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Die 90er Jahre sind entwicklungstechnisch immer stärker
vom Faktor Verbrauch und Benzinersatz geprägt.
Die
Japaner sind es, die 1997 ein erstes
Serienhybridfahrzeug präsentieren, das auch
alltagstauglich ist. Viele Autohersteller haben an der
Kombination von Elektro- und Benzinmotor getüftelt,
wurden aber aufgrund der großen Batterien und dem damit
verbunden Verlust von Gepäckraum in der Regel hämische
Seitenhiebe kassieren müssen. Bilder vom Hybridauto mit
angehängtem Wohnwagen zur Aufnahme der notwendigen
Batterien waren häufiger als wirklich ernst zu nehmende
Fahrzeugentwicklungen.
Toyota setzt dem mit dem Prius 1997 ein Ende. Doch
obwohl das Fahrzeug das Thema Hybridantrieb mehr oder
weniger serienreif löst, findet sich in Deutschland kein
Markt für diese Fahrzeuggattung. In den Staaten
allerdings bewährt sich die Idee vom Hybrid - Toyota auf
Anhieb.
1998 sorgt ein Ereignis für eine der größten
Rückrufaktionen der Automobilgeschichte und es erwischt
ausgerechnet jenen Konzern, dessen Image auf
Zuverlässigkeit und Sicherheit aufgebaut ist.
Der Elchtest beschert
Mercedes, die mit der A-Klasse den Kompaktwagenmarkt
revolutionieren wollte, einen herben Rückschlag. Alle
A-Klassen Modelle werden von den Händlern zurückgeholt
und eine der größten Umrüstaktionen in einem
Fahrzeugwerk beginnt, um die A-Klasse kippsicher zu
machen. Erst 1998 wird die A-Klasse wieder zurück zu den
Händlern kommen - das Image von Mercedes aber erhält
einen Bruch.
Zum Glück ahnen die Stuttgarter noch nicht, dass ihnen
eine noch größere Katastrophe bevorsteht. Am 31. März
2005 wird das Unternehmen die größte Rückrufaktion der
Firmengeschichte ausrufen müssen, mehr als 1,3 Millionen
Fahrzeuge mit dem Stern müssen wegen Fehlfunktionen der
Bremsanlagen zurück in die Werkstätten.
Doch nicht nur für Mercedes bedeutet das Jahr 1998
einen herben Rückschlag. Ein weiterer traditionsreicher
Automobilhersteller gerät in die Fänge gleich zweier
Konzerne.
BMW und
VW streiten sich um die Doppelmarke
Rolls Royce und Bentley. Der
VW Konzern bekommt die Marke Bentley zugesprochen,
BMW bekommt nichts - außer zwei Buchstaben: RR.
Rolls Royce beginnt damit fast 100 Jahre nach seiner
Gründung bei 0. Erst im Jahr 2003 wird wieder ein neu
konzipierter
Rolls Royce erscheinen - aber der Mythos um die
britische Nobelmarke ist für immer zerbrochen.
Mehr Erfolg hat das Bayrische Unternehmen mit dem
Propeller im Logo 1999. Mit dem X 5 gelingt es den
Bayern, eine neue Fahrzeugklasse zu definieren. SAV,
oder ausgeschrieben Sports Activity Vehicle, werden in
Zukunft Fahrzeuge genannt, die sportlich-komfortable
Fahreigenschaften mit den Qualitäten eines Offroaders
vermischen.
Mit dem Vermischen von Funktionen und
Fahrzeugausrichtungen wird ein Trend für das neue
Jahrtausend gesetzt. Immer neue Kombinationen entstehen,
Cabrios werden mit Pick-ups gekreuzt, Sportwagen mit
Geländewagen, Limousinen mit Coupes.
Es beginnt ein Zeitalter der Nischenfahrzeuge, denn
ein stagnierender Absatzmarkt verlangt den Autokonzernen
immer neue Fahrzeugkreationen ab, um einem übersättigten
Markt doch noch Käuferpotentiale zu entlocken. Wohin uns
das führen wird, zeigt die letzte Station meiner Reise.
Noch einmal nehme ich mein Handy zur Hand, um einen
Zeitsprung zu wagen. Er führt mich wieder in die USA und
zwar in den Oktober 2005.
Fontana in Kalifornien ist mein Ziel und der Grund
meines Kommens ist der Grand Challange 2005. Zum zweiten
Male findet hier eine Veranstaltung statt, die der Traum
oder Alptraum aller Autofahrer werden kann - das
fahrerlose Auto wird hier getestet.
175 Meilen gilt es zurückzulegen - eigentlich kein
Problem, nur, bei diesem Rennen darf halt kein Fahrer im
Auto sitzen. In der Theorie soll ein Auto, dem ein Ziel
per Navigationssystem vorgegeben wird, dieses unfallfrei
selbständig und ohne Unfall erreichen.
Ein
VW ist es, der 2005 diese Aufgabe für sich
entscheiden kann. Der Touareg Stanlette wird von Video
und Lasersensoren gesteuert und erreicht dabei bis zu 50
Stundenkilometer, ohne an den natürlichen Hindernissen
anzuecken.
Ist das das Ziel nach mehr als 100 Jahren
Automobilgeschichte? Der Wagen braucht den Menschen als
Lenker nicht mehr - Fahrfreude ausgeschlossen. In 10 bis
15 Jahren soll diese Technik marktreif sein. Einen
Augenblick lang überlege ich, ob ich es wagen soll, den
Sprung in diese Zeit zu wagen.
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