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Der Moment, der den Motor jedes Boliden im Land vor
Vorfreude aufheulen lässt, ist gekommen. Tausende von
Autos haben sich versammelt, um dem Dinoco 400
beizuwohnen - dem wichtigsten Rennen des Jahres, bei dem
sich endgültig entscheiden wird, wer den begehrten
Piston-Cup gewinnen und Geschichte schreiben wird.
| Drei PS-starke Flitzer kommen für den Sieg in Frage:
Favorit ist natürlich Strip Weathers (NIKI LAUDA), ein
Plymouth Superbird, Baujahr 1970, der sich seinen
Spitznamen "The King" mehr als verdient hat - kein
anderes Auto hat mehr Rennen beim Piston-Cup gewonnen.
Der Gewinn des Dinoco 400 soll der Karriere des in die
Jahre gekommenen Champs nun die Krone aufsetzen, damit
er im Anschluss seinen Rücktritt vom Profizirkus
verkünden kann. Sein ärgster Konkurrent, Chick Hicks
(CHRISTIAN TRAMITZ), hat dagegen noch lange nicht genug
- aber die Nase voll davon, immer nur die Nummer zwei zu
sein. Und um es in diesem Jahr auf Platz eins zu
schaffen, ist dem fiesen Typen jedes Mittel recht. |

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Cars (Einzel-DVD) |
Wenn ihm nur Lightning McQueen (DANIEL BRÜHL) keinen
Strich durch die Rechnung macht: Denn er ist als
Grünschnabel, als absoluter Neuling auf dem besten Weg,
den beiden Favoriten den Schneid abzukaufen und jüngster
Sieger des Piston-Cups überhaupt zu werden. Und dabei
geht es ihm neben Ruhm und Ehre auch um das ganz große
Geld: Lightning weiß genau, dass ihn der Sieg finanziell
ganz nach vorne bringen und Werbeverträge mit den
angesagtesten Sponsoren - vor allem mit Dinoco -, die
gegenwärtig noch den "King" beschäftigen, bescheren
würde. Der schnelle Erfolg und seine Träume von Kohle,
Groupies und dem Jubel der Massen haben den auf höchste
Drehzahl getunten Rennwagen schnell ein bisschen
großspurig und arrogant werden lassen.
Genau das wird Lightning beim Finish des Dinoco 400 zum
Verhängnis: Eigentlich sah er die meiste Zeit mit seinem
haushohen Vorsprung vor dem "King" und Chick wie der
sichere Sieger aus. Aber dann rächt es sich doch, dass
er die Aufforderung seiner Crew in der Boxengasse in den
Wind geschlagen hat, neben dem Auftanken auch noch einen
Reifenwechsel vornehmen zu lassen. Lightning hat das
Ziel bereits vor Augen, als seinen Reifen die Puste
ausgeht und nur mit allerletzter Kraft kann er sich über
den Zielstrich retten - muss aber mit ansehen, wie der
"King" und Chick absolut zeitgleich mit ihm das Rennen
beenden. Die Entscheidung der Veranstalter kommt prompt:
In einer Woche wird es ein letztes Rennen mit den drei
Siegern geben, das über die Vergabe des Piston-Cups
entscheidet - auf der anderen Seite des Landes, 5.000
Kilometer entfernt.

Lightning gibt sich keine Blöße vor den Gegnern und
tönt sofort lautstark, dass er als Erster bei der
Rennstrecke ankommen wird. Sofort fährt er los in die
Nacht, bequem geparkt im Laderaum seines
Transport-Trucks Mack - bloß keine Pause machen, damit
man die Nummer eins vor Ort sein kann. Schon wieder wird
Lightning seine Überheblichkeit zum Verhängnis: Nicht
nur er schlummert sanft ein, auch Mack fallen auf der
eintönigen Strecke die Scheinwerferaugen zu. So merkt
dieser nicht, dass sich durch einen Zufall seine
Laderampe öffnet und seine wertvolle Ladung auf die
Autobahn rollt. Bis Lightning richtig wach und Herr der
Verkehrslage ist, ist Mack bereits weit weg.
Der rote Flitzer nimmt die Verfolgung auf, folgt aber
den falschen Rücklichtern und wird so von der Autobahn
direkt auf die legendäre Route 66 weggelockt, die sich
scheinbar endlos durch die felsige Einöde des Landes
windet. Schließlich landet Lightning in Radiator
Springs, einem winzigen und heruntergekommenen
Wüstenkaff mit nur einer Hauptstraße, nur einer Kreuzung
und nur einer Ampel, wo er seinen Irrtum feststellt. Mit
Vollgas will Lightning zur Autobahn zurückkehren, wird
aber vom Polizeiwagen des Dörfchens wegen
Geschwindigkeitsübertretung nach kurzer, aber intensiver
Hatz, bei der der rote Flitzer die komplette Hauptstraße
der Stadt umpflügt, verhaftet.
Lightning selbst merkt es nicht, aber wieder einmal sind
es seine Überheblichkeit und Arroganz, die ihm das Leben
schwer machen. Denn nachdem Lightning eine Nacht in
Gewahrsam verbracht hat, ist der altehrwürdige
Bürgermeister der Stadt, Doc Hudson, ein Hudson Hornet,
Baujahr 1951, der den wenigen verbliebenen Bewohnern von
Radiator Springs vor allem als Dorfdoktor ans Herz
gewachsen ist, bereit, den jungen Hitzkopf wieder laufen
zu lassen. Doch ein paar allzu flapsige Bemerkungen
bringen die kesse Autodame Sally (BETTINA ZIMMERMANN)
sofort auf die Palme - und Sally hat nicht nur ein
schnittiges Chassis, sondern auch jede Menge Grips unter
der Motorhaube: Sie beantragt, dass Lightning das Dorf
erst dann wieder verlassen darf, wenn er den
angerichteten Schaden wieder in Ordnung gebracht hat.
Für Lightning McQueen ist das der Super-GAU: Eigentlich
wollte er längst in Kalifornien sein und sich auf das
allesentscheidende Rennen vorbereiten. Und jetzt soll er
hier bleiben? In diesem Kaff in der Mitte von Nirgendwo?
Bevölkert von ein paar kauzigen Verlierern und dieser -
zugegebenermaßen - rasant anzusehenden Autolady? Aber
alles Zetern ist vergebens. Doc Hudsons Entschluss steht
fest: Lightning muss in Radiator Springs bleiben. Und so
hat Lightning jede Menge Zeit, sich mit den Gewohnheiten
in der kleinen "Geisterstadt" sowie ihren Bewohnern
vertraut zu machen.
Er weiß nicht, wen er mehr bedauern soll: Den
hippiemäßigen VW Bully, Baujahr 1960, der nichts lieber
tun würde, als sein organisch hergestelltes Benzin zu
verkaufen? Leider gibt es niemanden mehr, der den
umständlichen Weg durch Radiator Springs nimmt, seitdem
die Autobahn gebaut wurde. Oder seinen Nachbarn, den
gestrengen Militaristen Sarge, einen 1942 gebauten
Army-Jeep, dem nichts mehr am Herzen liegt, als den
Stars and Stripes zu huldigen und endlos mit Bully zu
streiten? Oder wie wäre es mit dem aufgedrehten Luigi
(RICK KAVANIAN), einem Fiat 500, Baujahr 1959, der mit
großem Stolz und der Hilfe seines kleinen
Gabelstaplerfreundes Guido, aber mit wenig Erfolg das
Reifengeschäft "Casa Della Tires" betreibt und davon
träumt, einmal in seinem Leben einen echten Ferrari
auszustatten? Gar nicht zu reden von dem 59er Impala
Ramone, der einen Bodyart-Shop betreibt und sich aus
Ermangelung an Kunden jeden Tag selbst eine neue
Lackierung verpasst, sowie seiner Angetrauten, der
kessen Flo, die das V-8-Café betreibt, in dem es immer
noch die größten Portionen Motoröl gibt.
Und dann gibt es auch noch Hook, einen sichtlich
heruntergekommenen Abschlepptruck, dem der Rost über die
Jahre ziemlich zugesetzt hat. Hook ist ein echtes Landei
mit einfachem Gemüt und einem ganz großen Herzen, und so
ist für ihn auch ganz schnell klar: Lightning soll sein
bester Freund werden. Der weiß allerdings nicht, was er
schlimmer finden soll: Die ärgerliche und lästige
Fronarbeit, die er täglich beim Teeren der Straße zu
leisten hat und die sich als schwieriger und
anstrengender entpuppt, als er sich das gedacht hat -
oder die ewigen Versuche von Hook, Freundschaft mit ihm
zu schließen.
Doch nach weiteren vergeblichen Ausbruchversuchen und
verzweifelten Bemühungen, die sehr wenigen
vorbeikommenden Autos davon zu überzeugen, dass er gegen
seinen Willen festgehalten wird, geschieht etwas
Eigenartiges mit Lightning: Er fängt an, sich zu
entspannen und - er will es sich selbst gar nicht so
recht eingestehen - findet Gefallen an dem einfachen,
aber herzlichen Leben in Radiator Springs: Die
nächtlichen Streiche mit Hook machen ihm Spaß, sein
Respekt vor Doc Hudson wächst, als er entdeckt, dass
dieser bis zu einem schlimmen Unfall selbst mehrfacher
Gewinner des Piston-Cups war. Und er kann nicht leugnen,
dass ihm Sally immer besser gefällt.
Bei einer gemeinsamen Landpartie verliebt er sich
regelrecht in sie - und beginnt zu verstehen, warum
Radiator Springs nicht mehr die leuchtende Kleinstadt
von einst ist, es sich aber dennoch lohnt, weiter in ihr
zu leben und für ihren Fortbestand zu kämpfen.
Tatsächlich beginnt Lightning zu vergessen, dass es für
ihn in wenigen Tagen um die Zukunft seiner Karriere
geht. Und als der spurlos Verschollene schließlich doch
noch in Radiator Springs ausfindig gemacht wird und zum
entscheidenden Rennen um den Piston-Cup antreten soll,
muss er eine folgenschwere Entscheidung treffen: Was ist
ihm wichtiger? Der Erfolg, auf den er so lange
hingefiebert hat? Oder seine neuen Freunde, die ersten,
die er jemals im Leben hatte?
Im Gespräch mit Cars Regisseur John Lasseter
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