherte eine gleichermaßen elektronische, kontaktlos gesteuerte Dr. Hartig-Zündanlage.

Nachdem von BMW die neue Bosch Motronic verwendet wurde, profitierten die B7turbos ebenso von dieser Motorsteuerung. Diese integrierte und koordinierte hier die Steuerung von Ladedruck, Zündung und Einspritzung. Nachdem Alpina als erster Fahrzeughersteller die neuen Metallkatalysatoren von Emitec, infolge des niedrigeren Abgas-Gegendrucks im Vergleich zu Katalysatoren mit Keramikträger in der Serienfertigung verwendete, wurde von der Motronic auch die Lambdaregelung übernommen. Die nicht ganz so starken Modelle B9 und B10, die aber dank ihrer Ausgewogenheit aufgrund der starken Saugmotoren in bester Tradition der herkömmlichen Gran Turismo standen, blieben im Schatten der Aufmerksamkeit.


Schnitzer
Vom 635 CSi des Typs 6 CS/1 hatte die Firma Schnitzer 1982/83 insgesamt 17 Autos zu einem Schnitzer S6 überarbeitet. Der S6 verfügte über einen leistungsgesteigerten Motor mit 180 kW/245 PS bei 6000 1/min und ein Drehmoment von 322 Nm, seine Höchstgeschwindigkeit lag bei 244 km/h.


Hartge
Auch von der Firma Herbert Hartge GmbH wurde zwischen 1982 und 1987 vom E24 Umbauten hergestellt. Auf der Basis des 635 CSi erschien der H6s mit 177 kW/240 PS und der H6sp mit 187 kW/254 PS, mit Höchstgeschwindigkeiten von 235 bzw. 243 km/h.
Darüber hinaus wurde auf der Basis des M635 CSi der H6-24 gebaut, bei dem die Nockenwellen modifiziert wurden und die Verdichtung auf 11,0:1 angehoben wurde. Mit einer auf dieser Motorenänderung abgestimmten Motronic erreichte man eine Motorleistung von 244 kW/330 PS bei 6800 1/min und ein Drehmoment von 355 Nm bei unveränderten 4500 1/min. Der H6-24 hatte damit eine Höchstgeschwindigkeit von 262 km/h und eine Beschleunigungszeit von 0 auf 100 km/h in 6 Sekunden. Ebenfalls wie Schnitzer bot auch Hartge Spoilersätze, Fahrwerksmodifikationen, Sportlenkräder und Alufelgen.


Art Cars
In der Serie der BMW Art Cars, bei denen einzelne Autos von bekannten Künstlern gebaut werden, sind auch zwei BMWs der Baureihe E24 zu finden:
Im Jahre 1982 hat Ernst Fuchs einen 635 CSi gebaut, der als "Feuerfuchs auf Hasenjagd" bezeichnet wurde.
Zum ersten Mal in der Geschichte der BMW Art Cars wurde nicht ein Rennfahrzeug als Kunstwerk lackiert, sondern ein Serienfahrzeug.



1986 hat der US-amerikanische Künstler Robert Rauschenberg einen  gestaltet, der ebenfalls ein serienmäßiges 6er Coupé war, diesmal aber eines in US-Ausführung. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern wurde der künstlerische Entwurf nicht durch Lackierung, sondern mittels photographischer Techniken auf die Karosserie übertragen.
Beide Modelle sind reine Ausstellungsstücke und wurden nie für Straßenverkehr oder - wie ihre Vorgänger - für Rennen verwendet.
» mehr über BMW Auto-Art lesen
 
Ernst Fuchs "Feuerfuchs auf Hasenjagd"
Ernst Fuchs - Art Car
Robert Rauschenberg - Auto Art
Robert Rauschenberg - Auto Art


L6 und M6
Ab Modelljahr 1987 wurde der BMW 635 CSi in den USA und Kanada mit dem niederverdichteten Motor und serienmäßigem Katalysator unter der Verkaufsbezeichnung BMW L6 zur Verfügung gestellt. Ab der zweiten Modellpflege (CS/2) hieß das Fahrzeug dann wieder 635 CSi, und bei der Innenausstattung kam die lederbezogene Armaturentafel nicht mehr zum Einsatz.
Der M6, der gleichzeitig mit dem europäischen Kat-M635 CSi erst ab Modelljahr 1987 in den USA im Angebot war, verfügte bis auf die serienmäßigen Sportsitze über die selbe Innenausstattung wie der L6. Die Modelle in Nordamerika trugen, ebenfalls wie die in Japan, im Front-Kühlergrill und auf der Kofferraumklappe ein ///M6-Emblem, in Europa war hier nur das auch an der Kofferraumklappe vorhandene ///M-Emblem zu finden.

Die L6-Ausstattung wurde ab der zweiten Modellpflege 1987 auch in Europa für den 635 CSi und M635 CSi als so genannte Highline-Ausstattung zur Verfügung gestellt, in Deutschland zu einem Aufpreis von 11.275,- bis 12.500,- DM.

Zum BMW 6er gehören zwei verschiedene Coupé-Modellbaureihen:
Die erste BMW 6er-Baureihe: 1976-1989 (interne Bezeichnung: BMW E24)
» Die zweite BMW 6er-Baureihe: seit 2003 (E64 + E65)

 
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